Andy Warhol

Bild der 20. Woche - 12. bis 18. Mai 1997

Andy Warhol (Philadelphia 1928 - 1987 New York Marilyn Monroe, 1967, 10 Siebdrucke, jeweils 92 x 92 cm, Museum Ludwig, ML 1970/69 a-j, 1976 erworben

Andy Warhol wurde dank seiner publizitätsträchtigen Aktivitäten zum Inbegriff der Pop Art. In seiner Kunst befaßt er sich mit Phänomenen wie Anonymität, Wiederholung, Langeweile und die Pervertierung alles Menschlichen. Seine Porträts beruhen auf öffentlichen Fotos. Der "Superstar" Marilyn Monroe erscheint nicht als Mensch aus Fleisch und Blut, sondern als das von Hollywood bestimmte Ideal weiblicher Erotik. Durch die theatralische Farbgebung und Nichtübereinstimmung der Farbe mit der Form (z. B. bei den Lippen) erhöht Warhol diese Entmenschlichung. Letzten Endes geht es ihm um den Realitätsverlust - "Ich weiß nicht, wo das Künstlerische aufhört und das Reale beginnt". So sind die Bilder Warhols - und aller Pop-Künstler - als Mahnungen an eine seelenlos gewordene Welt zu verstehen, in welcher die Verpackung wichtiger ist als der Inhalt und das Medium wichtiger als die Botschaft.

A. Fischer