Museum Ludwig

Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud

Römisch-Germanisches Museum

Rautenstrauch-Joest-Museum - Kulturen der Welt

NS-Dokumentationszentrum

Museum für Angewandte Kunst Köln

Kölnisches Stadtmuseum

Museum Schnütgen

Museum für Ostasiatische Kunst

Käthe Kollwitz Museum

Archäologische Zone, Jüdisches Museum

artothek - Raum für junge Kunst

Skulpturenpark Köln

 

Ausstellungsplanung

09.03.19
02.06.19

Nil Yalter. Exile Is a Hard Job

Museum Ludwig

Seit den 1970er Jahren arbeitet Nil Yalter als Pionierin einer gesellschaftlich engagierten und technisch avancierten Kunst. Als eine der ersten Künstlerinnen in Frankreich nutzt sie das neu aufkommende Medium Video. Nil Yalter ist 1938 in Kairo geboren, aufgewachsen in Istanbul und seit 1965 wohnhaft in Paris. Mit der weltweit ersten Überblicksausstellung der Künstlerin präsentiert das Museum Ludwig die Vielfalt ihres Schaffens: darunter bislang kaum bekannte Gemälde aus ihrem Frühwerk sowie Videoinstallationen der frühen 1970er Jahre bis hin zu Multimedia-Installationen, in denen sie Fotografie, Video, Zeichnungen und Skulptur zu Collagen verbindet. Die Ausstellung will den Weg ihrer engagierten Ästhetik nachzeichnen. Erstmalig werden die kaum gezeigten Gemälde ihres Frühwerks zusammengebracht mit ihrer Hinwendung zu politischen Themen, die sich zeichnerisch und multimedial äußert.

15.03.19
26.05.19

Volksgerichtshof 1934-1945 - Terror durch "Recht"

NS-Dokumentationszentrum

Der Volksgerichtshof wurde 1934 von den Nationalsozialisten zur »Bekämpfung von Staatsfeinden« geschaffen. Bis Kriegsende mussten sich mehr als 16.700 Menschen vor diesem neuen obersten politischen Gericht verantworten, das ab 1942 jeden zweiten Angeklagten zum Tode verurteilte. Die Ausstellung informiert über die Entstehung und Organisation des Gerichts, beleuchtet am Beispiel von Einzelschicksalen seine Urteilspraxis und informiert über den Umgang mit dem ehemaligen Gerichtspersonal nach 1945.

29.03.19
30.06.19

Anja Niedringhaus – Bilderkriegerin

Käthe Kollwitz Museum

Als die Photographin und Pulitzer-Preisträgerin Anja Niedringhaus (1965–2014) vor fünf Jahren in Afghanistan Opfer eines Anschlags wird, hinterlässt sie ein beeindruckendes Œuvre. Das Käthe Kollwitz Museum Köln präsentiert die erste posthume Retrospektive – eine Ausstellung, die sich dem Gesamtwerk der Photographin widmet, das neben Bildern aus der Krisenberichterstattung auch einzigartige Sportphotographien und faszinierende Porträts ungewöhnlicher Menschen umfasst.

30.03.19
30.06.19

Grosse Oper - viel Theater? Bühnenbauten im Europäischen Vergleich

Museum für Angewandte Kunst Köln

Die Ausstellung stellt insgesamt 19 europäische Bühnenbauten vor, darunter sind sowohl Sanierungen historischer Anlagen (z.B. London, Köln, Lyon, Dresden, Berlin) als auch spektakuläre Neubauten (z.B. Oslo, Kopenhagen, Liverpool, Athen, Hamburg). Jeder Bühnenbau wird mittels eindrucksvoller Fotos, Pläne, Daten und Fakten vorgestellt und in Vergleich gestellt.
Zur Ausstellung im MAKK wird in Zusammenarbeit mit den Bühnen Köln ein umfangreiches Rahmenprogramm realisiert, wobei einige der ausgestellten Projekte durch öffentliche Vorträge und Diskussionen näher beleuchtet werden.

