Jime Dine, Vergrnügungspalette

Bild der 13. Woche - 11. bis 17. April 2005

Jim Dine - Vergnügungspalette, 1969, Acryl, Plexiglas, Papier auf Leinwand, 152 x 102 cm, Museum Ludwig ML 1022

Mit der Darstellung einer bunten Palette macht der zum Kreis der Pop Art zugerechnete Jim Dine zunächst die reine Freude des Malens zum Bildgegenstand. Links vom Daumenloch hat er ein fleischfarbenes Herz ausgespart. Oben scheint die Palette durch die Andeutung eines von Wolken durchzogenen Himmels einen Blick nach außen freizugeben. Dine hat die Palette von ihrer Funktion befreit und konfrontiert uns mit den verschiedenen Sichtebenen des Bildes. Man fragt sich: Befinden sich die aufgetragenen Farben auf einer Palette oder auf einem Bild? Sind diese Farben die Farben selber oder deren Darstellung? Oder sind sie gar Ideen bzw. Metaphern für zukünftige Bilder, die noch nicht gemalt sind? Psychologische Momente spielen auch eine Rolle: Die Palettenform hat beispielsweise unterschwellig eine weiblich-sexuelle Note. Wie dem auch sei, zeigen die malerische Beschaffenheit und die surrealen Elemente, wie weit sich Dine von der unpersönlichen Ausführung und Anonymität des Pop Art-Vokabulars entfernt hat.

A. Fischer