Die glückliche Mutter

Bild der 22. Woche - 28. Mai bis . 3. Juni 2012

Johann Anton de Peters, Die glückliche Mutter, Feder auf Papier, aquarelliert, 55,25 x 42,8 cm, Köln, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Graphische Sammlung, Z 01043
Johann Anton de Peters, Nähtischchen mit Vorhang, Rötel auf gelblichem Papier , 47,65 x 31,6 cm, Köln, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Z 00981
Johann Anton de Peters, Gewand-/Fußstudie, Rötel auf Papier (gelbgrau), Köln, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Z 745

Der Kölner Maler, Zeichner und Kupferstecher Johann Anton de Peters (* 16. Januar 1725 in Köln; † 6. Oktober 1795 ebenda) verbrachte den größten Teil seines Lebens im Paris des Rokoko. (siehe Bild der Woche 01/2004). Beeinflusst von der der Forderungen Rousseaus nach einem einfachen Leben malt Peters das fast idyllische Bild einer jungen Familie. Die etwas nachlässig gekleidete Mutter sitzt im Zentrum des Bildes vor der Wiege ihres Säuglings und liest in einem Buch. Während die Tochter zur linken ihr dabei zusieht, hockt der Sohn rechts neben ihr auf dem Boden und liebkost einen Hund. Das Kind im Korbbett spielt zufrieden mit der Wäsche, die unachtsam über den Rand des Schirms geworfen ist. Der linke Hintergrund der Szene wird von einer Garderobe mit verschlissener Wäsche und diversen Utensilien eingenommen. Im Kontrast zu den übrigen Personen und den Gegenständen auf der Garderobe, ist der Junge sehr elegant gekleidet und trägt eine höfische weiß gepuderte Frisur (Perücke?). Ein Hinweis, dass die Szene ursprünglich wohl in einer weniger einfachen Umgebung konzipiert war. Auch die entspannt lesende Mutter passt wohl eher in ein höfisches Umfeld, während das in der linken Bildhälfte dargestellte Milieu eine arbeitende Mutter erwarten lässt. Der drapierte Vorhang über dem Nähtisch, die Kleidung an der Garderobe und die malerische Verspieltheit des Faltenwurfs der Kleidung geben Peters ausreichend Gelegenheit, sein zeichnerisches Können darzustellen. Die zahlreichen Vorstudien (Z 981, Z 745, s. Bilder rechts) belegen, wie viel Wert Peters auf die genaue Darstellung legte.

H. Bachem