Cornelis Schut

Bild der 16. Woche - 13. bis 20. April 1998

Cornelis Schut - (Antwerpen 1597 - 1655 Antwerpen), Auferstehung Christi, vor 1628, Öl auf Leinwand, 79,5 x 57,3 cm, Wallraf-Richartz-Museum, Köln, WRM 2344

Ostern, im Christentum das Fest der Auferstehung Jesu Christi, hat über die Jahrhunderte in vielen Formen Ausdruck in der Kunst gefunden, zumeist jedoch in Werken für den Kirchenraum. Auch dieses Gemälde (Wallraf-Richartz-Museum, Köln) des Barockmalers Cornelis Schut, vermutlich eines Schülers von Rubens, gehört in diesen Rahmen, da es die Studie zu einem großen Altargemälde für die Kirche St. Maria Himmelfahrt in Köln ist. Will man die Malerei Schuts charakterisieren, so kann man mit Blick auf seine malerische Entwicklung von den Anfängen unter dem Einfluß der Werke des italienischen Malers Caravaggio bis hin zum Hochbarock davon sprechen, daß Cornelis Schut in seinen Gemälden ein Gespür für den Höhepunkt in der Dramaturgie des Geschehens und eine Vorliebe für heftige Lichteffekte hatte. Das auf diesem Bild gezeigte Thema ist unter anderem durch die Plötzlichkeit des Ereignisses und durch die Darstellung des Triumphes Christi geprägt. Unerwartet wie eine Explosion trifft die Auferstehung die um das Grab versammelte Wachmannschaft. Zum Teil schreiend fliehen sie wie weggeschleudert vom Ort des Geschehens, ohne bereits entscheidend Abstand gewonnen zu haben. Die Farbigkeit der Soldatenkleidung unterstreicht den Eindruck des glühenden Explosionsortes. Entsprechend der Bewegungsrichtung des Auferstandenen, vom Grab im Hintergrund nach oben und nach vorne auf den Betrachter zu, sind die Soldaten im Bildvordergrund stärker zur Seite gefegt von der Macht dieses Augenblickes. Der Maler schildert das Ereignis einen Sekundenbruchteil nach seinem Beginn. Trotz dieser dynamisch-kräftigen Inszenierung erkennt man jedoch in der Bewegung Christi aus dem Grab nach oben keine Eile. Triumphierend, würdevoll erhebt er sich aus dem Grab. Die rechte Hand weist nach oben, die linke als Zeichen der Überwindung des Todes nach unten. Die Bewegung ist zwar eindeutig als ‘aus dem Grabe’ erkennbar, scheint dann jedoch nach der Überwindung des Grabes zu verharren. Das sich nach rechts oben ausdehnende Tuch deutet noch die Position an, welche die Hand Christi am Kreuz hatte, so daß die Figur in der Silhouette dem Gekreuzigten ähnelt. Die jedoch nun nach unten weisende Hand ist nicht mehr an die Kreuzhaltung gebunden, sie ist somit ein starkes Symbol für die Überwindung des Todes.

T. Nagel