Kölner Porzellan

Bild der 8. Woche - 24. Februar bis 3. März 2003

Teile eines Kaffee-Service Deutz, J. W. Bruckmann Söhne, um 1840 Porzellan, vergoldet, Kaffeekanne Höhe: 27 cm; Milchkanne Höhe: 16 cm; Zuckerdose Höhe: 15 cm; Tasse Höhe: 6,8 cm; Untertasse Durchmesser: 15 cm Kölnisches Stadtmuseum KSM 1988/761

Dass in Köln im 19. Jahrhundert Porzellan produziert worden ist, ist keineswegs so selbstverständlich wie es zunächst klingen mag. Die großen Marken-Lexika verzeichnen meist nur die Fabrik von Engelbert Cremer in Nippes (1793 - 1847) und die Fabrik in Kalk (1875 - 1900). Doch schon 1783 bestand auf der Severinstraße eine Fayence-Manufaktur, in der auch Porzellan hergestellt wurde. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kamen noch zwei weitere Fayence-Manufakturen hinzu. In den 1830er Jahren entstand in Deutz die Porzellanfabrik Bruckmann, die auch stets in der Kölner Innenstadt eine Porzellan-Handlung betrieb. Die Fabrik war bis in die 1860er Jahre der größte Arbeitgeber in Deutz, musste allerdings 1890 schließen. Die Frage, ob man in Deutz hochwertiges Porzellan auch hergestellt oder lediglich "veredelt", also vergoldet oder bemalt habe, wird durch einen auf einigen Serviceteilen angebrachten Trockenstempel beantwortet: Die Firma J.W. Bruckmann Söhne verwendete als Marke die Initialen "JB". Diese Marke findet sich in keinem der einschlägigen Marken-Lexika, ist also auch keiner der in der Regel gut dokumentierten größeren Fabriken zuzurechnen. Und eben diese Marke befindet sich unter einigen Teilen eines 36-teiligen weißen, teilweise vergoldeten Kaffee-Services, welches 1988 als Geschenk an des Kölnische Stadtmuseum kam. Das Service befand sich vorher lange Zeit in Kölner Familienbesitz.

J. Rebentisch