10.04.19
21.07.19

Wolfgang-Hahn-Preis 2018. Jac Leirner

Museum Ludwig

2019 zeichnet die Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig Jac Leirner mit dem Wolfgang-Hahn-Preis aus. Die brasilianische Künstlerin, 1961 in São Paulo geboren, verfolgt mit ihrer Arbeit seit vielen Jahren eine subtile Analyse von Gesellschafts- und Repräsentationssystemen. Eine wichtige Rolle spielen dabei gefundene, oft industriell hergestellte Alltagsobjekte, aus denen sie nach den Prinzipien des Sammelns, Akkumulierens und Klassifizierens, Installationen, Collagen und Skulpturen schafft. So entstehen dichte, oft minimalistische Arbeiten, die mit den ästhetischen, repräsentativen und soziokulturellen Bedeutungsebenen der Objekte spielen.

12.04.19
11.08.19

2 von 14. Zwei Kölnerinnen am Bauhaus

Museum für Angewandte Kunst Köln

Zum 100-jährigen Bauhaus-Jubiläum präsentiert das MAKK das Werk der avantgardistischen Keramikkünstlerin Margarete Heymann-Loebenstein sowie der Bühnenbildnerin Marianne Ahlfeld-Heymann im Dialog mit Farbstudien, Gemälden und Zeichnungen von Johannes Itten, Oskar Schlemmer, Wassily Kandinsky und László Moholy-Nagy aus der eigenen Sammlung.
Das MAKK spürt mit seiner Ausstellung dem Wirken von zwei gebürtigen Kölnerinnen aus jüdischer Familie nach, den beiden Cousinen Margarete (1899-1990) und Marianne (1905-2003) Heymann. Der Titel bezieht sich darauf, dass es nachweislich 14 Kölner*innen am Bauhaus gab. Ihre künstlerischen Spuren standen bislang – bis auf wenige Ausnahmen – nicht im Fokus der Öffentlichkeit.
Margarete Heymann wurde 1920 am Bauhaus zum Vorstudium bei Johannes Itten zugelassen, 1921 wechselte sie zur Ausbildung in die Keramikwerkstatt Dornburg und lernte bei Werkmeister Max Krehan und Formmeister Gerhard Marcks. In Weimar nahm sie weiterhin am Unterricht bei Georg Muche, Paul Klee und Gertrud Grunow teil. Obwohl Heymann das Bauhaus im Herbst desselben Jahres wieder verließ, beeinflusste die Bauhaus-Zeit ihr Schaffen nachhaltig. Dies zeigt sich besonders in den avantgardistischen und reduzierten Formen ihrer Gebrauchskeramik wie den berühmten Scheibenhenkel-Services, die aus geometrischen Grundformen gestaltet waren. Aber auch die Dekore legen einen Vergleich mit Kompositionen von Kandinsky oder Moholy-Nagy nahe. Ihre 1923 gegründeten Haël-Werkstätten galten international als eine der kreativsten Keramikwerkstätten dieser Zeit.
Marianne Heymann besuchte ab 1923 die Bildhauerei-Werkstatt am Bauhaus, verließ diese allerdings 1925 wieder, da die Klasse beim Umzug von Weimar nach Dessau nicht fortgeführt wurde. Sie nahm am Unterricht von Walter Gropius in Bezug auf Bildhauerei und Bühnenkunst teil; besonders beeindruckt war sie jedoch von der künstlerischen Lehre Paul Klees. Nach ihrer Bauhaus-Zeit schuf sie Handpuppen und Marionetten für freie Produktionen, bevor sie als Bühnenbildnerin am Mannheimer Nationaltheater sowie zeitgleich an der Kölner Oper arbeitete. Zahlreiche Entwürfe zu fantasievollen Szenarien, Kostümen und Masken entstanden – so beispielsweise für Jacques Offenbachs Operette „La Périchole“. Besonders die Kostümentwürfe lassen die Einflüsse der Bühnenkunst Schlemmers erkennen: turmartige Kopfbedeckungen mit konzentrischen Ringen, trapezförmige Gewänder, gesteppte und wattierte Säume sowie eine klare Farbpalette.
Beide Künstlerinnen mussten nach 1933 in die Emigration gehen.
„2 von 14. Zwei Kölnerinnen am Bauhaus“ ist Teil des NRW-Verbundprojektes „100 jahre bauhaus im westen".

03.05.19
02.06.19

Erik Kessels. ArchiveLand im Rahmen von Artist Meets Archive

Museum für Angewandte Kunst Köln

Mit der Ausstellung ArchiveLand öffnet der niederländische Künstler Erik Kessels die bis dato unveröffentlichte Vorlagensammlung des MAKK. Als überdimensionale Spielkarten wird Kessels nun die (foto)grafischen Platten als Ruinen zu einer begehbaren Rauminstallation verbauen und eine temporäre „Ausgrabungsstätte“ schaffen. Artist Meets Archive ist ein Projekt der Internationalen Photoszene Köln in Kooperation mit fotografischen Sammlungen und Archiven der Stadt.

