Erster Direktor: Johann Anton Ramboux

Bild der 50. Woche - 14. Dezember bis 20. Dezember 2015

Johann Anton Ramboux, erster "Direktor" des Wallraf-Richartz-Museums.
Foto: Carl Westendorp / Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud.

In dieser kleinen Serie soll ein Blick auf die Direktoren des Wallraf geworfen werden. Sie leiteten das Museum in den verschiedenen Epochen, mehrfach zur Zeit der Suche nach einer neuen Heimat, in den Wirren des Krieges und zur zeit, als ein wichtiger Bestandteil der Sammlung an das neu gegründetet Museum Ludwig abgegeben werden musste. Doch beginnen wir am Anfang, mit....

Johann Anton Ramboux, geboren 1790 in Trier, erhielt schon in der Schulzeit eine künstlerische Ausbildung, die er mit Studien in Paris und München fortsetzte. Während zweier längerer Aufenthalte in Italien schloss er sich dem Kreis der Nazarener an. Im Alter von 53 Jahren wurde er dann 1843 als Museumsleiter nach Köln berufen. Im 19. Jh. war es weitgehend üblich, die Betreuung von Kunstsammlungen nicht einem Kunstwissenschaftler, sondern einem Maler als Konservator anzuvertrauen.

Die umfangreiche Sammlung von Gemälden und Graphiken sowie Büchern, Antiken, Münzen etc. von Ferdinand Franz Wallraf (1748 -1824) ging nach seinem Tod in den Besitz der Stadt Köln über. Der Freund Wallrafs, Matthias Joseph De Noël (Köln 1782-1849 Köln) kümmerte sich um die Sichtung und Katalogisierung der Sammlung und wurde 1828 zum Konservator gewählt. Er fand im Kölner Hof, dem früheren Quartier der Kölner Erzbischöfe in der Trankgasse 7, eine erste notdürftige Bleibe für die Sammlung, nun genannt „Wallrafianum“. Die Notwendigkeit eines Neubaus wurde immer wieder angemahnt und diskutiert, scheiterte aber an den fehlenden Geldmitteln.

Bei Amtsantritt von Ramboux befand sich die Sammlung im Wallrafianum in einem erbärmlichen Zustand, Baumängel wie abbröckelnder Putz, undichte Dächer einerseits und unsachgemäße, ungeordnete Lagerung andererseits führten dazu, dass die Gemälde nicht nur verschmutzt wurden, sondern auch in der Substanz Schaden nahmen. Ramboux machte immer wieder vergeblich Vorschläge für einen Neubau aber erst 1854 nach der Stiftung von Johann Heinrich Richartz in Höhe von 100.000 Talern wurde die Errichtung eines Museumsgebäudes in Angriff genommen, das erste im Rheinland. 1861 wurde das Gebäude an der Rechtschule auf dem Gelände des ehemaligen Minoritenklosters feierlich eröffnet.

Um die Bilder im neuen Museum ausstellen zu können, waren große konservatorische Anstrengen notwendig, der Rat bewilligte dazu mehrfach Kredite. Die Bilder wurden von verschiedenen Malern gereinigt und ergänzt zum Teil aber auch in größerem Stil übermalt. Darüber hinaus lies Ramboux Maßnahmen durchführen, die nicht nur im heutigen Sinne fragwürdig sind. So tragen einige mittelalterliche Tafelbilder auf Holz, die ursprünglich auf Vorder- und Rückseite bemalt waren, in der Bildakte den Vermerk „unter Ramboux gespalten und parkettiert“ wie zum Beispiel die Tafel des Meisters der Verherrlichung Mariä „Anna selbdritt und die Heiligen Christophorus, Gereon und Petrus“ (WRM 120) auf der Vorderseite und „Die Heiligen Clara, Bernhardin, Bonaventura und Franziskus“ (WRM 121) auf der Rückseite. Der Grund für diese Aufspaltung lag entweder darin, beide Seiten zeigen zu können oder aber im rein kommerziellen Bereich: zwei Tafel ließen sich gewinnbringender veräußern.

Doch auch im neuen Haus waren nicht alle konservatorischen Probleme behoben, so waren Bilder durch fehlende Beschattung und Belüftung im Oberlichtsaal stark gefährdet, was zu wiederholten Eingaben an den Rat Anlass gab.

In die Amtszeit von Ramboux fielen auch wichtige Neuerwerbungen, so kam die „Madonna in der Rosenlaube“ von Stefan Lochner 1848 als Geschenk des Stadtrats F. J. von Herwegh, „Der gefesselte Prometheus“ von Jordaens, die „Heilige Familie“ von Rubens durch Kauf in das Museum.

Johann Anton Ramboux verstarb im Alter von 76 Jahren 1866 in Köln.

H. Bachem