Bilder einer Ausstellung

Bild der 26. Woche - 27. Juni bis 3. Juli 2005

Verschiedene Blicke in den Aufbau der Ausstellung Ansichten Christi

Ende dieser Woche, genauer am 1. Juli, beginnt im Wallraf-Richartz-Museum – Fondation Corboud eine Ausstellung, die mit Spannung erwartet wird: Ansichten Christi, Das Christusbild von der Spätantike bis ins 20.Jahrhundert. Aus aller Welt werden Werke der prominentesten Meister (von Frühchristlicher Kunst über das Mandylion aus Genua und eine Kopie des Grabtuches von Turin bis Beuys und Warhol, von Fra Angelico über Michelangelo und Leonardo bis Corinth, Picasso und Beckmann) ihre Sichtweise des Christusbildes zeigen. Aus diesem Grund werden an dieser Stelle in den nächsten Wochen einzelne Aspekte der Ausstellung vorgestellt, die einen erweiterten Einblick erlauben: So z. B. bei der Ausstellungsvorbereitung neu gewonnene z. T. sensationelle Erkenntnisse zu einzelnen Werken, eine Zusammenschau der fünf Mönchs-Maler in der Ausstellung, einzelne bisher nicht dokumentierte Aspekte der Ausstellungskonzeption, u.a.m. Zur Zeit gewinnt die Ausstellung an Kontur: Die Räume sind vorbereitet, d.h. sie haben einen Anstrich bekommen, der entsprechend der Konzeption sowohl „alte Kunst“ als auch „Moderne“ zu besonderer Geltung verhelfen soll. In den sieben Säle sind die Überschriften des zum jeweiligen Saal gehörenden Themas angebracht. Nun treffen in regelmäßigen Abständen die entsprechend sicher verpackten Kunstwerke aus aller Welt ein, aus New York und Rom, aus London und Madrid, aus Moskau und Berlin, aus Sevilla, München, Bonn, Köln, usw. Einige wurden Polizeischutz unterstellt, andere dürfen nur mit über GPS zu ortenden LKWs transportiert werden. Viele der Werke werden von Kurieren begleitet, die über den Transport, das Entpacken und das Aufstellen in der Ausstellung wachen. Nach dem öffnen der Kiste und dem vorsichtigen Herausholen der Objekte werden von Restauratoren detaillierte Zustandsprotokolle erstellt und mit den Protokollen vor der Abreise verglichen. Ist alles in Ordnung, kann nach den festgelegten Plänen das Werk gehängt oder an seinem Bestimmungsort aufgestellt werden. Dies ist nicht immer unproblematisch: Einige Werke müssen in Vitrinen positioniert werden, anderen – etwa eine Christusbüste von Bernini – sind so schwer, daß man sie nur mit einem Kran versetzten kann. Die frühchristlichen Grabplatten müssen an vorgefertigten Metallaufhängungen vorsichtig montiert werden. Neben den klangvollen Namen kann diese Ausstellung auch mit weiteren Superlativen glänzen: Die größte Vitrine hat die Maße 4,7 m x 1,2 m, das älteste Werk ist 1600 Jahre alt und das teuerste Werk ist mit 25 Millionen Euro versichert. Voller Spannung warten die Veranstalter darauf, daß kurz vor der Eröffnung das letzte Werk eintrifft und gehängt werden kann.

T. Nagel