04.05.19
11.08.19

Fiona Tan. GAAF. Im Rahmen von Artist Meets Archive

Museum Ludwig

Im Museum Ludwig arbeitet die Fotografin, Videokünstlerin und Filmemacherin Fiona Tan (*1966 in Pekanbaru, Indonesien, lebt in Amsterdam, Niederlande) mit dem Archiv der Agfa-Werbeabteilung, das in Kisten verpackt seit vierzig Jahren im Depot schlummerte. Es handelt sich um schätzungsweise 25.000 Fotografien und Negative aus der Agfa-Werbeabteilung. Diese Fotografien dienten als Fundus für Werbeschriften, Broschüren, Ausstellungen und die Zeitschrift Agfa Photoblätter, mit denen das Unternehmen für seine Produkte warb. Die Motive reichen von
Reisefotografien über Mode-, Porträt-, Tier-, Sport- und Landschaftsaufnahmen sowohl in Schwarzweiß als auch in Farbe, entstanden in den 1920er bis 1960er Jahren. Die Aufarbeitung des Archivs steht noch aus.

04.05.19
14.07.19

Artist meets Archive: Ronit Porat: Paradiesvogel

Kölnisches Stadtmuseum

„Artist Meets Archive“, ein Projekt der Internationalen Photoszene Köln
Auf Initiative der Internationalen Photoszene Köln setzten sich 2018 sechs renommierte Fotokünstler*innen mit den hochkarätigen Fotografiesammlungen verschiedener Kölner Museen und Archive auseinander – und entwickelten auf dieser Basis eigene Projekte. Die überraschenden Ergebnisse sind pünktlich zum Start des Photoszene-Festivals 2019 in den jeweiligen Häusern zu sehen.
Die israelische Künstlerin Ronit Porat (*1975) tauchte mehrere Wochen in die Graphische Sammlung des Kölnischen Stadtmuseums ein und begab sich hier auf eine imaginäre Reise. In ihrem Fokus: Bildpostkarten aus den Jahren 1918 bis 1938, die zu der fast 20.000 Karten umfassenden Postkartensammlung des Hauses gehören. Mit ihrer Collage-artigen, teilweise dadaistischen Fotomontage-Methode ließ sie neue Erzählungen entstehen und historische Grenzen sichtbar werden.
In ihrer künstlerischen Arbeit beschäftigt sich die in Tel Aviv lebende Künstlerin schon seit längerem mit Archivmaterialien aus dieser Zeit. In ihrem Blick stehen vor allem die transparenten Grenzen von Gender und Gleichstellung. Auch der Zweite Weltkrieg und die Notwendigkeit, Geschichten und Dokumente zu bewahren und sich damit verantwortungsvoll auseinanderzusetzen, spielen in ihrem Werk eine bedeutende Rolle.
Weitere Ausstellungsorte im Rahmen von „Artist meets Archive“: das MAKK Museum für Angewandte Kunst Köln, das Museum Ludwig, das Rautenstrauch-Joest-Museum, die Galerie Kaune Contemporary (Reinisches Bildarchiv Köln) und Photographische Sammlung/ SK Stiftung Kultur. Weitere Informationen unter www.photoszene.de.

04.05.19
14.07.19

YOU ARE HERE. Versuche einer fotografischen Standortbestimmung, Teil 1

Kölnisches Stadtmuseum

Eine Ausstellung der Internationalen Photoszene Köln in Kooperation mit dem Kölnischen Stadtmuseum
Parallel zu den Arbeiten von Ronit Porat zeigt die Internationale Photoszene Köln im Kölnischen Stadtmuseum den ersten Teil der Ausstellungsreihe „You are here“, die Köln als bedeutende Fotostadt neu verortet. Im Zentrum dieses Auftakts: Der künstlerische Nachwuchs. Denn: Neben den vielen großen Fotografen wie August Sander, Chargesheimer oder Candida Höfer, die in Köln gewirkt haben (oder noch immer wirken), den bedeutenden Fotosammlungen, den international bekannten Galerien und den wissenschaftlichen Institutionen sind es vor allem die vielen hier heute arbeitenden Fotografen*innen, die Köln als Fotostadt lebendig machen.
„Your are here“ gibt einen Einblick in aktuelle Tendenzen der Kölner Dokumentar-, Porträt- und Konzeptfotografie und zeigt die Bedeutung von Fotografie für Gesellschaft, Politik und das Private. Teil der Präsentation sind u.a. Arbeiten von Max Dauven, Juliane Herrmann, Ludwig Kuffer, Heide Prange, Morgaine Schäfer, Linn Phyllis Seeger und Snezhana von Büdingen.

