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Der Apfel und die Pfeife: Zum 125. Geburtstag von René Magritte

Bild der 47. Woche - 20. November bis 26. November 2023

Michals, Duane, René Magritte, 1965, Köln, Museum Ludwig, Sammlung Fotografie, Inv.-Nr. ML/F 1979/1662/III
Abzug 1975, Print, Gelatinesilberpapier 20,2 x 25,1 cm

Anlässlich des 125. Geburtstags des Künstlers René Magritte werfen wir einen Blick auf das faszinierende Leben und Werk dieses außergewöhnlichen Surrealisten.

Magritte wurde am 21. November 1898 im belgischen Lessines als Sohn eines Schneiders geboren. Schon früh entdeckte er seine Leidenschaft für die Kunst und studierte von 1916 bis 1918 an der Akademie der Schönen Künste in Brüssel.

1922 heiratete Magritte sein Modell Georgette Berger, die ihm bis zu seinem Tod treu blieb. Das Paar zog 1930 nach Brüssel, wo Magritte das Esszimmer ihrer Wohnung in ein Atelier verwandelte. Fast 800 Gemälde, die Hälfte seines beeindruckenden Oeuvres, entstanden in diesem Raum. Magrittes Esszimmer wurde auch zum Treffpunkt der belgischen Surrealisten-Gruppe, die sich samstags traf, um über Kunst zu sprechen und gemeinsam den Bildern des Malers geheimnisvolle Titel zu geben.

Magrittes nahezu fotorealistische Gemälde streben vor allem eines an: Rätselhaftigkeit. Der Künstler selbst äußerte einmal, dass wir tatsächlich nichts über das wüssten, was seine Bilder darstellen. Für denjenigen, dem die Welt kein Geheimnis birgt, gäbe es in seinen Werken nichts zu entdecken. Stattdessen schaffen seine Gemälde Welten, die nach der Logik von Träumen funktionieren.
Ein herausragendes Beispiel für Magrittes raffinierte Kunst ist das Gemälde »Der Verrat der Bilder« von 1929, das eine Pfeife zeigt, unter der die berühmte Bemerkung steht: »Ceci n’est pas une pipe« (Dies ist keine Pfeife). Dieses Werk wird zu einer Ikone der surrealistischen Malerei und stellt die banale, aber oft übersehene Vorstellung in Frage, dass das Bild mit dem dargestellten Gegenstand identisch ist. Für Magritte ist die Beschriftung ein Akt der Wahrheit, der verdeutlicht, dass das Gemalte und das Dargestellte nicht zwangsläufig übereinstimmen.

Magrittes Werk kreist immer wieder um Täuschung und Illusion, um den Betrachterinnen und Betrachter zum Nachdenken anzuregen. Die neue Malweise fand nicht nur bei Künstlerkollegen, sondern auch bei Sammlern Anklang, so dass er von seiner dekorativen Kunst gut leben konnte.

René Magritte starb 1967, doch sein Vermächtnis lebt in der faszinierenden Welt der surrealistischen Malerei weiter.

A. Borggrefe