Zum Jahr der Ratte

Bild der 4. Woche - 28. Januar bis 3. Februar 2008

Origami-Ratte mit Goldschuh, 3 x 8,5 cm (Ratte), 1,5 x 2 cm (Goldschuh) Aufnahme vor dem Museum für Ostasiatische Kunst, Köln
Origami-Ratte mit Goldschuh, 17,5 x 50 cm (Ratte), 13 x 14,5 cm (Goldschuh) Aufnahme vor dem Museum für Ostasiatische Kunst, Köln

Als Buddha diese Welt verließ, so besagt eine der vielen Legenden rund um die chinesischen Tierkreiszeichen, da rief er alle Tiere zusammen, um sie zu sprechen. Doch nur wenige folgten diesem Ruf, zwölf an der Zahl. Unter ihnen war der Büffel der Erste, der sich Buddha zuwandte. Doch auch die Ratte hatte den Ruf schon früh vernommen und eilte zu Buddha. Als sie aber den großen Büffel sah, verzweifelte sie, weil sie mit seinen langen Schritten nie würde mithalten können und sie wäre doch so gerne die Erste gewesen! In ihrem Elend fasste sie allen Mut zusammen, sprang auf den Schwanz des Büffels und hüpfte ihm auf den Rücken. So gelangte sie entspannt und bequem zu Buddha. Kurz vor der Ankunft wagte sie sich neugierig auf den Kopf des Büffels vor und setzte sich zwischen den beiden Ohren, um Seine Heiligkeit zu sehen. Schließlich sprang sie voll ungeduldiger Erwartung auf die Nase des Büffels und lief vorwitzig allen anderen Tieren voran auf Buddha zu. So kam es, dass die Ratte bis heute die Folge der chinesischen Tierkreiszeichen anführt. Es ist also kein Wunder, daß die Chinesen die Ratte hoch schätzen wegen ihres Mutes, ihrer Intelligenz und ihrer Ausdauer. Noch im größten Elend gibt sie nicht auf, sondern schafft es mit einem unbändigen Willen wieder nach oben. Die Ratte gilt als anpassungsfähig, strebsam und ehrgeizig, daher sind Ratten auch sehr beliebt als Partner. Dicke Ratten, die uns im Westen eher Schauer über den Rücken jagen, gelten als Symbol des Wohlstandes. Die Ratte wird im ostasiatischen Raum mit Geld gleichgesetzt, ähnlich wie die Kröte, die auch als Bringer von Reichtum gilt. Im Volksmund heißt es, wenn die Ratte knabbere, so zähle sie Geld. Der "Goldschuh" bzw. das Goldstück ist die Nachbildung eines Goldbarrens. Diese Art von kleinen Geschenken sind im heutigen China um Neujahr herum sehr beliebt, weil sie Glück und v. a. Geld bringen sollen. Wenn man in Geschäfte geht, dann findet man sie dort oft an den Tresen, Kassen oder auf den Hausaltären stehen. Es gibt sie als Süßigkeiten, aber auch aus Plastik oder sonstigen Materialien, auch aus echtem Gold. über die genannte Symbolik hinaus hat die Ratte auch Verwandlungskräfte. Ähnlich wie der Fuchs, der sich nach chinesischem Verständnis in eine schöne Frau oder einen Mönch verwandeln kann, kann auch die Ratte Menschengestalt annehmen, aber die eines Mannes, der mit seinem Charme betört und großen persönlichen Erfolg in dieser Gestalt erringen kann. Logisch, dass das Ratten-Jahr als eines des Neubeginns und des Aufbruchs betrachtet wird. Der Einfallsreichtum und die kreative, beständige Kraft der Ratte strahlen in einem solchen Jahr auf alle Tierkreiszeichen aus. Sie regen die Schaffenskraft des Menschen an und es heißt, viele fänden in Ratten-Jahren „ihre“ große Idee. Der Einfluss der Ratte macht uns nach chinesischem Verständnis offen für Veränderungen und öffnet neue Horizonte. In diesem Sinne hoffen wir für Sie auf ein erfolgreiches und visionäres Jahr 2008.

C. Grötzebach