Ansprache des Vorsitzenden des Fördererkreises aus Anlass der Kranzniederlegung am Grab der Gründer des Museums für Ostasiatische Kunst in Köln am 25. Oktober 2013

Nachdem Herr Bürgermeister Bartsch die Gründer ehrend herausgehoben hat, möchte ich zwei allgemeine Aspekte ansprechen, beide natürlich im Zusammenhang mit dem Museum und dessen Gründern.

Einem Spezialmuseum wie dem Ostasiatischen, das die fernöstlichen Kernländer China, Korea und Japan abdeckt, kommt heute eine gegenüber dem Gründungszeitpunkt nochmals erweiterte Bedeutung zu. Standen ursprünglich Entdeckerlust, Neugier und Staunen über eine fremdländische Szene früh- und hochentwickelter Kunst und Kultur im Vordergrund, so werden diese Motive heute durch den ganz praktischen Wunsch, ja die Notwendigkeit ergänzt, das Denken dieser Völker besser zu verstehen. Völker entwickeln sich vor dem Hintergrund ihrer eigenen Geschichte, ohne Kenntnis der Vergangenheit sind Gegenwart und Zukunft schwer abschätzbar. Das gilt im Besonderen für Völker, die nicht unserem tradierten Kulturkreis angehören, wie etwa die Länder des Fernen Ostens. Gerade diese Länder sind aber in den letzten Jahrzehnten immer stärker in einen zunächst wirtschaftlichen und zunehmend auch kulturellen Austausch mit der westlichen Welt eingetreten, dominieren einzelne Wirtschaftsbranchen und haben sich in anderen zu herausragenden Absatzmärkten entwickelt, die wechselseitigen Investitionen steigen ebenso wie die Reiseströme. Die Entwicklung zu einem Spielplatz „Welt“ und zu wechselseitiger temporärer oder dauern-der Zuwanderung ist kaum aufhaltbar.

Wer all das in den Blick nimmt, weiß um den Wert einer besseren Kenntnis der Denk- und Lebensweisen Ostasiens. Das Studium von Kunst und Kultur ist dabei ein ganz wichtiger Faktor, zumal diese dort nach wie vor stärker mit den Denk- und Lebensweisen verknüpft sind als bei uns. Reisen haben ihren Wert, auch wenn sie zumeist nur wenige Teilaspekte, einzelne Höhepunkte erschließen und kaum zu Kontakten mit Land und Leuten führen, entscheidend aber sind die Mittler, die das Gesehene, Erfahrene einordnen lassen, und hier sind auch ein bedeutendes Spezialmuseum und die dort tätigen oder dieses nutzenden Experten ein Quell an Kenntnis und Erfahrung. Das Ostasiatische Museum, ein Kleinod im Zeitpunkt seiner Gründung, gewinnt damit zusätzlichen Wert. Nur am Rande sei bemerkt, dass es angesichts der Rückbesinnung dieser Völker auf ihre eigene Kunst und Kultur heute gar nicht mehr aufzubauen wäre, anders gewendet für uns einzigartig ist.

Städte sind in weiten Bereichen, aber insbesondere im Bereich von Kunst und Kultur auf bürgerschaftliches Engagement angewiesen. Gerade eine Bürgerstadt wie Köln hätte ohne dieses Engagement bei Kunst und Kultur keinen Metropolcharakter. Insofern muss man als Bürger dieser Stadt Adolf und Frieda Fischer – wie vielen anderen Museumsgründern und Stiftern - von Herzen dankbar sein, so wie man auch all denjenigen von Herzen dankbar sein muss, die durch finanzielles, zeitliches oder ideelles Engagement zur Erweiterung, Pflege, Bearbeitung und Präsentation der Sammlungen beigetragen haben und das bis heute tun.

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