Lamm Gottes

Bild der 20. Woche - 13. bis 19. Mai 2013

Rembrandt, Christus an der Geißelsäule, um 1646, Öl auf Eichenholz, 34 x 25,8 cm, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, WRM 2528, dieses Bild bei www.kulturelles-erbe-koeln.de

Vom 5. bis zum 9. Juni 2013 findet in Köln der Eucharistische Kongress statt. Dies haben einige der Kölner Museen zum Anlass genommen, zum Kontext passende Werke, Texte und Führungen zusammenzustellen und so ein begleitendes Kulturprogramm anzubieten (s. auch hier). Im Wallraf wird es einen mit passenden Texten ausgestatteten Rundgang geben mit dem Titel: "Corpus Christi. Der HERRliche Leib in Bildern aus 700 Jahren Kunstgeschichte". An dieser Stelle sollen einige dieser Texte und Werke im Vorhinein vorgestellt werden. Lamm Gottes Im Gegensatz zu den meisten Darstellungen der Geißelung Christi zeigt Rembrandt auf diesem, um 1646 entstandenen Gemälde den Moment VOR dem eigentlichen Geschehen. Der Körper Christi trägt noch keine Wunden, es ist noch keiner der Schergen zu sehen. Durch die düstere Umgebung verstärkt, ist dies ist ein Moment besonderer Einsamkeit und zugleich eine besondere Form des „Ecce homo“. Hier präsentiert nicht Pilatus den Gegeißelten dem Volk, sondern Rembrandt zeigt den einsamen und verlassenen Christus dem Betrachter. Es ist der reine, lichte Christus, der Schuldlose, der in sich versunken auf das Leiden wartet. Mit der Farbe des Körpers Christi erinnert Rembrandt ganz bewusst an das Lamm und an die Eucharistie.

T. Nagel