Meister der Lyversberger Passion, "Auferstehung Christi"

Bild der 14. Woche - 29. März bis 7. April 1997

Meister der Lyversberger Passion, (tätig in Köln von ca. 1460 bis ca. 1490); "Auferstehung Christi"; Eichenholz, 93,4 x 68,4 cm; Wallraf-Richartz-Museum, WRM 150, erworben 1864

Die Auferstehung Christi, das Geschehen des Osterfestes ist Thema dieser Tafel, welche Teil eines größeren Altares aus der Kirche des Kölner Karthäuserklosters ist. Dieser sogenannte "Lyversberger Altar" - ein Werk aus der Sammlung des Kölner Kaufmanns Jakob Johann Nepomuk Lyversberg - wurde vermutlich 1464 durch Johann und Peter Rinck für das Kölner Karthäuserkloster St. Barbara gestiftet. Der an niederländischer Malerei geschulte Meister zeigt das Geschehen nicht in der Abfolge der biblischen Schilderung, sondern vereint Einzelthemen zum Gesamtthema der Ostertage. Während rechts Christus - durch das leere Grab von den übrigen getrennt - als Auferstandener zu sehen ist, segnend und mit Fahne und Kreuzstab als Symbol des Sieges über den Tod, treten von links die drei Frauen an das Grab, welche am frühen Morgen des Osterfestes zum Grab kamen, um den Leichnam Jesu den jüdischen Begräbnissitten folgend zu salben. Dort erfahren sie von der Auferstehung Christi durch die Worte des Engels, welcher ihnen - hier in der Bildmitte stehend - das leere Leichentuch zeigt. Eine weitere Überlieferung der Evangelien rundet die Darstellung ab: Vor und hinter dem Grab liegen schlafend die von den Römern abgestellten Soldaten, welche das Grab bewachen sollten, um einen Diebstahl des Leichnames Jesu durch seine Jünger zu verhindern. Durch die Bewachung des Grabes wollten die Juden verhindern, daß die Ankündigung Jesu, am dritten Tage aufzuerstehen, durch Betrug seiner Jünger in die "Tat" umgesetzt werden könnte. Der Engel, die Frauen am Grabe und die Wächter unterstreichen so, daß Christus wahrhaft auferstanden ist.

T. Nagel