04.05.19
16.06.19

Antje Van Wichelen. Noisy Images. Im Rahmen von Artist meets Archive

Rautenstrauch-Joest-Museum - Kulturen der Welt

Erstmalig öffnet das Historische Fotoarchiv des Rautenstrauch-Joest-Museums seine Sammlung für ein gemeinsames Projekt: Auf Einladung der Photoszene Köln werden sich insgesamt sechs internationale Künstler Konvoluten in Kölner Museen widmen und durch ihren spezifischen Blick und ihre eigene künstlerische Praxis neue Sichtweisen auf die Sammlung ermöglichen. Am RJM wird die belgische Künstlerin Antje van Wichelen als Artist in Residence von September 2018 bis Mai 2019 mit den fotografischen Exponaten eine Intervention entwickeln, die in eine Ausstellung während des Photoszene-Festivals im Mai 2019 mündet.

17.05.19
14.07.19

Neues Bauen im Rheinland und in Palästina – Erez Israel: Josef Rings und Erich Mendelsohn

NS-Dokumentationszentrum

Seit die UNESCO im Jahre 2003 die »Weiße Stadt« von Tel Aviv als Weltkulturerbe anerkannt hat, stiegen das Interesse und das Bewusstsein für das moderne Bauen der 1930er und 1940er Jahre in Israel stetig an. Der Ausdruck »Bauhaus-Architektur« wird in Israel oft synonym für den Internationalen Stil oder Modernismus verwendet. Tatsächlich hatten von den vielen Architekten, welche während dieser Jahre im Land tätig waren, sechs ihre Ausbildung am Bauhaus absolviert. Der Einfluss des Neuen Bauens wird am Beispiel von Erich Mendelsohn (1887-1953) und Josef Rings (1878-1957) dargestellt, die nach ihrer Emigration ins damalige Mandatsgebiet Palästina als Architekten ihre Spuren hinterließen.
Eine Ausstellung des Bauhaus Center Tel Aviv von Dr. Micha Gross (Tel Aviv) und Dr. Ines Sonder (Potsdam)

24.05.19
18.08.19

Wir • Glauben • Kunst. Meisterwerke der Kölner Jesuiten-Sammlung

Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud

Im kommenden Sommer begibt sich das Wallraf auf Spurensuche in eigener Sache. Erstmals in seiner langen Geschichte widmet sich Kölns erstes Museum seiner hervorragenden Jesuiten-Sammlung, die schon in den 1880er Jahren als Dauerleihgabe ans Haus kam. Dort bildet das rund 500 Werke umfassende Konvolut gemeinsam mit der Zeichnungssammlung von Ferdinand Franz Wallraf bis heute den Grundstock für die mehr als 65.000 Blatt große Graphische Sammlung.
Anhand von 90 besonders eindrucksvollen Zeichnungen wird die Ausstellung den besonderen Charakter der Jesuiten-Sammlung ergründen. Handelt es sich um eine reine Lehrsammlung? Nach welchen Kriterien sammelte der Orden? Spielten Fragen der Qualität und Kennerschaft die entscheidende Rolle, oder waren eher inhaltliche Gesichtspunkte ausschlaggebend? Und schließlich: Wo kauften die Jesuiten ihre Zeichnungsbestände? Darüber hinaus wird auch der Bildbegriff der Jesuiten thematisiert, da der Orden eine ganz eigene Bildtheologie entwickelt hatte.
Als Papst Clemens XIV am 21. Juli 1773 den Jesuiten-Orden aufhob, wurde dessen Kunstsammlung nach Paris gebracht. In den 1880er Jahren gelang es dem Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds, dem damaligen rechtlichen Nachfolger des Ordens, das heute im Wallraf beheimatete Konvolut zurück an den Rhein zu holen, um es als Dauerleihgabe an das Museum zu geben.

