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Museum Ludwig

„Filmgeschichten“: Manifeste

Do. 13.08.
19:00 Uhr

Film

Schatten

US 1959, 87’, 35mm, OF, R: John Cassavetes, mit: Ben Carruthers, Lelia Goldoni, Hugh Hurd Mit einer Einführung von Holger Römers, Filmkritiker

Dem offiziellen Film in aller Welt geht der Atem aus (…) Die große Glätte ihrer Ausführung ist zur Perversion entartet, die die Falschheit ihrer Themen, den Mangel an Empfindsamkeit, ihren Mangel an Stil verbirgt (…) Wir glauben, dass der Film unteilbar ein persönlicher Ausdruck ist. Wir lehnen daher die Einmischung von Producern, Verleihern und Geldgebern ab, solange unser Werk nicht soweit ist, dass es auf die Leinwand geworfen werden kann.
Erste Erklärung der Gruppe Neuer Amerikanischer Film, 1960

Die drei afroamerikanischen Geschwister Ben, Lelia und Hugh schlagen sich mehr schlecht als recht in der New Yorker Jazz- und Beatnikszene durch. Ihr Alltag ist geprägt von subtilen Mechanismen der Ausgrenzung in einem zutiefst rassistischen Amerika. Mit einer halbdokumentarischen 16-mm-Kamera, improvisierten Szenen und dem treibenden Beat des Jazz schafft John Cassavetes in seinem Regiedebüt ein atmosphärisches wie auch politisches Porträt urbanen Lebens, das als wegweisend für den amerikanischen Independentfilm gilt.

Für: Erwachsene | Von: Filmforum NRW | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig | Preis: € 6,50 | ermäßigt: € 5,50 | Tickets: www.veedelsretter.koeln und an der Abendkasse, Anmeldung an info@filmforumnrw.de erwünscht

Do. 27.08.
19:00 Uhr

Film

Soleil Ô

MR/F 1970, 100’, DCP, OmeU, restauriert von der Cineteca di Bologna in Zusammenarbeit mit Med Hondo, R: Med Hondo, mit: Robert Liensol, Théo Legitimus, Gabriel Glissand Mit einer Einführung von Karl Rössel, FilmInitiativ Köln e.V. / Afrika Film Festival

Wir gehen ins Kino und schlucken alles runter, was uns da aufgetischt wird! (…) Wir denken nie darüber nach (…), dass diese Filme wie Gift sind, dass sie uns nicht betreffen, dass sie noch nicht einmal unsere Sprache sprechen, dass sie nicht von unserer Überlieferung, von unseren Kulturen handeln, und von unserem Alltag und unserer Mühsal sprechen sie auch nicht! (…) DER EINZIGE Weg zu kämpfen, ist, alle Kinosäle und Verteilerkonsortien zu nationalisieren. Ja, wir brauchen ein nationales Kino, weil alles seine Zeit hat: Es gibt eine Zeit des Leidens, eine Zeit des Nachdenkens, und eine Zeit, die Wahrheit zu sagen. Dieser Augenblick ist nun gekommen.
Med Hondo: Les bicots nègres vos voisins, 1973

Paris in den 1960er Jahren: Ein mauretanischer Migrant erlebt auf der Suche nach einer Wohnung und einem Job den Rassismus und die Gleichgültigkeit der französischen Gesellschaft. In einer Mischung aus cinema verité, Satire, Surrealismus und Eisensteinscher Montage prangert Med Hondo in seinem Debütfilm die Auswirkungen und Entgleisungen von Kolonialismus und Kapitalismus an. Ein Akt der Wut und Befreiung, der ihn schlagartig als Stimme eines avantgardistischen, politisch engagierten afrikanischen Kinos berühmt machte.

Für: Erwachsene | Von: Filmforum NRW in Zusammenarbeit mit FilmInitiativ Köln e.V. / Afrika Film Festival | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig | Preis: € 6,50 | ermäßigt: € 5,50 | Tickets: www.veedelsretter.koeln und an der Abendkasse, Anmeldung an info@filmforumnrw.de erwünscht

Mi. 02.09.
19:00 Uhr

Film

Von Morgens bis Mitternachts

D 1920, 73’, DCP, Regie: Karlheinz Martin, mit: Ernst Deutsch, Erna Morena, Hans Heinrich von Twardowski Mit Musik von Tobias Thomas (Kompakt) und einem Einführungsvortrag von Prof. Dr. Ulrike Hanstein, ifs internationale filmschule köln

Der Expressionismus will nicht passiv hinnehmen, er will gestalten. (…) Nicht mehr ist einfühlende und nachschaffende Psychologie das künstlerische Mittel: das metaphysische Wollen bestimmt die Schöpfung (…) Der Expressionismus stellt nicht den Gegenstand in seiner abtastbaren Wirklichkeit dar: es handelt sich um eine grundsätzlich andere Ebene des Daseins.

