Zipp zapp Zeppelin

Bild der 10. Woche - 6. März bis 12. März 2017

Postkarte zur Ankunft des Zeppelins in Köln am 4. August 1909, gelaufen 1909, Fotografie. Köln, Kölnisches Stadtmuseum, Inv.-Nr. G 1989/271 (Foto: RBA)

Zipp - zapp - Zeppelin,
in der Gondel, vorne drin,
steht der Graf von Zeppelin
ganz aufrecht vorne drin.
Aus der Gondel winken Leute,
unten winkt man froh zurück;
denn alle feieren heute
uns´res Grafen Meisterstück.

Auf den Dächern der Stadt standen die Bürger Kölns und jubelten „ihrem“ neuen Luftschiff zu, als es am 5. August 1909 zum ersten Mal über der Stadt zu sehen war. Einige Wochen zuvor hatte Kaiser Wilhelm II. der Stadt den Titel „Reichsluftschiffhafen Coeln“ verliehen. Und nun sollte Köln sein erstes Luftschiff bekommen, die „Z II“.

Graf Ferdinand von Zeppelin selbst, dessen 100. Todestag sich am 8. März 2017 jährt, steuerte das Schiff sicher vom Bodensee über Frankfurt nach Köln – bewundert von den Menschenmassen, die sich auf der gesamten Strecke nach Köln positioniert hatten, um dieses Großereignis mitzuerleben. Über Mülheim und Deutz, um den Kölner Dom flog der Zeppelin, und landete dann sicher vor der eigens für das Luftschiff errichteten Halle in Köln-Bickendorf.

Eine Ehre für die Stadt, doch auch für den Grafen – denn das freudige Ereignis fiel auf den Jahrestag des Zeppelin-Unglücks in Echterdingen, wo ein Luftschiff auf einer Testfahrt gestrandet und in Flammen aufgegangen war, was fast das vorzeitige Ende der Vision Zeppelins bedeutet hätte. Die Zeppelinspende des deutschen Volkes, eine weitreichende Spendenaktion, die über sechs Millionen Mark erbrachte, gab dem Grafen jedoch die Chance, seine Arbeit fortzusetzen. So war es möglich, dass an diesem Tag, ein Jahr nach dem Unglück, ein Zeppelin über Köln flog.

Die Freude war groß – ein spontaner Festzug durch die Stadt endete mit einem Empfang am Neumarkt, wo heute noch die Zeppelinstraße an den Grafen erinnert – genauso wie die Gedenkinschrift in der Herwarthstraße, wo Graf Zeppelin Quartier bezog. Hoch verehrt von seinen Zeitgenossen, sind dies nicht die einzigen Verweise, die auch hundert Jahren nach seinem Tod an den Visionär erinnern.

I. Braun