"Köln" auf hoher See

Bild der 34. Woche - 25. bis 31. August 2008

Fregatte Köln (IV), 1961 in Dienst gestellt Photographie, nach 1969 Kölnisches Stadtmuseum, Graphische Sammlung
Der "Rettungskutter" des Kreuzers Köln. Denkmal an das am 28.08.1914 gesunkene Schlachtschiff in der Eigelsteintorburg, Köln Aufnahme des Rheinischen Bildarchivs Köln

Im Juni 1900 gibt der damalige Direktor (des Kölnischen Stadtmuseums), Joseph Hansen, folgende Mitteilung an die Redaktion des Stadtanzeigers: "Historisches Museum in der Hahnentorburg. In dem Mittelsaal des ersten Stockwerks ist für einige Zeit eine größere Anzahl von Erinnerungen an die Anwesenheit der 1. Torpedobootsdivision in unserer Stadt ausgestellt. Die vorzüglich gelungenen photographischen Abbildungen, Denkmünzen, Bänder usw. bilden ein lebensvolles Andenken an den von unserer Bevölkerung so freudig aufgenommenen Besuch der schmucken Flotille." Womöglich markiert dies den Anfang einer bis heute andauernden Beziehung zwischen der Marine und ihrer zukünftigen Patin, der Stadt Köln. Der erste Kleine Kreuzer namens "Cöln" (I) erlebt in Anwesenheit des Kölner Oberbürgermeisters Max Wallraf und weiterer Stadtverordneter im Juni 1909 seinen Stapellauf in Kiel. Nach kurzer Fahrt in Friedenszeit fällt er am 28. August 1914 britischen Seestreitkräften zum Opfer. Als einziger von über 500 Besatzungsmitgliedern überlebt nur Adolf Neumann, der Oberheizer aus Köln. Das Wrack des Kutters, in dem er sich retten konnte, wurde später der Stadt Köln geschenkt und hängt, soeben frisch restauriert, im östlichen Turmgewölbe der Eigelsteinburg (s. Bild rechts). Auch dem zweiten Kreuzer "Cöln" (II) ist kein glückliches Schicksal beschieden: er wird bei Scapa Flow am 21. Juni 1919 wie die anderen Schiffe der deutschen Flotte von der eigenen Besatzung versenkt, damit sie nicht in Folge des Versailler Friedens feindlichen Mächten anheim fielen. "Der kleine Kreuzer Cöln (2) war nach der alten Tradition der kaiserlichen Marine und getreu dem Vorbild der ersten Cöln in Ehren untergegangen", erinnert sich Kapitänleutnant Johann Heinemann nicht ohne gewissen Stolz der damaligen Ereignisse. Der nächste Kreuzer "Köln" (III) übersteht den 2. Weltkrieg nicht: während einer Werftliegezeit in Wilhelmshaven zwecks notwendiger Reparaturarbeiten wird er im März 1945 durch feindliche Luftangriffe schwer getroffen und kurz vor der drohenden Besetzung der Stadt durch die Engländer von der Restbesatzung gesprengt. Nummer 4 endlich, ein neuer Schiffstyp, die Fregatte Köln (IV; unser Bild), die 1961 in Dienst gestellt wurde, überstand die gesamte Zeit bis 1982 zu ihrer Abschlussfahrt durchs Mittelmeer intakt. Die vorerst letzte Fregatte "Köln" (V) lief 1981 vom Stapel. Ihre Taufpatin war Marianne Burger, die Gattin des damaligen Oberbürgermeisters Norbert Burger. "Möge Schiff und Besatzung eine gleich glückhafte Zukunft beschieden sein wie ihrer Vorgängerin, der es vergönnt war, 21 Jahre für die Verteidigung unseres Friedens in Freiheit gewappnet zu sein, ohne in kriegerischer Auseinandersetzung gefordert zu werden", gab ihr der Kommandant der 4. "Köln", Fregattenkapitän Volker Hartmann, mit auf den Weg durch die sieben Weltmeere. (Und auch wir Kölner Landratten schließen uns an und wünschen unserer Fregatte allzeit Fahrt in friedlichen Gewässern!) Weitere Informationen zur Gedenkstätte finden Sie unter http://www.frk-koeln.de/Eigelstein/geschichte-eigelstein.htm und http://www.fregatte-koeln.de/coeln_kommt.htm

B. Alexander