Rudolf Kurtz: Expressionismus und Film, 1926

Der Kassierer einer Bank stiehlt eine hohe Summe Geld – der Liebe wegen. Doch das ersehnte Glück bleibt aus und die Verlockungen der Großstadt stürzen ihn immer weiter ins Verderben. Als Low-Budget-Projekt mit unkonventionellen Inszenierungsideen gedreht, blieb der Erfolg für Karlheinz Martin seinerzeit aus. Mittlerweile gilt seine Verfilmung des gleichnamigen Bühnenstücks dank des expressionistischen Dekors, der expressiven Schauspielkunst und des Sujets einer grotesken Gesellschaft als einer der wenigen wirklich expressionistischen Filme.

In Zusammenarbeit mit KölnMusik

Für: Erwachsene | Von: Filmforum NRW | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig | Preis: € 6,50 | ermäßigt: € 5,50

Do. 08.10.
19:00 Uhr

Film

Rätsel der Sphinx

GB 1977, 91’, DCP, OmU, Regie: Laura Mulvey/Peter Wollen, mit: Dinah Stabb, Merdelle Jordine, Riannon Tise

Mit anschließendem Gespräch und Buchpräsentation mit Prof. Dr. Laura Mulvey, Filmwissenschaftlerin und Filmemacherin, Moderation: Dr. Maxa Zoller, Festivalleiterin des Internationalen Frauenfilmfestivals Dortmund | Köln

Wir gehen davon aus, dass Film die ungebrochene, gesellschaftlich etablierte Interpretation des Geschlechtsunterschiedes reflektiert, sogar damit spielt und die Bilder, die erotische Perspektive und Darstellung kontrolliert. (…) Der erste Schlag gegen die monolithische Akkumulation traditioneller Filmkonventionen hat zum Ziel, den Blick der Kamera zu befreien, ihre Materialität in Zeit und Raum herzustellen, den Blick des Zuschauers zu einem dialektischen zu machen, eine leidenschaftliche Trennung herbeizuführen.
Laura Mulvey: Visuelle Lust und narratives Kino, 1975

Das Durchblättern von Seiten, ein Standbild von Greta Garbo, eine vorlesende Laura Mulvey, Bilder der ägyptischen Sphinx und schließlich: das Leben einer alleinerziehenden Mutter in 13 langsamen 360-Grad-Schwenks. Nichts weniger als die Analyse der patriarchalen Gesellschaft von der griechischen Mythologie bis in den Alltag der 1970er Jahre steht im Zentrum von RIDDLES OF THE SPHINX, mit dem Laura Mulvey und Peter Wollen ihren Ruf nach einer neuen Blickpolitik in der eigenen Filmarbeit einlösen.

Im Anschluss an den Film findet ein Gespräch mit der Filmemacherin und feministischen Filmwissenschaftlerin Laura Mulvey statt. Im Gespräch mit Maxa Zoller wird sie ihr aktuell erschienenes Buch „Afterimages: On Cinema, Women and Changing Times“ vorstellen, in dem sie ihren programmatischen Text „Visuelle Lust und narratives Kino“ von 1975 aus heutiger Perspektive reflektiert.

Für: Erwachsene | Von: Filmforum NRW in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund | Köln | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig | Preis: € 6,50 | ermäßigt: € 5,50 | Tickets: nur an der Abendkasse, Anmeldung an info@filmforumnrw.de erwünscht

Sa. 10.10.
17:00 Uhr

Film

Die Muschel und der Kleriker

F 1928, 40’, DCP, Regie: Germaine Dulac, mit: Alex Allin, Genica Athanasiou, Lucien Bataille Mit Klavierbegleitung von Daniel Kothenschulte und einer Einführung von Prof. Dr. Ulrike Hanstein, ifs internationale filmschule köln

SURREALISMUS, Substantiv, m., reiner, psychischer Automatismus, durch welchen man, sei es mündlich, sei es schriftlich, sei es auf jede andere Weise, den wirklichen Ablauf des Denkens auszudrücken sucht. Denk-Diktat ohne jede Vernunft-Kontrolle und außerhalb aller ästhetischen oder ethischen Fragestellungen.

ENZYKLOPÄDIE. Philosophie. Der Surrealismus beruht auf dem Glauben an die höhere Wirklichkeit gewisser, bis heute vernachlässigter Assoziations-Formen, an die Allgewalt des Traums, an das absichtsfreie Spiel des Gedankens. Er zielt darauf hin, die anderen psychischen Mechanismen zu zerstören und ihre Stelle einzunehmen zur Lösung der wichtigsten Lebensprobleme.

André Breton: Manifest des Surrealismus, 1924

Ein Priester, ein Offizier und eine Frau im ödipalen Dreieck: Die freudianische Symbolik ihrer männlichen Kollegen sezierend, visualisiert Germaine Dulac in diesem surrealistischen Meisterwerk die Träume und Phantasien des Priesters – um diese am Ende als pathetische Wunschgebilde bloßzustellen. Ihr kritischer Blick wie auch die innovative Verwendung von Zeitlupenbildern und Überblendungen, Verzerrungen und Schärfe-/Unschärfe-Gegensätzen verschafften Germaine Dulac seinerzeit einen kleinen Skandal und später den ehrenvollen Titel der ersten feministischen Filmemacherin.

