Am Ende?

Bild der 21. Woche - 20. bis 26. Mai 2013

Lovis Corinth, Kreuzabnahme, 1895, Öl auf Leinwand, 95 x 120 cm, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Dep. 355.

Vom 5. bis zum 9. Juni 2013 findet in Köln der Eucharistische Kongress statt. Dies haben einige der Kölner Museen zum Anlass genommen, zum Kontext passende Werke, Texte und Führungen zusammenzustellen und so ein begleitendes Kulturprogramm anzubieten (s. auch hier). Im Wallraf wird es einen mit passenden Texten ausgestatteten Rundgang geben mit dem Titel: "Corpus Christi. Der HERRliche Leib in Bildern aus 700 Jahren Kunstgeschichte". An dieser Stelle sollen einige dieser Texte und Werke im Vorhinein vorgestellt werden. Am Ende? Lovis Corinth (1858-1925) zeigt uns den Leichnam des Gekreuzigten in einer Unmittelbarkeit, die fast schon bedrohlich wirkt: Die Arme wie zu einer Umarmung ausgebreitet, die Hände vom Todeskampf krallenartig starr scheint Christus im nächsten Augenblick auf den Betrachter zuzufallen. Und noch einmal steigert der Maler die Körperlichkeit: Die verzweifelte Maria Magdalena wirft sich mit entblößter Brust dem Gekreuzigten entgegen. Auch die Gesten und Gesichtsausdrücke der weiteren Personen zeugen von Verzweiflung. Dies ist der Moment, an dem der irdische Weg Jesu an sein absolutes Ende gekommen ist. Die Sonne scheint im Hintergrund ein für allemal unterzugehen. Menschliches Hoffen und Tun führt nun nicht mehr weiter. Der Maler provoziert hiermit die Frage an den Betrachter: Wie stehst Du zu diesem Tiefpunkt des Lebens Jesu? Wird es einen neuen Tag geben? Glaubst Du an die Auferstehung? Weitere informationen zu diesem Gemälde finden Sie im BdW 45/2002. Dieses Bild bei www.kulturelles-erbe-koeln.de.

T. Nagel