Kostbare Geschenke

Bild der 37. Woche - 14. September bis 20. September 2020

Christiaen Gillisz. van Couwenbergh, Vogelsteller mit Jagdstillleben, um 1645, Öl auf Leinwand, Wallraf-Richartz-Museum.

Gortzius Geldorp, Heilige Anna Selbdritt, 1604, Öl auf Holz, Wallraf-Richartz-Museum.

In den letzten Wochen konnten sich die Stadt Köln und ihre Museen über großzügige Schenkungen und neue Dauerleihgaben freuen: So hängt im Historischen Rathaus seit Neustem ein wunderschönes Köln-Panorama des englischen Landschaftsmalers James Webb aus dem Jahre 1870. Das Rautenstrauch-Joest-Museum hat eine spannende Sammlung an Gegenwartskunst der Aboriginies erhalten. Und das Museum für Ostasiatische Kunst wurde besonders großzügig beschenkt und mit über 600 späteren chinesischen Bronzen im Wert von 3,5 Millionen Euro beglückt. Auch die hier abgebildeten Barockgemälde fanden erst in der letzten Woche als geschenkte Dauerleihgaben den Weg ins Wallraf-Richartz-Museum.

FREUNDE vergrößern Barock-Sammlung

Die Anschaffung der neuen Ölgemälde ist den FREUNDEN zu verdanken, dem Förderverein von Wallraf-Richartz und Museum Ludwig. Der Verein erwarb die beiden Bilder aus der Kölner Kunstszene des frühen 17. Jahrhunderts als Dauerleihgaben für das Wallraf-Richartz-Museum. Dabei handelt es sich zum einen um ein Jagdstillleben von Christiaen Gillisz. van Couwenbergh aus der Zeit um 1645 und zum anderen um Gortzius Geldorps „Heilige Anna Selbdritt“ von 1604. Mit mehr als 6.000 Mitgliedern zählen die FREUNDE zu den größten Museumsförderern in Deutschland. Dank der hohen Mitgliederzahlen und des außerordentlichen Engagements ist der Verein in der Lage zu solchen großzügigen Geschenken. Mit den neuen Anschaffungen erweitert sich die Barock-Sammlung des Museums um zwei besondere Werke mit Köln Bezug.

Die Jagd & die Heiligen

Gleich im ersten Saal der Barockabteilung wird von nun an das großformatige „Vogelsteller mit Jagdstillleben“ von Christiaen Gillisz. van Couwenbergh hängen. Der niederländische Maler zählte zu den holländischen Caravaggisten und lebte für einige Jahre in Köln, wo er im Jahre 1667 auch verstarb. Das Werk entstand 1645 und kann als gemalte Enzyklopädie für Kenner der Vogeljagd bezeichnet werden. Der elegante Jäger in Blau wird von einem jungen Burschen und einem „Drentscher Hühnerhund“ begleitet. Außerdem sind allerlei Beutetiere und Jagdutensilien abgebildet. Die malerische Unordnung, die Couwenbergh hier präsentiert, verleiht dem großen Gemälde eine besondere Lebendigkeit und einen intensiven Ausdruck.

Der flämische Künstler Gortzius Geldorp, von dem das zweite Barockgemälde stammt, verbrachte ebenfalls einen Teil seines Lebens in Köln und auch er starb in der Domstadt. Sein Werk „Heilige Anna Selbdritt“ ist ein für ihn typisches Ölgemälde auf Holz. Es zeigt Großmutter, Mutter und Kind, seit dem Mittelalter war die Abbildung von Anna, Maria und Jesus ein beliebtes Motiv für die private Andacht. Vermutlich schmückte auch dieses Andachtsbild einmal die Hauskapelle eines Kölner Patriziers. Von nun an ist das Gemälde auf einem prominenten Platz im zweiten Saal der Barockabteilung des Wallraf-Richartz-Museums zu sehen.

E. Butt