07.06.19
22.09.19

geschenkt! – die Gabe der Diplomatie

Rautenstrauch-Joest-Museum - Kulturen der Welt

Während eines Staatsbesuchs werden traditionell Geschenke ausgetauscht. Doch was wird da eigentlich geschenkt? Das Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt präsentiert in seiner Sonderausstellung rund 30 noch nie gezeigte Staatsgeschenke aus etwa 15 außereuropäischen Ländern wie Togo, Mexiko und Indonesien. Die kunstvollen Schnitzereien, aufwändigen Keramikarbeiten und Repliken bekannter Originale werden als Interventionen in der Dauerausstellung präsentiert. Welche Geschichten erzählen uns diese Objekte über das Herkunftsland, die Schenkenden, die Beschenkten und die Diplomatie im Allgemeinen?
Eine Intervention in der Dauerausstellung des Rautenstrauch-Joest-Museums – Kulturen der Welt

07.06.19
18.08.19

Albert Speer in der Bundesrepublik. Vom Umgang mit deutscher Vergangenheit

NS-Dokumentationszentrum

Albert Speer war in der NS-Zeit als erster Architekt des Reiches verantwortlich für Großprojekte wie das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg und die Umgestaltung Berlins. Er zählte zu Hitlers engsten Vertrauten, 1942 wurde er Rüstungsminister. 1946 verurteilten ihn die Alliierten im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher zu zwanzig Jahren Haft. Als Speer am 1. Oktober 1966 aus dem Gefängnis in Berlin-Spandau entlassen wurde, waren über tausend Schaulustige gekommen und dutzende Mikrophone und Kameras aus aller Welt auf ihn gerichtet. Dies war der Beginn seiner »zweiten Karriere« als scheinbar geläuterter Zeitzeuge des Nationalsozialismus. Speer platzierte in der Öffentlichkeit erfolgreich die Legende, er habe von den NS-Verbrechen nichts gewusst und sei, von der Aura Hitlers verführt, in Krieg und Judenmord unbeteiligt hineingeraten. Mit unkritischer Bereitwilligkeit folgten Historiker, Publizisten, aber auch die deutsche Öffentlichkeit der Erinnerungsmanipulation des »guten Nazis« – nicht zuletzt, weil er eine Entlastung für jene bot, die sich selbst im Nationalsozialismus engagiert hatten.
Eine Ausstellung des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände in Kooperation mit dem Institut für Zeitgeschichte München-Berlin

13.07.19
29.09.19

Familienbande. Die Schenkung Schröder

Museum Ludwig

Die Ausstellung zeigt die eigenwillige und sinnliche Seite der Kunst der 1990er und 2000er Jahre. In dieser Zeit formiert sich in Köln eine neue Kunstszene: Junge Galerien wie jene von Christian Nagel eröffnen, die Zeitschrift Texte zur Kunst wird gegründet und ein Künstlerkollektiv betreibt den alternativen Ausstellungsraum Friesenwall 120. Das Rheinland entwickelt sich – im intensiven Austausch mit New York – zu einem intellektuellen Zentrum.
Beteiligte Künstler*innen:
Kai Althoff, Juliette Blightman, Cosima von Bonin, KP Brehmer, Tom Burr, Lukas Duwenhögger, Andrea Fraser, Isa Genzken, Dan Graham, Renée Green, Ull Hohn, Martin Kippenberger, Pierre Klossowski, Mark Leckey, Hilary Lloyd, Lucy McKenzie, Christian Philipp Müller, Nils Norman, Stephen Prina, Stephen Willats, Danh Võ

24.08.19
15.12.19

KOLN AN DER SEINE. Der Pavillon der Stadt Köln auf der Pariser Weltausstellung 1937

Kölnisches Stadtmuseum

Paris 1937: Zwei Jahre vor Beginn des Zweiten Weltkriegs präsentierten sich hier die Nationen auf der Weltausstellung. An der Seine standen sich die monumentalen Pavillons der Sowjetunion und des Deutschen Reiches direkt gegenüber – Konfrontation der Regime in einer Zeit, als in Europa die Demokratie an Boden verlor.
Als weltweit einzige Stadt errichtete Köln in Paris einen eigenen Pavillon, mit einem Restaurant direkt am Fluss. Die Leichtigkeit und Offenheit des Kölner Baus kontrastierte deutlich mit der pathetischen Strenge des deutschen Pavillons.
Der damals erst 19-jährige Kölner Karl Hugo Schmölz, später bekannter Architektur- und Werbefotograf, hielt die Weltausstellung in Paris und den Kölner Pavillon in brillanten Aufnahmen fest. Mit diesem bislang unveröffentlichten Fotoschatz entwickelt die Ausstellung ein eindrucksvolles Panorama des Jahres 1937, das Heinrich Mann als „das eigentlich kritische Europas“ bezeichnete.
Spannend erzählt sie von einer heute vergessenen Episode der deutsch-französischen Geschichte, mit Köln im Zentrum der Aufmerksamkeit. Auch Teil der Zeitreise: Die Aktivitäten von Kölner Künstlern, die versuchten, sich in Paris zu behaupten – zwischen fanatischer Gefolgschaft, geschickter Anpassung, stummen Protest oder offenem Widerstand.

