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Bild der 30. Woche - 26. Juli bis 1. August 2021
In unregelmäßigen Abständen hält das MiQua Interessierte über die Fortschritte auf der Baustelle des Museums unter und auf dem Rathausplatz auf dem Laufenden. Aktuelle Bilder zeigen die Veränderungen und werden über die eigenen Social Media-Kanäle unter dem Hashtag #Baustellenupdate verbreitet. Außerdem ist eine große Auswahl der Fotos als Galerie auf dem Blog des MiQua zu finden. Nur selten möglich: ein Blick unter die Betondecke.
Die Baustelle vor dem Rathaus ist sicherlich eine der spannendsten in Köln. Das liegt nicht nur an den vielfältigen Herausforderungen, die mit dem anspruchsvollen Bau zusammenhängen. Das Interesse an dem entstehenden Museum, das Mauern und Funde aus 2000 Jahren ebenso wie die jüdische Geschichte der Stadt präsentieren wird, ist über die Grenzen Kölns hinaus groß.
Um die Denkmäler im Boden nicht zu gefährden, wurden diese während der Bauarbeiten zunächst mit Sandschichten überdeckt. Erst später im Prozess wurde der Sand wieder abgesaugt und die Mauern freigelegt.
So bot sich im Dezember 2020 endlich eine besondere Gelegenheit auf der Museumsbaustelle: Der Architekt und das MiQua-Team besichtigten die wieder freigelegten Keller. Der Besuch zeigte zwei Punkte eindrücklich auf. An welchen Stellen müssen die Kurator*innen noch Fragen für die Planung der zukünftigen Dauerausstellung klären? Wo haben die andauernden Grabungen der Archäolog*innen zu neuen Erkenntnissen geführt?
Im Bild ist der Keller des sogenannten Hauses Bardowiek zu sehen. Es ist Teil des mittelalterlichen Goldschmiedeviertels an der Straße Obenmarspforten. Die hier erhaltenen archäologischen Befunde zeigen beispielhaft, was später in der Dauerausstellung deutlich wird: Die Bauschichten aus verschiedenen Epochen greifen an diesem Ort im Stadtzentrum vielfach ineinander. So ist an der hinteren Wand des Kellers eine römische Heizungsanlage zu erkennen, deren Reste einfach in den Bau der mittelalterlichen Mauern einbezogen wurden.
In den Quellen ist das Haus zwischen 1140 und 1159 erstmalig erwähnt. Seine Bewohner*innen teilten sich eine Latrine mit dem benachbarten jüdischen Haushalt. Für die Dauerausstellung entsteht hier ein Themenraum zum Zusammenleben von Jüdinnen*Juden und Christ*innen, der Beispiele wie diese gemeinsame Nutzung im Alltag aufgreift. Eindrücke von dieser besonderen Besichtigung „unter dem Deckel“ wie auch von der Entstehung des Museums insgesamt, teilt das MiQua-Team auf den Social Media-Kanälen und in Präsentationen für verschiedene Zielgruppen. Die Spannung ist groß und auch wenn die Eröffnung noch ein wenig dauert, auf und unter der Baustelle laufen die Arbeiten auf Hochtouren und so wird es auch zukünftig noch den ein oder anderen Einblick geben.
Dr. T. Potthoff, S. Bornheim