"Leben" und "Blume"

Bild der 13. Woche - 31. März bis 7. April 2003

Ikenobo - Nageire - arrangiert von Britta Herr; Ikebana-Ausstellung "Lichtspiele der Natur" im Museum für Ostasiatische Kunst Köln, 03.-05.Mai 2002; Foto: Sabrina Walz

Nach den Schrecken des Krieges und den täglichen Bildern des Grauens wenden wir uns im Bild der Woche einen Augenblick einem anderen, gegenteiligen Thema zu: "Leben" und "Blume" Ikebana - die Kunst des Blumensteckens Mit Ikebana bezeichnet man die Kunst des Arrangierens verschiedener Blumen und Zweige in Vasen und Schalen jeglicher Form. Die beiden Schriftzeichen für Ikebana bedeuten "Leben" und "Blume". Daneben gibt es auch den Begriff Kadô ("Blumenweg"). Einer der ersten großen Lehrer war Ikenobô Sen´ô (1483-1543), der Ikebana umschrieb als das Bemühen, die Atmosphäre der Blumen in Feld und Wald und am Teichufer unmittelbar erfahrbar zu machen. Dazu werden im allgemeinen drei verschiedene Grundelemente miteinander kombiniert, bei deren Gestaltung sich der Mensch als eins mit der Natur und dem Kosmos wahrnehmen soll. Als Material dienen zum Beispiel große Kirsch- oder Kiefernzweige, Iris, Chrysanthemen, Gräser, verschiedene Gemüse, in jüngerer Zeit Naturfundstücke wie verwittertes Holz und in jüngster Zeit auch Stücke industrieller Herkunft. Die Grundkomponenten werden in eine hohe, mittlere und untere Ebene eingeteilt, für die seit dem 19. Jahrhundert die Bezeichnung "Himmel, Mensch und Erde" am gebräuchlichsten ist. Dazu können je nach Schule beliebig viele Begleitpflanzen kommen. Während das Ikebana über Jahrhunderte hauptsächlich von Männern aus den vornehmen Kreisen ausgeübt wurde, hat sich das Bild in der heutigen Zeit gewandelt. Nun sind es meist Frauen, die sich in dieser alten Kunst üben.

J. Altmann