24.08.19
15.12.19

KÖLN AM RHEIN. Von Zeit zu Zeit

Kölnisches Stadtmuseum

Eine Ausstellung in Kooperation mit dem Rheinischen Bildarchiv Köln
1947 dokumentierte der junge Fotograf Karl Hugo Schmölz (1917–1986) im Auftrag des städtischen Nachrichtenamtes das zerstörte Köln der Nachkriegszeit. Bei seinen Aufnahmen orientierte er sich an den Köln-Aufnahmen seines bekannten Vaters Hugo Schmölz (1879–1938) aus den 1920er- und 1930er-Jahren – und fotografierte die Plätze, Gebäude und Straßen vom exakt gleichen Standpunkt aus!
1992, 45 Jahre später, präsentierte das Kölnische Stadtmuseum diese bemerkenswerten Stadtansichten in einer vielbeachteten Ausstellung und kontrastierte sie mit neuen Fotografien, aufgenommen wieder aus demselben Blickwinkel.
Seitdem sind wieder über 25 Jahre vergangen: Ein guter Zeitpunkt, diese Triptychen mit Aufnahmen aus dem Jahr 2018 zu einem Quartett zu erweitern. Das eindrucksvolle Gegenüber des unzerstörten, des kriegsbeschädigten und des modernen Köln zeichnet ein eindringliches Porträt einer Stadt im permanenten Wandel – gemäß § 5 des Kölschen Grundgesetzes: Et bliev nix wie et wor.
Zu den auf diese außergewöhnliche Weise festgehaltenen Orten zählen beispielsweise der Neumarkt, der Hohenzollernring oder der Heumarkt.

02.09.19
02.11.19

Kriegserfahrungen 1939-1945. Kölner und Kölnerinnen an Front und Heimatfront

NS-Dokumentationszentrum

Obwohl der Beginn des Zweiten Weltkrieges nun achtzig Jahre entfernt ist, sind dessen Folgen im öffentlichen und privaten Bewusstsein nach wie vor gegenwärtig. Die tiefgreifenden Umbrüche, Gewalt- und Verlusterfahrungen hat die Erlebnisgeneration an die Generationen der Kinder und Enkelkinder weitergegeben. Die Ausstellung widmet sich den Kriegserfahrungen, die Kölner und Kölnerinnen in den Jahren 1939 bis 1945 machten. Sie beschränkt sich nicht auf die Erlebnisse in Köln, sondern fragt ebenso nach den Erfahrungen, die an der Front, in der Evakuierung oder durch Deportation gemacht wurden. Anhand von Interviews sowie Briefen und Fotografien, die meist aus privater Hand stammen, wird die individuelle Dimension veranschaulicht. Zugleich entsteht ein dichtes Bild der Folgen des Vernichtungskrieges, den das nationalsozialistische Deutsche Reich seit dem Überfall auf Polen am 1. September geführt hat.

20.09.19
10.11.19

Vergiss deinen Namen nicht – Die Kinder von Auschwitz

NS-Dokumentationszentrum

Sie wurden mit ihren Familien in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau verschleppt oder kamen dort unter unvorstellbaren Bedingungen zur Welt. Nur wenige haben überlebt. Sie tragen die Spuren des Erlittenen auf dem Leibe und in ihrer Seele. Die Häftlingsnummer, am Unterarm, Schenkel oder Po eingraviert, ist oft genug das einzige, was bis heute Auskunft gibt: Auschwitz. Mindestens 232.000 Säuglinge sowie Kinder und Jugendliche im Alter von ein bis 17 Jahren wurden aus allen Teilen Europas nach Auschwitz deportiert. Allein 216.000 waren Juden sowie 11.000 Sinti und Roma. Auf 56 großformatigen Tafeln werden eindringliche Lebensgeschichten von Kindern und Jugendlichen erzählt, die den Holocaust überlebt haben.
Eine Ausstellung des Internationalen Auschwitz Komitees in Kooperation mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Eine Ausstellung von Alwin Meyer

