Erstaunliches aus den Kölner Museen

Bild der 08. Woche - 24. Februar bis 1. März 2020

Diatret-Becher, 4. Jahrhundert, Römisch-Germanisches Museum Köln (Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln)

Auch in Zeiten, in denen scheinbar alles eine schlüssige Erklärung hat, können uns noch Dinge in Erstaunen versetzen. Wir haben uns in den Sammlungen der Kölner Museen umgesehen und sind auf Wunderbares gestoßen, auf Wunderliches und auf Objekte, die unglaubliche Geschichten erzählen. Folgen Sie uns diese Woche in das Kabinett der Wunder des Römisch-Germanischen Museums.

Kein Scherz. Am 1. April 1960 kommt bei Ausgrabungen in Köln-Braunsfeld ein wahres Wunderwerk ans Tageslicht: Auf dem Gelände eines ehemaligen römischen Gutshofes und der späteren Sidal-Putzmittelwerke entdecken Archäolog*innen mit dem Diatret-Becher ein erstaunliches Stück römischer Glaskunst.

Das dreifarbige Gefäß mit filligranem, durchbrochenem Glasnetz und der Ermunterung: "Trinke, lebe schön immerdar" gibt manches Rätsel auf. Bis heute ist man sich uneins, wie ein solches Glas, datiert auf das 4. Jahrhundert nach Christus, überhaupt hergestellt werden konnte. Diatrete aus dem Römischen Reich gibt es einige, aber nur sehr wenige sind so exzellent erhalten wie dieses. Der Wert eines solchen Einzelstücks ist nicht zu beziffern.

 

R. Müller