Yury Kharchenko

NS-Dokumentationszentrum

14. Juli bis 2. September 2018

Der 1986 in Moskau geborene Künstler Yury Kharchenko lebt seit Ende der 1990er-Jahre in Deutschland. Von 2004 bis 2008 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf. Als Jugendlicher erfährt er, dass der Großvater väterlicherseits mit Familiennamen Grynzspan hieß, diesen Namen als Rotarmist während des Zweiten Weltkriegs ablegte und in Kharchenko änderte. Der Großvater wie auch sein Vater verbargen ihre jüdische Herkunft in der sowjetischen Gesellschaft. Yury Kharchenko fragte sich bald: „Was ist das Jüdische in mir?“ Es wurde zu einem wesentlichen Thema seiner ästhetischen Selbstfindung. In seiner Kunst reflektiert er nicht nur die jüdische Identität seiner Familie. Er verweist auf den Holocaust wie auch auf den bis heute anhaltenden Antisemitismus.

Im Zentrum der Ausstellung stehen zwei Porträts von Herschel Grynszpan – darunter ein Selbstbildnis von Yury Kharchenko als Herschel Grynszpan – und ein Bildnis des Reichsbischofs der evangelischen Kirche Ludwig Müller. Diese Arbeiten fanden schon letztes Jahr bei der Ausstellung „Luther und Avantgarde“ im Frauengefängnis in Wittenberg nationale und internationale Aufmerksamkeit. Kharchenko thematisiert in diesen Bildern die Geschichte des Attentats von Grynszpan auf den Botschaftssekretär Ernst Eduard vom Rath in Paris am 7. November 1938, das die Nationalsozialisten für ihre lange geplanten Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung propagandistisch nutzten.
Des Weiteren werden eine Reihe von Porträts jüdischer Künstler und Intellektueller der Zeitgeschichte, darunter der Maler Felix Nussbaum, der Schriftsteller und Lyriker Paul Celan, der Publizist Simon Wiesenthal wie auch die Sängerin Amy Winehouse, präsentiert. Sie alle haben in den letzten Jahren einen wichtigen Einfluss auf Fragen, die sich Yury Kharchenko stellte: „Woher komme ich? Und wohin gehe ich?“

Die intellektuelle Auseinandersetzung mit der jüdischen Kultur, Geschichte und Religion führte Kharchenko zu einer spirituellen Beeinflussung seiner Kunst. Diese zeigt sich vor allem in dem Zyklus „Häuser“. Kharchenko verknüpft in diesen Gemälden die Frage nach der Identität mit dem Haus als Symbol des Schutzes und der Geborgenheit. Aus der Serie „House of Spirits“ werden zwei Kunstwerke präsentiert, die Bezug auf die Rolle der jüdischen Gründerväter nehmen.

Kay Heymer, Leiter der Moderne im Museum Kunstpalast Düsseldorf, beschreibt die Gemälde Kharchenkos als „vielfach überarbeitet und vielschichtig – Farbe wurde aufgetragen, wieder abgenommen, in pastoser und in stark verflüssigter Form aufgebracht. Seine Gemälde wirken dank ihrer komplexen Herstellungstechnik gleichzeitig expressiv und anonym, aktuell und zeitlos.“

Öffentliche Führungen

So. 22.07.
14:00 Uhr

Öffentliche Führung durch die Sonderausstellung „Yury Kharchenko: Von Herschel Grynszpan über Simon Wiesenthal zu Amy Winehouse“

Für: Alle | Von: NS-Dokumentationszentrum | Treffpunkt: EL-DE-Haus | Preis: € 4,50 | ermäßigt: € 2,00 | Rahmenprogramm zu: „Yury Kharchenko“, 14.07.2018 - 02.09.2018

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So. 19.08.
14:00 Uhr

Öffentliche Führung durch die Sonderausstellung „Yury Kharchenko: Von Herschel Grynszpan über Simon Wiesenthal zu Amy Winehouse“

Für: Alle | Von: NS-Dokumentationszentrum | Treffpunkt: EL-DE-Haus | Preis: € 4,50 | ermäßigt: € 2,00 | Rahmenprogramm zu: „Yury Kharchenko“, 14.07.2018 - 02.09.2018

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Mo. 20.08.
17:00 Uhr

Exklusiv-Führung durch die Sonderausstellung „Yury Kharchenko: Von Herschel Grynszpan über Simon Wiesenthal zu Amy Winehouse“

Für: Alle | Von: NS-Dokumentationszentrum | Treffpunkt: EL-DE-Haus | Teilnahme: kostenlos | Rahmenprogramm zu: „Yury Kharchenko“, 14.07.2018 - 02.09.2018

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Do. 30.08.
15:00 Uhr

Yury Kharchenko

Für: Senioren | Von: Museumsdienst Köln | Mit: Barbara Kirschbaum | Reihe: SeniorenTreff | Treffpunkt: Kasse | Preis: € 2,00 | zzgl. Eintritt | Rahmenprogramm zu: „Yury Kharchenko“, 14.07.2018 - 02.09.2018

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Adresse

Appellhofplatz 23-25
50667 Köln
T +49 221 221 26332
F +49 221 221 25512
nsdok@stadt-koeln.de

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag 10 - 18 Uhr
Samstag und Sonntag 11 - 18 Uhr
Jeden ersten Donnerstag im Monat 10 - 22 Uhr
Montag geschlossen

an Feiertagen (auch montags!) geöffnet wie sonntags:
Karfreitag, Ostermontag, 1. Mai, Christi Himmelfahrt, Fronleichnam, Pfingstmontag, Tag der Deutschen Einheit (3. Okt.), Allerheiligen, 2. Weihnachtstag.

montags geschlossen
sowie an Heiligabend, 1. Weihnachtstag, Silvester und Neujahr.

 

Eintritt

Dauerausstellung und Sonderausstellung 4,50 €
ermäßigt 2,00 €
freier Eintritt Kölner Kinder bis 18 Jahre, alle Schülerinnen und Schüler (inkl. 2 Begleitpersonen je Klasse), KölnPass-Inhaberinnen und -Inhaber, Geburtstagskinder mit Wohnsitz Köln am Tag ihres Geburtstages

1. Donnerstag im Monat (ausgenommen Feiertage) freier Eintritt  für alle Besucherinnen und Besucher mit Wohnsitz in Köln.
Freien Eintritt haben Begleiterinnen und Begleiter von Menschen mit Behinderungen, deren Schwerbehindertenausweis den Buchstaben „B" ausweist.

Audioguides

Gebühr von 2,00 €
Audioguide für Rundgang durch Gedenkstätte und Dauerausstellung in acht Sprachen (deutsch, englisch, französisch, hebräisch, niederländisch, polnisch, russisch und spanisch)

Barrierefreiheit

Das Museum ist nur eingeschränkt für Menschen mit Behinderungen nutzbar.

Museumsshop

Verkauf von Publikationen an der Kasse des Museums.

Anfahrt & Verkehrsanbindung

Öffentliche Verkehrsmittel
Bahn, S-Bahn: "Hauptbahnhof" (5-10 Minuten Fußweg)
U-Bahn: "Appellhofplatz"
Parkhäuser
Oper-Ladenstadt / DuMont-Carré