21.09.19
19.01.20

HIER UND JETZT im Museum Ludwig. Transcorporealities

Museum Ludwig

Die Ausstellungsreihe HIER UND JETZT im Museum Ludwig begreift das Museum als eine offene Struktur für experimentelle Formate. Dabei gilt es, die räumlichen und konzeptuellen Grenzen der Institution jenseits vertrauter Komfortzonen zu erweitern.
Unter dem Titel Transcorporealities widmet sich die fünfte Ausstellung der Reihe der Komplexität von Körperlichkeit. Neue materialistische und posthumanistische Theorien gehen davon aus, dass alle Körper poröse, offene Systeme sind, die sich im ständigen Austausch mit anderen Körpern und ihrer Umwelt gegenseitig durchdringen und ineinanderfließen. Diese Idee der „Transkorporalität“ ließe sich auch auf das Museum anwenden: Statt als hermetische Festung und Weihetempel eines kunsthistorischen Kanons kann man es als durchlässigen Körper begreifen, der sich wie ein lebendiger Organismus in einem stetigen Stoffwechselprozess durch äußere Einflüsse definiert und verändert.

04.10.19
12.01.20

Rembrandts graphische Welt

Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud

Rembrandt Harmensz. van Rijn starb am 4. Oktober 1669 in Amsterdam. Exakt 350 Jahre später, am 4. Oktober 2019, startet in Köln die erste von zwei Hommagen des Wallraf-Richartz-Museum an den berühmten Maler. Ergänzend zu seiner großen Sonderschau „Inside Rembrandt“ (1. November 2019 bis 1. März 2020) zeigt das Museum eine feine Auswahl an Radierungen aus seinem 160 Rembrandt-Blätter umfassenden Gesamtbestand in der Graphischen Sammlung.
Die Arbeiten zeichnen sich sowohl durch eine hohe ästhetische Qualität, einen vorzüglichen Erhaltungszustand als auch durch die besondere Kunstfertigkeit des Radierers Rembrandt aus. So genial er mit dem Pinsel agierte, so gekonnt lagen ihm auch Stichel und Nadel in der Hand. Die Kupferplatte war ihm genauso wichtig wie die Leinwand. Oft überarbeitete er sie so lange, bis er das gewünschte Ergebnis erzielte.
Aber auch seine kluge Materialauswahl verleiht den Werken den Touch des Besonderen, denn statt des üblichen Büttenpapiers entschied sich Rembrandt für Japanpapier. Zu den ausgewählten Spitzenblättern der Graphischen Sammlung im Wallraf gehören unter anderen „Abraham, die Engel bewirtend“ oder die „Drei Kreuze“. „Rembrandts graphische Welt“ fragt anschaulich nach den ästhetischen wie materiellen Kriterien, die erfüllt sein müssen, damit eine Rembrandt-Radierung auch nach rund 400 Jahren von Sammlern, Kennern und Liebhabern der Graphik als ein Meisterwerk angesehen wird.

11.10.19
05.01.20

Berliner Realismus

Käthe Kollwitz Museum

Rau, ruppig und politisch unbequem: Die Berliner Kunst zur Kaiserzeit besitzt Sprengkraft. Von Wilhelm II. mit dem Verdikt der ›Rinnsteinkunst‹ belegt, widmen sich Künstler der Berliner Secession um 1900 erstmals dezidiert sozialen Themen. Sie begründen eine spezifisch berlinische Tradition des sozialkritischen Realismus, die in der Kunst der Weimarer Republik ihre konsequente Fortsetzung findet.
Mit der Ausstellung Berliner Realismus – Von Käthe Kollwitz bis Otto Dix spannt das Käthe Kollwitz Museum Köln einen zeitlichen Bogen von den 1890er bis zu den 1930er Jahren. Im Fokus stehen dabei Künstler wie Heinrich Zille, Hans Baluschek und Käthe Kollwitz, die die prekären Lebens- und Wohnverhältnisse der Arbeiterschaft, die durch die Industrialisierung stark angewachsen ist, zum Thema ihrer Werke machen. Einen drastischen Einschnitt stellt der Erste Weltkrieg dar. Die zweite Generation von Künstlern, die in der Ausstellung gezeigt werden – darunter Otto Dix, George Grosz und Otto Nagel – ergreift nicht etwa Partei für ›den kleinen Mann‹, sondern kritisiert in ihrem Werk grundsätzlich die gesellschaftlichen Missstände der Weimarer Republik.
Eine Ausstellung des Bröhan-Museum, Berlin

