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Das Wahrzeichen: ein Reisspeicher aus Indonesien

Reisspeicher auf Sulawesi, Indonesien. Foto: Jutta Engelhard.

Ein im Foyer ausgestellter indonesischer Reisspeicher ist das Wahrzeichen des neuen Hauses; er spricht sämtliche Themen des neuen Ausstellungsparcours "Der Mensch in seinen Welten" exemplarisch an und steht pars pro toto für das neue Rautenstrauch-Joest-Museum − Kulturen der Welt.

Reisspeicher alang sembang Pantanakan Lolo, Region Kesu’, Sa’dan Toraja, Süd-
Sulawesi, Indonesien, um 1935.
Holz, Bambus, Rotang; Höhe: 7 500 cm.
RJM 56000. Foto: Reimar Schefold 1983.

Er ist das größte Exponat in der Sammlung: ein um 1935 aus Holz, Bambus und Rotang gefertigter, von dem renommierten Schnitzer Ne'Kambane prächtig dekorierter Reisspeicher von der Insel Sulawesi, Indonesien.

Bis 1984 war er im Besitz der Familie Sarungallo in Pantanakan Lolo in der Region Kesu' in Tana Toraja. 2007 wurde Bambus u. a. Material für eine neue Dachdeckung vor Ort besorgt; im Jahr darauf deckten drei Spezialisten aus Tana Toraja den zwischenzeitlich aufwendig restaurierten und im Foyer des Neubaus errichteten Reisspeicher neu ein. Mit seinem weit auskragenden Dach ist der ohne einen Nagel konstruierte Speicherbau ein eindrucksvolles Zeugnis traditioneller Architektur und Zimmermannskunst der Sa'dan Toraja.

In ihren Siedlungen bilden Wohnhaus und Reisspeicher – oft mehrere an der Zahl – eine Einheit: Das Haus hat privaten Charakter und wird als "Mutter" bezeichnet; auf der Plattform des "Vater" genannten Speichers versammelt man sich, um gemeinsam zu arbeiten, zu feiern und zu ruhen. Hier werden auch Gäste empfangen und bewirtet, Neugeborene öffentlich willkommen geheißen und Verstorbene verabschiedet. Haus und Speicher bilden das soziale und religiöse Zentrum des erweiterten Familienverbandes. Die Anzahl, Größe und Ausstattung der Gebäude bezeugt den Reichtum, Status und das traditionelle Weltbild der Gemeinschaft; reiche Schnitzereien und farbige Bemalung sind das Privileg ranghoher Familien.

2007/2008: Ein neues Dach für den Reisspeicher...

Ein historischer Reisspeicher von der indonesischen Insel Sulawesi wird die künftigen Besucher und Besucherinnen im Foyer des Neubaus auf ein Museumserlebnis der besonderen Art ›einstimmen‹. Für eine neue Dachdeckung des Speichers wurde Ende 2007 in seinem Herkunftsgebiet ein ganzer Bambushain gerodet. Wenige Monate später haben sich drei Dachdecker auf die weite Reise nach Köln begeben, um den Aufbau fachmännisch zu vollenden.

Details

2008: der Reisspeicher erhält ein neues Dach

Jutta Engelhard: Das Wahrzeichen des neuen Rautenstrauch-Joest-Museums - Kulturen der Welt. In: Kölner Museums-Bulletin, 01/2009.

Ende 2007 wurden in Tana Toraja das Material für eine neue Dacheindeckung erworben, der Transport über Land und Übersee organisiert und einheimische Fachkräfte für die komplexen Aufbauarbeiten 2008 in Köln angeheuert. Im Frühjahr 2008 traf der Container in Köln ein. Von Mitte Juli bis Ende September 2008 unterhielt das Museum seine eigene Baustelle inmitten der Großbaustelle an der Cäcilienstraße.

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