Ein Stuhl für den Pool

Bild der 33. Woche - 19. August bis 25. August 2019

Eero Aarnio „Tomato Chair”, 1971. MAKK - Museum für Angewandte Kunst Köln (Foto: © DetlefSchumacher.com)

Ausstellungsansicht „Kunst + Design im Dialog“. MAKK - Museum für Angewandte Kunst Köln © DetlefSchumacher.com

Der Tomatensessel ist die Antwort des finnischen Designers Eero Aarnio (geb. 1932) auf eine etwas abwegige sommerliche Frage: Wie lässt sich ein schwimmendes Möbelstück für den Pool kreieren?. Seine Antwort: "Ich stellte fest, dass der Pastil Chair schwimmt und leicht eine Person trägt, die in ihm sitzt. Aber es ist sehr wackelig. Wenn es drei Elemente gäbe wie zum Beispiel zwei große Armlehnen und die Rückenlehne wäre der Sessel 'stabil'. Und so wurde die Idee des Tomato Chairs geboren. Der Name reflektiert sein Aussehen. Wenn man von vorne gegen den Sessel blickt sieht man zwei runde Formen oder auch zwei Kreise wie in dem Wort tOmatO."

Der Sessel mit seiner Kombination aus Kugeln ist mehr als ein Möbelstück, es ist fast eine Skulptur. Daher passt das Exponat wunderbar in die am letzten Wochenende neu eröffnete Designausstellung im MAKK - Museum für Angewandte Kunst Köln. Zur Feier lud das Museum zusammen mit dem Museumsdienst Köln bei freiem Eintritt und kostenlosem Workshop- und Führungsprogramm dazu ein, das Kölner Designmuseum neu- und wiederzuentdecken. Denn das lohnt sich durchaus: Das MAKK besitzt eine der qualitätsvollsten und größten Designsammlungen Europas. Fast alle bedeutenden Designerinnen und Designer sind mit repräsentativen Arbeiten vertreten. 2005 wurde die Sammlung durch eine umfangreiche Stiftung hochkarätiger Werke der Angewandten und Bildenden Kunst von Prof. Dr. Richard G. Winkler erweitert.

Das Konzept der Dauerausstellung „Kunst + Design im Dialog“ blieb erhalten, genießt es doch nach wie vor Alleinstellung in ganz Europa – Design wird nicht isoliert, sondern in Dialog mit Werken der Bildenden Kunst ausgestellt. Nicht nur der Tomato Chair ist nun neu hinzu gekommen, sondern im Zuge der Wiedereröffnung wurde die Auswahl der Exponate grundlegend überarbeitet. Mit rund 500 Exponaten bietet die Dauerausstellung nunmehr einen repräsentativen Ausschnitt der bedeutenden Museumssammlung. Zu den neuen Exponaten gehören Liebhaberobjekte von Ron Arad und Verner Panton oder Vasen von Marcel Wanders, amerikanisches Art  und Bauhaus-Keramik. 

M. Hamann