01.11.19
01.03.20

Inside Rembrandt • 1606-1669

Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud

Meister, Virtuose, Genie oder Star – die Synonyme für Rembrandt sind so vielfältig wie seine Kunst, die die Menschen weltweit begeistert. Aber warum ist das so? Dieser Frage geht das Wallraf-Richartz-Museum mit einer großen Sonderausstellung nach: „Inside Rembrandt • 1606-1669“ ist eine Hommage an den Maler zu seinem 350. Todestag (gestorben am 4. Oktober 1669 in Amsterdam). Sie taucht ein in die Welt des Niederländers und erzählt bildgewaltig von einem dramatischen Künstlerleben zwischen Tragödie und Komödie. Dazu zeigt das Wallraf neben eigenen Rembrandt-Werken auch hochkarätige Leihgaben aus zahlreichen internationalen Häusern. So schickt die traditionsreiche Prager Nationalgalerie ihr faszinierendes Gemälde „Der Gelehrte im Studierzimmer“ erst zum zweiten Mal auf eine Reise ins Ausland. Um den Kosmos Rembrandt in all seinen Facetten aufleben zu lassen, präsentiert die Ausstellung auch ausgesuchte Arbeiten seiner Zeitgenossen und Schüler wie Jan Lievens, Govert Flinck und Ferdinand Bol. „Inside Rembrandt“ läuft vom 1. November 2019 bis zum 1. März 2020 in Köln und ist eine Kooperation zwischen dem Wallraf-Richartz-Museum und der Nationalgalerie Prag.
Die Ausstellung „Inside Rembrandt“ startet dort, wo auch für Rembrandt alles beginnt: im niederländischen Leiden. Hier wird er am 15. Juli 1606 geboren und verbringt seine Kindheit und Jugend in einer Geisteswelt, die ihn privat wie beruflich für immer prägt. Und hier eröffnet er im Jahre 1625 auch sein erstes Atelier. Anhand von frühen Rembrandt-Werken zeigt die Sonderschau eindrucksvoll, wie intensiv und detailversessen sich der Künstler schon damals dem Porträtieren von Menschen widmet. Klug und liebevoll platziert er sie in passende Interieurs und taucht sie in ein geradezu spirituelles Licht. Doch seine Geburtsstadt wird dem ambitionierten jungen Mann zu eng und so zieht es ihn Anfang der 1630er Jahre nach Amsterdam. Hier wird aus seiner Könner- eine Meisterschaft; schnell steigt er zum bestbezahlten Maler der Niederlande auf. In dieser Zeit, auf dem Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens, malt Rembrandt auch den Prager „Gelehrten“. In diesem glanzvollen Bild stecken das ganze Können und der Ehrgeiz des Malers, weshalb das Gemälde auch im Zentrum der Ausstellung hängt. Gemeinsam mit anderen Werken zeugt es von der Strahlkraft des Niederländers. Diese findet sich aber nicht nur in seinen eigenen Gemälden, Radierungen und Zeichnungen, sondern steckt auch in Bildern seiner Schüler, Werkstattmitarbeiter und Kollegen, die ihm allesamt nacheiferten. Wer „Inside Rembrandt“ besucht, der lernt ein altes Genie von einer neuen Seite kennen.

16.11.19
01.03.20

Wade Guyton

Museum Ludwig

Der 1972 geborene US-amerikanische Künstler Wade Guyton hat über gut zwei Jahrzehnte ein so konzeptuell konsequentes wie erfrischend eigensinniges Werk geschaffen. Bekannt ist er vor allem für seine mit einem herkömmlichen Tintenstrahldrucker hergestellten großformatigen Leinwandbilder mit ikonischen Motiven wie Flammen, den Buchstaben „X“ und „U“ oder der Website der New York Times. Nachdem das Museum Ludwig bereits mehrere Werke des Künstlers für die Sammlung ankaufen konnte, richtet es ihm 2019 eine große
Überblicksausstellung aus, die sein künstlerisches Schaffen von den Anfängen bis hin zu jüngsten Arbeiten vorstellt.