Inhalt

Sammlung

Das Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum ist eines der bedeutenden ethnologischen Museen Deutschlands und das einzige seiner Art in Nordrhein-Westfalen. Die Sammlung beinhaltet ca. 65.000 Objekte und 100.000 historische Fotografien sowie eine Fachbibliothek mit 40.000 Bänden.

Afrika

Ein Schwerpunkt der rund 13.000 Objekte umfassenden Afrika-Sammlung liegt auf Masken und Skulpturen aus West- und Zentralafrika − darunter zahlreiche Meisterwerke afrikanischer Kunst. Entsprechend den Interessen von Sammlern während der Kolonialzeit machen Waffen einen weiteren Schwerpunkt des Bestandes aus. 1966 erwarb das Museum die rund 550 Objekte zählende Afrika-Sammlung des Düsseldorfer Künstlers Klaus Clausmeyer. Neuere Sammlungsschwerpunkte bilden Keramik und Nomadenkulturen der Sahara und des Sudan.

Reliquiarwächter
Kota, Gabun, Zentralafrika, 19./20. Jh.
Holz, Kupfer, Messing; H 59,5 cm
Ankauf Klaus Clausmeyer, Düsseldorf, 1966
RJM 48901

Amerika

Die Kulturen Nordamerikas sind mit etwa 1.600 Objekten − einer kleinen, aber qualitätvollen Auswahl − vertreten. Besondere Erwähnung verdient eine große, fein bemalte Bisonrobe der Pawnee aus den Zentralen Prärien, die vor 1903 von Frauenhand gefertigt und einst als Überbekleidung verwendet wurde. Gewicht hat auch ein geschlossenes Konvolut von der Nordwestküste mit feinsten Flechtwaren und raffinierten Holzschnitzereien, darunter meterhohe sogenannte Totempfähle. Über 200 Objekte zählt die hochkarätige Altamerika-Sammlung, die das Aachener Ehepaar Peter und Irene Ludwig 1983 der Stadt Köln aus seinem Privatbesitz überließ. Ein Glanzstück stellt sicherlich die Stele 35 dar, auf der der zweite Herrscher von Piedras Negras mit den Insignien seiner Macht dargestellt ist; er bestieg 639 n.Chr. den Thron.

Maske
Vermutlich Seneca, USA, Nordamerika, 1955
Holz, Pferdehaar, Farbe; H 95 cm
RJM 46853

Asien

Mit etwa 7.000 Objekten repräsentiert die Asien-Sammlung vor allem die indisch geprägten Kulturen Süd- und Südostasiens in Form hinduistischer und buddhistischer Stein- und Bronzeskulpturen aus Indien, Kambodscha, Thailand und Burma aus der Zeit vom 8. bis 16. Jahrhundert. Eine umfangreiche Sammlung veranschaulicht die keramische Entwicklung in Kambodscha und Thailand vom 12. bis zum 15. Jahrhundert. Tonwaren und Bronzeschmuck belegen die prähistorische Ban Chiang-Kultur im Norden des heutigen Thailand. Besondere Erwähnung verdient zudem eine an die 300 Stücke umfassende Sammlung farbenprächtiger Masken für profane Maskenspiele und traditionelle Heilrituale auf Sri Lanka sowie reichhaltige Bestände zur Ainu-Kultur im Norden Japans.

Anbetender Mönch
Thailand, Südostasien, Sukhothai-Stil, 14./15. Jh.
Bronze; H 47 cm
RJM 51598

Historisches Fotoarchiv

Das Historische Fotoarchiv des Museums umfaßt rund 25.000 Objekte, die überwiegend aus Ozeanien, Afrika, den Philippinen und Indonesien stammen. Fast die Hälfte davon geht auf eine Schenkung aus dem Nachlass des Kölner Bürgers Georg Küppers-Loosen (1860–1910) zurück. Er hatte während seiner vielen Reisen Fotografien erworben und auch selbst aufgenommen. 1995 kamen ca. 80.000 Aufnahmen des bekannten Weltreisenden und Fotografen Hans Helfritz (1902–1995) dazu.

Fotografien sind für die Erforschung außereuropäischer Kulturen von großer Bedeutung. Zugleich werfen sie auch ein Licht auf unsere eigene Vorstellungswelt der jeweiligen Zeit.

Fotografie
View at Mara-na-tabu, from the jetty, Isabel, Salomonen.
John Watt Beattie, 1906
Silbergelatinepapier, 14,5 x 20 cm
RJM 4049

Insulares Südostasien

Glanzpunkte der ca. 10.000 Objekte umfassenden Indonesien-Sammlung bilden ein 11 Meter langer 7 Meter hoher traditioneller Reisspeicher der Sa' dan Toraja von der Insel Sulawesi sowie eine in Deutschland einzigartige Sammlung von Ethnographica aus Ostindonesien mit herausragenden Beispielen der Holzbildhauerkunst. Ein vollständiges Gamelan-Instrumentenensemble aus Zentraljava konnte Dank einer großzügigen Zuwendung der Kölner Kulturstiftung der Kreissparkasse 1997 erworben werden.

Männliche Ahnenfigur
Leti, Südliche Molukken, Indonesien,
Südostasien, 19. Jh.
Holz; H 34 cm
RJM 24428

Ozeanien

In der über 20.000 Objekte umfassenden Ozeanien-Sammlung sind neben Australien alle großen Regionen der Südsee − Melanesien, Polynesien und Mikronesien − vertreten. Schwerpunkte der Sammlung bilden Neuguinea und die Inseln des angrenzenden Bismarck-Archipels. Alltagsgegenstände sind ebenso vorhanden wie Ritualobjekte − darunter eine Anzahl hochkarätiger Masken und Skulpturen. Glanzstück der Sammlung ist ein prächtiger, gut erhaltener Federmantel, der einst dem hawaiianischen König Kamehameha II. (1797-1824) gehörte. Unter den Großobjekten sind ein über fünf Meter hoher Yamsspeicher von den Trobriand-Inseln und ein neun Meter langes Plankenboot von den Zentralen Salomonen hervorzuheben.

Maske
Mortlock-Inseln, Chuuk, Mikronesien, 19. Jh.
Holz, Farbe; H 61,5 cm
RJM 48565

Textilien

Die Textil-Sammlung enthält rund 4.000 Objekte, von denen über ein Drittel vor 1925 ins Haus gelangte. Sammlungsschwerpunkte liegen bei Textilien aus Indonesien und dem Vorderen Orient, größere Bestände gibt es zudem aus Ozeanien und Afrika. Zeremonialtextilien sind ebenso vertreten wie Gewänder, vollständige Kostüme und Gebrauchstextilien. Zahlreiche Arbeitsgeräte belegen einfache und komplexe Techniken der Textilproduktion.

Sarong
Semarang, Nordküste Java, Indonesien,
Südostasien, ca. 1860-1880
Baumwolle; B 102 cm
RJM 59659

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