Im Anschluss:

SA, 10.10.2020, 19:00 Uhr im WDR Funkhaus

EIN ANDALUSISCHER HUND
F 1929, 16’, digital, Regie: Luis Buñuel, mit: Pierre Batcheff, Luis Buñuel
Mit Live-Musik von Mauricio Kagel (1982), WDR Sinfonieorchester

DER UNTERGANG DES HAUSES USHER
F 1928, 59’, digital, Regie: Jean Epstein, mit: Jean Debucourt, Marguerite Gance
Mit Live-Musik von J.M. Sánchez-Verdú (2019), WDR Sinfonieorchester

In Zusammenarbeit mit der WDR-Reihe Musik der Zeit

Für: Erwachsene | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig | Preis: € 6,50 | ermäßigt: € 5,50 | Tickets: nur an der Abendkasse, Anmeldung an info@filmforumnrw.de erwünscht

Do. 22.10.
19:00 Uhr

Film

Cléo - Mittwoch Zwischen 5 und 7

F/I 1962, 90’, 35mm, OmeU, Regie: Agnès Varda, mit: Corinne Marchand, Antoine Bourseiller, Michel Legrand Mit einer Einführung von Betty Schiel, Programmkuratorin Internationales Frauenfilmfestival Dortmund | Köln

Ich stelle mir den Film von morgen vor wie ein Bekenntnis oder wie ein Tagebuch. Die jungen Filmer werden sich in der ersten Person ausdrücken und schildern, was ihnen widerfahren ist, (…) und es müsste fast notgedrungen ankommen, weil es wahr und neu wäre. (…) Der Film von morgen wird nicht von Beamten hinter der Kamera gedreht werden, sondern von Künstlern, für die das Drehen eines Films ein wunderbares und erregendes Abenteuer darstellt. (…) Der Film von morgen wird ein Akt der Liebe sein.

François Truffaut: Der französische Film krepiert an den falschen Legenden, 1957

 

Cléo, jung, schön und eine beliebte Sängerin, droht eine schwerwiegende ärztliche Diagnose. Genervt von ihrem Leben im goldenen Käfig flieht sie auf die Straßen von Paris und lässt sich treiben. In Echtzeit und mit einer bewegten Kamera folgt der Film Cléo bei ihrem Streifzug, der aufgrund geringer finanzieller Mittel innerhalb von fünf Wochen in chronologischer Reihenfolge gedreht wurde. Eine gleichsam nüchterne wie poetische Liebeserklärung an das urbane Leben, die Kunst und das Ausbrechen aus Konventionen von der großen Abenteurerin der Nouvelle Vague, Agnès Varda.

Für: Erwachsene | Von: Filmforum NRW in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund | Köln und dem Institut français | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig | Preis: € 6,50 | ermäßigt: € 5,50 | Tickets: nur an der Abendkasse, Anmeldung an info@filmforumnrw.de erwünscht Weitere Infos: www.filmforumnrw.de und www.facebook.com/FilmforumNRW

Do. 12.11.
19:00 Uhr

Film

Idioten

DK 1998, 117’, 35mm, DF, Regie: Lars von Trier, mit: Bodil Jørgensen, Jens Albinus, Anne Louise Hassing Mit einer Einführung von Sven von Reden, Filmkritiker

Heute tobt ein Sturm der Technik, der die ultimative Demokratisierung des Mediums zur Folge haben wird. Zum ersten Mal hat wirklich jeder die Möglichkeit, Filme zu machen. Doch je zugänglicher das Medium wird, desto wichtiger ist die Avantgarde. Es ist kein Zufall, dass der Ausdruck »Avantgarde« einen militärischen Beiklang hat: Disziplin ist die Antwort … Wir müssen unsere Filme in Uniformen stecken, weil der individuelle Film per definitionem dekadent ist! DOGMA 95 stellt dem individuellen Film ein unangreifbares Regelwerk entgegen, das sogenannte Keuschheitsgelübde.

Lars von Trier, Thomas Vinterberg, Kristian Levring, Søren Kragh-Jacobsen: DOGMA 95, 1995

Elf junge Menschen um die 30 tun sich zusammen, um verrückt zu spielen. Zwischen Selbstfindung und Provokation der Umwelt angesiedelt, gerät das antibürgerliche Experiment zunehmend außer Kontrolle. Noch ganz im Sinne des »Keuschheitsgelübdes« mit Handkamera und ohne künstliches Licht, optische Bearbeitung oder Filter gedreht, irritiert der zweite Dogma Film formal wie inhaltlich – und verschaffte dem Meister der Provokation Lars von Trier einen weiteren Skandal.

Für: Erwachsene | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig | Preis: € 6,50 | ermäßigt: € 5,50 | Tickets: nur an der Abendkasse, Anmeldung an info@filmforumnrw.de erwünscht

 
 
 

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