Blut Christi

Bild der 24. Woche - 10. bis 16. Juni 2013

Maerten van Heemskerck, Grablegung, Ende der 30er Jahre des 16. Jhs., Eichenholz, 140,5 x 132 cm, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, WRM. 0586.

Vom 5. bis zum 9. Juni 2013 fand in Köln der Eucharistische Kongress statt. Dies hatten einige der Kölner Museen zum Anlass genommen, zum Kontext passende Werke, Texte und Führungen zusammenzustellen und so ein begleitendes Kulturprogramm anzubieten. Im Wallraf gab es einen mit passenden Texten ausgestatteten Rundgang mit dem Titel: "Corpus Christi. Der HERRliche Leib in Bildern aus 700 Jahren Kunstgeschichte". Der Eucharistische Kongress ist nun beendet und der Rundgang nicht mehr zu sehen. An dieser Stelle soll jedoch noch mehrmals das Thema zu Wort kommen. Blut Christi Bis auf die "klassischen" Wundmale an Händen, Füßen, Seite und Kopf ist dieser Christus ohne Verletzungen dargestellt. Die beteiligten Personen – allen voran der Lieblingsjünger Johannes – scheinen kurz in Trauer innezuhalten, bevor sie den Leichnam in das Grab legen. Überhaupt erscheint die ganze Situation wie ein Innehalten: Am unteren Bildrand steht ein gläserner Kelch mit dem Blut(?) Christi kurz davor umzukippen und sich über die Erde zu ergießen. Indem der Maler jedem Betrachter des Bildes - durch alle Jahrhunderte - das Kippen des Kelches vor Augen stellt, wird das Vergießen des Blutes Christi zu einem andauernden Ereignis: Tut dies zu meinem Gedächtnis. Dieses Bild bei www.kulturelles-erbe-koeln.de: http://www.kulturelles-erbe-koeln.de/documents/obj/05011189

T. Nagel