Wir überarbeiten zur Zeit unser Online-Angebot. Daher pausiert das "Bild der Woche" aktuell.
Vielen Dank für Ihr Verständnis
Bild der 50. Woche - 11. Dezember bis 17. Dezember 2023
Edvard Munch, geboren am 12. Dezember 1863 in Loten, Norwegen, zählt zu den herausragenden Vertretern des Symbolismus und Expressionismus des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Sein Leben und Werk sind von großer emotionaler Intensität und persönlicher Dramatik geprägt. Auch in Köln lässt sich ein Bild von ihm finden.
Munchs künstlerische Laufbahn begann in den 1880er Jahren, als er an der Königlich Norwegischen Kunstakademie in Oslo studierte. Schon früh zeigte er eine Neigung zum Symbolismus und experimentierte mit den damals vorherrschenden Kunstströmungen. Der entscheidende Wendepunkt in seinem Schaffen kam in den 1890er Jahren, als er mit seinem Gemälde "Der Schrei" weltweite Aufmerksamkeit erregte. Das Werk, ein ikonischer Ausdruck von Angst und Verzweiflung, wurde zum Symbol des existentiellen Schmerzes.
Ganz anders wirkt hier Munchs großformatiges Bild Vier Mädchen auf der Brücke. Im Zentrum des Bildes sind vier Mädchen aufgestellt, die sich eng aneinander gedrängt haben und am pfeilartig in die Tiefe des Bildes gerichteten Geländer der Landungsbrücke lehnen. Die Brüstung scheint ihnen keinen rechten Halt zu geben, wodurch sie verloren wirken. Das dem Betrachter zugewandte Mädchen ist ohne Gesicht dargestellt und wirkt dadurch entindividualisiert. Der Weg, der in steiler Perspektive bis zum Ufer führt, wölbt sich an Land surreal in die Höhe und verliert dort seine Richtung. Sowohl der Weg als auch das Geländer nehmen die Farben der Mädchenkleider auf. Dadurch wird die naturalistische Sicht auf die Dinge aufgegeben. Der türkisfarbene Himmel und der blass leuchtende Mond sowie das abgründige Wasser, in dem sich dunkelviolett die Krone des großen Baumes widerspiegelt, verstärken den Eindruck einer irrealen und traumhaften Szenerie, in die sich die verloren wirkende Gruppe der Mädchen einfügt. Munch geht es um die Sichtbarmachung der Stimmungen und psychischen Befindlichkeiten dieser heranwachsenden jungen Frauen, die ihren Lebensweg noch nicht erkennen.
G. CzymmekA. Borggrefe