Ungewöhnliche Ansicht

Bild der 42. Woche - 19. Oktober bis 25. Oktober 2020

Uchiyama, Ukai, Köln am Rhein, Japan um 1965 (Foto: RBA Köln)

Der Dom, der Rhein, die Hohenzollernbrücke. Ein vertrauter An blick. Und doch aus überraschender Perspektive – aus der fernöstlichen. Das ungewöhnliche Köln-Panorama entsteht Anfang der 1960er-Jahre in der japanischen Metropole Tokio. In seinem dortigen Atelier verewigt der Maler, Dichter und Kalligraf Uchiyama Ukai (1907 – 1983) die Stadtansicht auf einer monumentalen Hängepapierrolle (2,5 Meter hoch, 4 Meter breit); vermutlich nach Skizzen, die er persönlich in der Domstadt angefertigt hat.

Im Jahr 1965 schenkt der Künstler sein Werk – nach einer Ausstellung im Kunsthaus Lempertz – der Stadt Köln. Die überdimensionale Tuschemalerei wird in die Sammlung des Museums für Ostasiatische Kunst Köln (MOK) aufgenommen und gelangt dort ins Depot. Bis Anfang 2020, als »Köln am Rhein« mit weiteren Kunstschätzen bei einer Gemälde Inventur gehoben wird. Zu sehen sind die bislang nicht erschlossenen und nie gezeigten Fundstücke im MOK im Rahmen der Präsentation »Kunst auf Lager – Faszinierende Entdeckungen aus dem Depot«.

R. Müller