Kölner Schüler*innen halten die Erinnerungskultur lebendig

Bild der 04. Woche - 25. Januar bis 31. Januar 2021

Das Gewölbe des NS-Dokumentationszentrums liegt im Keller des Anbaus an das ehemalige Gestapogefängnisses und dient als Ausstellungsraum. Foto: Rheinisches Bildarchiv/Peter Kunz

Nichts los im Lockdown? … oh doch!

Wer jetzt denkt, dass es im Gewölbe des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln derzeit nichts zu sehen gebe, weil er ja auch auf unserem Bild der Woche nichts sieht, der irrt. Zwar ist es im sonst so brummenden EL-DE Haus in Zeiten des Lockdowns stiller als gewöhnlich, dennoch ist viel los. Da dieser Ort gerade für die junge Generation so wichtig ist, um sich an die Schrecken der NS-Herrschaft zu erinnern, öffnet das NS-DOK die Pforten des Gewölbes virtuell für die Arbeiten von Kölner Schüler*innen. In diesen komplizierten Zeiten haben sie tolle Projekte auf die Beine gestellt. Das NS-DOK zeigt auf seiner Homepage ab Mittwoch (27.01.) Arbeiten von neun Kölner Schulen, die sich mit der NS-Herrschaft auseinandersetzen. Jeder kann die Ausstellung auch in Zeiten des Lockdowns anschauen, da sie in einem multimedialen 360° Rundgang online aufbereitet ist. Die Filme, Fotos und Beiträge der Schulen können Sie gemeinsam am Computer und jeder für sich durchstöbern.
Diese Ausstellung anlässlich des Jugend- und Schülergedenktages ermöglicht es Kölner Schüler*innen, den Jahrestag der Befreiung der Überlebenden des KZ Auschwitz durch sowjetische Soldaten wie auch all die Jahre zuvor in Köln kreativ mitzugestalten. Es ist immer wieder anregend zu beobachten, wie sich eine neue Generation das Erinnern an diese Zeit erschließt. Einen Zugang zu der Ausstellung finden Sie hier: www.nsdok.de.

Das Gewölbe hat übrigens nichts mit dem Keller des EL-DE Hauses zu tun, in dem sich die international bekannte Gedenkstätte des ehemaligen Gestapogefängnisses befindet. In der Nachkriegszeit wurde das neben dem EL-DE Haus liegende Wohnhaus der Familie Dahmen und ein angrenzendes Haus in der Elisenstraße dem Gestapohaus vollständig angeglichen. Der verarbeitete Stein stammte aus dem gleichen Steinbruch, die Stockwerkaufteilung, Fenstermaße und Gesimse wurden genau angepasst. Der Keller des angrenzenden Hauses blieb aber, wie er ist: das heutige Gewölbe.

C. Ohrem