Erstaunliches aus den Kölner Museen

Bild der 11. Woche - 16. März bis 22. März 2020

Lebensgroßes Holzpferd aus dem Hackeney'schen Hof, um 1500, Kölnisches Stadtmuseum (Foto © Rheinisches Bildarchiv Köln)

Auch in Zeiten, in denen scheinbar alles eine schlüssige Erklärung hat, können uns noch Dinge in Erstaunen versetzen. Wir haben uns in den Sammlungen der Kölner Museen umgesehen und sind auf Wunderbares gestoßen, auf Wunderliches und auf Objekte, die unglaubliche Geschichten erzählen. Folgen Sie uns diese Woche in das Kabinett der Wunder des Kölnischen Stadtmuseums.

Ein lebensgroßes Pferd aus Lindenholz. Seit 1958 schmückte es über Jahrzehnte - als imposanter Mittelpunkt einer Rittergruppe - die Dauerausstellung des Kölnischen Stadtmuseums im Zeughaus. Die Herkunft des wunderlichen Rosses jedoch lag lange Zeit im Dunkeln. Vermutlich stand es im Treppenhaus des Hackeney'schen Hofes am Neumarkt, der Kölner Residenz Maximilians I.

Gedacht als Präsent des Kaisers an seinen 1498 frisch in den Ritterstand erhobenen Rechenmeister Nicasius Hackeney, stammt es wohl aus der Zeit um 1500 und ist damit eines der ältesten, erhaltenen Rüstkammerpferde europaweit. Im repräsentativen Entrée des Hauses trug die Skulptur nicht nur einen Rossharnisch als Schutz des Vierbeiners für Kampf und Turniere, sondern auch die Rüstung des stolzen Ritters und Reiters selbst - in einer Art Geheimfach unterhalb der abnehmbaren oberen Körperhälfte des Tieres. 

 

R. Müller