Direktor und Generaldirektor

Bild der 04. Woche - 25. Januar bis 31. Januar 2016

Porträt Prof. Dr. Gert van der Osten, Generaldirektor der Kölner Museen 1960 bis 1976 (Foto: RBA)

In dieser kleinen Serie soll ein Blick auf die Direktoren des Wallraf geworfen werden. Sie leiteten das Museum in den verschiedenen Epochen, mehrfach zur Zeit der Suche nach einer neuen Heimat, in den Wirren des Krieges und zur Zeit, als ein wichtiger Bestandteil der Sammlung an das neu gegründetet Museum Ludwig abgegeben werden musste. In diesem Bild der Woche wenden wir uns dem 11. Direktor zu, ....

Gert van der Osten wurde 1910 bei Hamburg geboren, das Studium schloss er 1933 mit der Dissertation zum Thema "Schmerzensmann" ab. Unterbrochen vom Militärdienst arbeitete von der Osten bis 1960 im Wesentlichen in Hannover, wo er ab 1954 die Städtische Galerie leitete.

1960 wird van der Osten zum Generaldirektor der Kölner Museen gewählt, sein Arbeitsschwerpunkt ist dabei die Leitung des Wallraf, diese Position hatte er bis zur Erreichung des Altersgrenze 1975 inne. Ein großes Anliegen war von der Osten die Erschließung der Sammlungen für eine breite Öffentlichkeit, eine Aufgabe, die dem 1965 ins Leben gerufenen Außenreferat der Museen, dem heutigen Museumsdienst Köln, erfolgreich übertragen wurde. Der zeitgenössischen Kunst gab von der Osten einen breiten Raum, er holte 1968 die Sammlung Ludwig zunächst als Leihgabe ins Haus und legte damit den Grundstein zur späteren Schenkung und zur Gründung des Museums Ludwig.

Schon zu Beginn seiner Amtszeit wirkte er auf einen Neubau des Museums hin, da das Gebäude an der Rechtschule weder von der Größe noch von der technischen Ausstattung den Erfordernissen der Zeit entsprach. Aber erst 1976 beschloss der Rat der Stadt Köln mit der Annahme der Schenkung des Ehepaars Ludwig die Errichtung eines Neubaus am Dom, der 1986 als Doppelmuseum eröffnet wurde.

Von Beginn seiner Tätigkeit in Köln erweiterte van der Osten die Bestände des Museums durch Ankäufe wie die Wehrdener Kreuzigung, Manets "Spargelstillleben", Klees "Haupt- und Nebenwege" oder Max Ernsts "Rendezvous der Freunde". Daneben trat er mit Ausstellungen hervor: 1964 zu Max Ernst, 1969 zur Sammlung Ludwig. Zusammen mit dem damaligen Kulturdezernenten Kurt Hackenberg zeichnet von der Osten als Generaldirektor für mehrere Museumsneubauten verantwortlich: das Römisch-Germanische Museum, das Museum für Ostasiatische Kunst und die Kunsthalle am Neumarkt.

Neben der Museumstätigkeit war die wissenschaftliche Forschung und Lehre immer ein Arbeitsschwerpunkt van der Ostens. 1944 habilitierte er sich neben seiner Tätigkeit in Berlin mit einer Arbeit über den Manierismus und lehrte an verschiedenen Universitäten. Ein Schwerpunkt war dabei die Kunst der Reformationszeit, insbesondere des Malers Hans Baldung Grien, 1983 veröffentlichte er den Gesamtkatalog seiner Gemälde.

Gert van der Osten starb 1983 in Brühl.

H. Bachem