Museum im Herzen der Stadt

Bild der 32. Woche - 12. Juli bis 18. August 2013

Blick in das Historische Museum in der Hahnentorburg, 1929.
Blick in das Historische Museum in der Hahnentorburg, vor 1945.

„Indem wir unsere Mitbürger zu recht fleißigem Besuche freundlichst einladen, bitten wir wiederholt, die in ihrem Besitz befindlichen historischen Kunstwerke sei es als Eigenthum, sei es leihweise, gefälligst überlassen zu wollen.“ Mit dieser freundlichen Aufforderung warb das Kuratorium für das neugegründete Historische Museum der Stadt Köln, dem Vorläufer des heutigen Kölnischen Stadtmuseums, bei der Bevölkerung um Interesse und Bereicherung der Sammlungen. Das Museum war im August 1888 in der Hahnentorburg eröffnet und mit Waffen, Rüstungen, Zeichnungen und Plänen, Porträts, Münzen und Medaillen, Fahnen, Maßen und Gewichten, Globen und – wenn nicht ästhetischer so doch kurioser Höhepunkt – dem Bild des größten kölnischen Ochsen bestückt worden. Am ersten Sonntag nach der Eröffnung waren bereits 250 Besucher zu verzeichnen und wenn auch das anfängliche Interesse etwas nachließ, musste doch alsbald für Sonn- und Feiertage wie auch mittwochs ein ‚Hilfs-Aufseher’ (wozu jeder zuverlässige Feuerwehrmann oder Nachwächter geeignet wäre) eingestellt werden, dessen Besoldung aus Eintrittsgeldern finanziert werden sollte. Nachdem der erste Direktor des Museums, Arthur Pabst (1852-1896), der gleichzeitig auch das kurz vorher eröffnete Kunstgewerbemuseum leitete, krankheitshalber aus dem Dienst schied, übernahm 1894 der Archivar Joseph Hansen (1862-1943) die Leitung. Er sollte sie bis 1924 innehaben und ist damit bis heute dienstältester aller Direktoren, die das heutige Kölnische Stadtmuseum je hatte. Bereits 1898 wird die Torburg zu klein und Hansen beantragt eine weitere: die Eigelstein- erhält den Vorzug vor der Severinstorburg. Nicht wegen der Größe – die Eigelsteintorburg bietet ‚6 mäßig große Räume’, die Severinstorburg ‚3 große Säle’. Ausschlag gibt zuletzt die Lage. Vom Hahnentor am Rudolfplatz über den Friesenplatz und dem am Gereonskloster gelegenen Archiv, war es nur noch ein Katzensprung zum Eigelsteintor am Ebertplatz und so für den Direktor ein schöner Spaziergang, seine sämtlichen Domizile zu inspizieren. Am 1. Oktober 1902 ist es soweit, die Dependance in der Eigelsteintorburg wird eröffnet. Die Sammlungen werden fortan folgendermaßen aufgeteilt: städtische Denkmäler, Waffen, Münzen, Medaillen und Originalinterieurs aus der reichsstädtischen Zeit vor 1794 in der Hahnentorburg - Modelle, Porträts, Vereinswesen und das Köln des 19. Jahrhunderts in der Eigelsteintorburg. Doch damit nicht genug – Hansens eigentlich Herzensangelegenheit ist die Integration sämtlicher für die Geschichtsforschung relevanter Institutionen an einem Ort: „An das Zeughaus schließt sich nach Westen ein ziemlich geräumiges, langgestrecktes aber wenig tiefes Terrain bis zum Berlich hin an (…)“, was „an der Stelle der bisherigen Hauptwache die bequeme Möglichkeit zu einem Erweiterungsbau“ böte. Das Stadtmuseum zog 1956/58 ins Zeughaus, laut Ratsbeschlüssen aus dem Jahr 1991 sollte das Grundstück neben der ‚Alten Wache’ für einen Erweiterungsbau erworben werden, was 2005 geschah. Ein Anbau jedoch ist auch ein Jahrhundert nach Hansens Plänen immer noch Vision. Dieses Objekt in www.kulturelles-erbe-koeln.de

B. Alexander