Roy Lichtenstein

Bild der 7. Woche - 16. bis 22. Februar 2004

Roy Lichtenstein, M-May be, 1965, Museum Ludwig; ML 1081, Magma auf Leinwand, 152 x 152 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2004

Neben dramatischen Ausschnitten aus Horror und Science - Fiction greifen die unmittelbar auf Comics, kommerzielle Illustrationen und Reproduktionen zurückgehenden Arbeiten Lichtensteins oft auswechselbare, sentimentale Momente junger, kosmetisch-typisierter Frauen zurück: Er überspitzt die banalen bzw. bedeutungslos gewordenen Inhalte und erhebt die sich daraus ergebenden formalen Werte - die "künstlerische" Übersetzung an sich - zum Sujet des Bildes. "Dies interessiert mich am meisten von solchen Motiven ausgehend zu einer fast klassischen Form zu gelangen, wobei ich versuche, dem Motiv etwas abzugewinnen, das unpersönlich und mechanisch erscheint..." (Lichtenstein). Eine wichtige Rolle spielen in seinen Bildern nach dem Vorbild der Comics Geräuschformeln ("Takka, Takka"), Kurzkommentare, Pläne ("Mad Scientist") und klischeehafte Empfindungen ("M-Maybe"). In diesem hier vorgestelltenWerk dient dem Künstler eine anspruchslose Typisierung und klischeehafte Vorstellung weiblicher Schönheit der Comics mit dazugehörender Sprechblase zum Vorbild. "Möglicherweise ist er krank geworden und konnte das Studio nicht verlassen!" (Bild eines Mädchens). Das 1965 nach einem Comic-Strip entstandene Gemälde "M-Maybe" erwarb das Sammler Ehepaar Irene und Peter Ludwig 1969. Es zählt wie andere Werke der Pop -Art zu den herausragenden Werken des Museum Ludwig, Köln. Mit 46 Gemälden und Grafiken besitzt das Museum Ludwig Köln in Europa die wohl größte Sammlung an Werken von Roy Lichtenstein, der am 29. September 1997 in New York starb.

A. Lehmkühler