Zum Georgstag

Bild der 17. Woche - 23. April bis 29. April 2018

Hans Sueß von Kulmbach: Heiliger Georg, um 1510. Tannenholz, 56,7 x 43 cm. Köln, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Gemäldesammlung, Inv.-Nr. WRM 3600 (Foto: RBA)

1984 fand dieses Tafelgemälde Eingang in die Sammlung des Wallraf-Richartz-Museums. Sie wird Hans Sueß von Kulmbach zugeschrieben, (*um 1480 in Kulmbach; † um 1522 in Nürnberg), der lange Jahre Mitarbeiter in Albrecht Dürers Werkstatt in Nürnberg war, wo das Werk um 1510 auch entstand. 

Ein Erzbischof als Verehrer

Der heilige Georg gilt als Schutzpatron der Ritter und als einer der 14 Nothelfer. Er war selbst Ritter und lebte im 3. Jahrhundert in Kappadokien. Sein Martyrium erlitt er zu Beginn der Christenverfolgung unter dem römischen Kaiser Diokletian. Wer sich in Köln etwas auskennt, der weiß, dass der Ritterheilige auch hier vertreten ist. Dafür müssen wir dem heiligen Anno II. von Köln danken. Der war von 1056 bis zu seinem Tod 1075, also vor bald 1000 Jahren, Kölner Erzbischof. Seine Verehrung für den antiken Helden brachte er vermutlich aus Bamberg mit. Anno war dort zunächst Domschüler und dann Kanonikus, unterrichtete schließlich selbst an der Domschule. Der Bamberger Dom hat ein Georgspatrozinium, und es steht zu vermuten, dass Anno den Kult aus dem fränkischen Bischofssitz an den Rhein brachte.

1059 lässt Anno eine dreischiffige Säulenbasilika mit Querbau vor den damaligen Stadtmauern erbauen - sie wird dem heiligen Georg geweiht. Heute liegt sie in der Innenstadt an der Georgsstraße. Auch das Benediktinerkloster St. Michael in Siegburg war eine Gründung Annos, und auch hier finden wir die Georgsverehrung. So etwa im Siegburger Benignus-Schrein, der neben Georg auch Anno zeigt. Auch in St. Aposteln in Köln findet sich Georg am südwestlichen Vierungspfeiler. Nicht zuletzt können wir den Heiligen auch im Nordfenster des Kölner Doms bestaunen.

Georg der Drachentöter

Alle diese Darstellungen von Georg beruhen auf ein und derselben Geschichte: Georg als Drachentöter. Ein Drache fordert von der Bevölkerung ein Opfer, und diese bringt ihm eine Jungfrau dar. Der Ritter Georg errettet sie aus Todesgefahr und tötet das Untier. In der christlichen Ikonographie symbolisiert der Drachenkampf den Kampf des Guten gegen das Böse, Georg wird zum gerechten Ritter.

In den Darstellungen sehen wir meist auch den Drachen, mitunter verkürzt, wie bei Hans Sueß, auf Kopf oder Schweif. Der heilige Georg steht in seiner ritterlichen Rüstung über dem Drachen, die tödliche Lanze in der Hand. Das Banner mit rotem Kreuz auf weißem Grund ist ebenfalls ein typisches Erkennungsmerkmal des Heiligen. Oft wird der Ritter auch zu Pferde dargestellt. In der Malerei von Hans Suess von Kulmbach finden wir außerdem am linken unteren Bildrand einen goldenen Schwertknauf herausragen. Auch das Schewtrt findet sich in Köln: Es wurde über JAhrhunderte hinweg als Reliquie in St. Georg verehrt und zählt heute zu den Hauptwerken im Museum Schnütgen. 

Wenn Sie durch Köln laufen, halten sie die Augen offen. Vielleicht finden Sie ja auch den heiligen Georg in Köln und Umgebung ...

D. Felthaus