Triebmobiliar

Bild der 43. Woche - 28. Oktober bis 3. November 2013

Wulstige Formen überziehen den Tisch und die Gegenstände wie eine unkontrollierbare Wucherung. Sie erinnern durch ihre gestreiften und gepunkteten Farbmuster an Lock- und Tarnfunktionen in der Natur. Das gleichmäßige Überziehen von Gegenständen und Personen mit Punkten versinnbildlicht das Aufheben von Grenzen zwischen der Umgebung und den Personen sowie zwischen den Menschen untereinander.

Seit ihrer Kindheit leidet die japanische Künstlerin Yayoi Kusama an Halluzinationen, geprägt durch Punkt- und Netzstrukturen. Bereits als junges Mädchen versuchte sie, diese in Zeichnungen zu verarbeiten. Nach und nach integrierte sie diese Muster in ihre Kunst, bis sie schließlich zu ihrem Markenzeichen wurden.

Yayoi Kusama wurde 1929 in Matsumoto (Japan) geboren. Nach dem zweiten Weltkrieg ging sie 1948 an die

Kyoto School of Arts and Crafts. Nachdem sie durch mehrere Ausstellungen in Japan bekannt geworden war, siedelte sie 1955 in die USA über. Ende der 1960er-Jahre war sie mit ihren Happenings Teil der Bürgerproteste gegen den Vietnamkrieg der USA sowie der Frauenbewegung. Von 1957 bis 1973 wohnte sie in New York. Seitdem sie 1973 nach Japan zurückkehrte, lebt und arbeitet Yayoi Kusama dort auf eigenen Wunsch bis heute in einer Psychatrischen Klinik. Im Jahre 1993 erfuhr ihr Werk große Reputation auf der 44. Biennale in Venedig.

A. von Tomaszewski