Erstaunliches aus den Kölner Museen

Bild der 01. Woche - 6. Januar bis 12. Januar 2020

Armreliquiar, vermutlich Hildesheim, 2. Hälfte 12. Jahrhundert, Museum Schnütgen (Foto: RBA Köln)

Auch in Zeiten, in denen scheinbar alles eine schlüssige Erklärung hat, können uns noch Dinge in Erstaunen versetzen. Wir haben uns in den Sammlungen der Kölner Museen umgesehen und sind auf Wunderbares gestoßen, auf Wunderliches und auf Objekte, die unglaubliche Geschichten erzählen. Folgen Sie uns diese Woche in das Kabinett der Wunder des Museum Schnütgen. 

Wer glaubt wird selig: So sind für Christenmenschen die Reliquien von Heiligen, will sagen ihre körperlichen Überbleibsel, unschätzbar bedeutsam. Aufbewahrt in prachtvollen Behältnissen, sogenannten Reliquiaren, sind sie oft die direkteste Verbindung zur höchsten Instanz, zu Gott. Die Heiligen werden zu Ansprechpartnern und Vermittlern in der Hoffnung auf ein irdisches Wunder. 

Mit dem geheimnissvollen Armreliquiar, von Alexander Schnütgen in den 1870/1880er-Jahren im norddeutschen Kunsthandel erworben, konnte - sozusagen stellvertretend für die Heiligen - im Rahmen einer feierlichen Aussetzung der Segen erteilt werden. Das, worauf es ankommt, die eigentlichen Reliquie, befindet sich im Handteller des eigentümlichen Behälters - hinter einem wertvollen Bergkristall.