Rheinblick

Bild der 04. Woche - 26. Januar bis 1. Februar 2015

Friedrich August Mottu (1786-1828): Das Rheintal von der Mündung der Nahe bis zur Mündung der Mosel, nicht datiert. Kolorierte Lithographie, H 44, B 35 cm, Inv.Nr. RM 1928/542, Graphische Sammlung G 4730 b (Foto: RBA)

"Es gibt gewisse Ideen, bey welchen man, wie bey glücklichen Erfindungen, sich verwundern muß, daß nicht schon längst jemand darauf gekommen ist" - dergestalt euphorisch huldigte am 28. Oktober 1822 der Rezensent im "Kunstbaltt" Nr. 86 dem ersten, uns bekannten Rheinpanorama von Elisabeth von Adlerflycht (1779-1846).

Es war erstaunlicherweise eine Frau, die sich mit kartographischer Exaktheit dem Rheinausschnitt von Bingen bis Koblenz widmete und die zeichnerische Vorlage zu einer panoramatischen Schrägaufsicht schuf, die dann von dem Geographen und Kartenzeichner Heinrich Keller (1778-1862) in die Lithographie umgesetzt wurde, nach welcher Friedrich August Mottu (1786-1828) die vorliegende, vereinfachte Fassung kopierte.

Die Wahl der Rheinstrecke zwischen Nahe und Mosel bietet mit ihrer Dichte an Burgen und Sehenswürdigkeiten den Inbegriff der wildromantischen Rheinlandschaft, die schon im 19. Jahrhundert jährlich weit über 30.000 Besucher anzog, und Karl Simrock zu der Bemerkung veranlaßte, "daß zwischen Mainz und Köln kaum ein Haus, kaum ein Baum gefunden wird, der nicht schon eine Feder oder einen Grabstichel in Bewegung gesetzt hätte"

B. Alexander