Veranstaltungskalender

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Museum Ludwig

17. Afrika Film Festival Köln

So. 22.09.
12:00 Uhr

Film

System K

FR 2019, DCP, OmeU, R: Renaud Barret

Affenschädel, Elektroschrott, Macheten oder die eigenen Körper – den Materialien, die von den in dem Dokumentarfilm SYSTEM K porträtierten Straßenkünstler*innen für ihre Kunst verarbeitet werden, sind keine Grenzen gesetzt. Sie agieren jenseits des Mainstreams und nutzen die Straßen der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa als subkulturelle Bühne für ihre grenzüberschreitenden Performances, Skulpturen und bewegten Bilder. Die Auftritte der avantgardistischen Künstler*innen sind hoch politisch und ihnen drohen deshalb nicht selten Verhaftungen, Geheimdienstverhöre, wenn nicht sogar Folter. Sie befassen sich mit gesellschaftskritischen Themen wie Korruption und Ausbeutung, der Privatisierung von Wasser und kollektiven Traumata und prangern diejenigen an, die davon profitieren. Im Fokus stehen dabei die Geschichte und die Repression in ihrem Land, dessen Gesellschaft von extremer Armut und bewaffneten Konflikten zerrüttet ist und in dem Kunst vielen als unerreichbarer Luxus erscheint.

Für: Erwachsene | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

So. 22.09.
14:00 Uhr

Film

African Shorts: Fokus

Gast: Dani Kouyaté

FITNA
AL 2019, 15’, digital, OmeU, R: Rabah Slimani

BROTHERHOOD
CAN/KAT/S/TUN 2018, 25’, DCP, OmU, R: Meryam Joobeur

FAMILY IN EXILE
M 2018, 15’, digital, OmeU, R: Fatima Matousse

UN AIR DE KORA
SEN 2018, 23’, digital, OmeU, R: Angèle Diabang

THE NECESSARY EVIL
DR Kongo/B 2016, 11’, digital, OmeU, R: Leonard Pongo

TITHES & OFFERINGS
K/USA 2018, 17’, digital, OmeU, R: Tony Koros

Die Kurzfilmreihe (Gesamtlänge: 106 Minuten) demonstriert mit Beispielen aus sechs afrikanischen Ländern die inhaltliche und formale Bandbreite der cineastischen Auseinandersetzung mit fundamentalistischen Ideologien. Sie reicht von der Kritik an evangelikal-christlichen bis zu islamistischen Bewegungen und wird mal mit fiktiven, mal mit dokumentarischen Stilmitteln vermittelt. Dabei werden auch auf Islamophobie beruhende Vorurteile und Verdächtigungen angeprangert.

Der algerische Kurzspielfilm FITNA illustriert, wie fundamentalistische Moralvorstellungen zwischenmenschliche Beziehungen untergraben - in diesem Fall zwischen der lebensfrohen Feriel und ihrem zunehmend fanatischen Bruder Mounir.

Um reale Erfahrungen mit jungen Islamisten, die als Freiwillige für den Islamischen Staat gekämpft haben, geht es in BROTHERHOOD. Der Film erzählt von dem tunesischen Hirten Mohamed, dessen Leben in Aufruhr gerät, als sein ältester Sohn Malik mit einer Frau aus Syrien nach Hause zurückkehrt.

In FAMILY IN EXILE versucht die Regisseurin zu ergründen, warum ihr strenggläubig muslimischer Vater seit Jahren nicht mehr mit ihr und ihrer Mutter spricht, obwohl er nur ein Stockwerk unter ihnen lebt. UN AIR DE KORA erzählt von der jungen Muslimin Salma, die Kora spielen will, obwohl dies Frauen verboten ist. Deshalb sucht sie sich heimlich einen Lehrer.

In eindrucksvollen Bildern porträtiert THE NECESSARY EVIL, wie die Hoffnungen gläubiger Menschen in der mehrheitlich christlichen Demokratischen Republik Kongo von protestantischen Sekten ausgenutzt werden.

Und die humorvolle Satire TITHES & OFFERINGS entlarvt einen kenianischen Scharlatan, der sich als „Wunderheiler“ ausgibt.

Für: Erwachsene | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

So. 22.09.
16:00 Uhr

Film

Nofinofy (Dream)

MAD/FR, 70‘, digital, OmeU, R: Michaël Andrianaly Gast: Michaël Andrianaly

Der Frisör Romeo muss sich nach einem neuen Laden umschauen, nachdem sein Geschäft von der Gemeinde abgerissen wurde. Als schnelle Alternative findet er eine Bruchbude, in der er sein Handwerk zunächst fortsetzen kann. Während er davon träumt, eines Tages Inhaber eines richtigen Frisörsalons zu sein, schleppt sich sein Leben mühsam dahin und Romeo ist es zunehmend leid, auf positive Veränderungen zu warten. NOFINOFY begleiten Romeos Alltags, der gespickt ist von täglichen Nachrichten, Ängsten und Hoffnungen in Madagaskar – einem Land voller Korruption und Armut. „Film um Film“, so der Regisseur Michaël Andrianaly, „wird meine Arbeit zu meiner Art, mich zu engagieren. Es ist meine Art, mich zu wehren“.

Für: Erwachsene | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

So. 22.09.
18:00 Uhr

Film

Lost Warrior

DK/SOM 2018, 82’, DCP, OmU, R: Nasib Farah & Søren Steen Jespersen Gast: Nasib Farah

LOST WARRIOR erzählt die Geschichte von Mohamed, dem seine Eltern ein besseres Leben wünschen, weshalb sie ihn schon im Alter von drei Jahren von Somalia nach England schicken. Als Teenager gerät er dort auf die schiefe Bahn, landet im Gefängnis, radikalisiert sich und wird mit 19 zurück nach Somalia abgeschoben: direkt in die Fänge der Terrororganisation Al-Shabaab. Als er erkennt, dass Al-Shabaab weder für Befreiung noch für Frieden steht, flieht er nach Mogadischu, um sich vor der Organisation zu verstecken, die ihn als Abtrünnigen verfolgt. Dort lernt er die junge Fathi aus London kennen. Die beiden heiraten, Fathi wird schwanger, aber sie muss alleine nach London zurückkehren, da Mohammed keine Papiere besitzt. Ob die Familie je wieder zusammenfindet?

Regisseur Nasib Farah plädiert dafür, „jungen Menschen, die ihr Leben riskieren, wenn sie zynische Terrororganisationen verlassen“, eine zweite Chance zu gewähren.

In Zusammenarbeit mit dem Friedensbildungswerk Köln

Für: Erwachsene | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

So. 22.09.
20:00 Uhr

Film

African Shorts: Ostafrika

Gäste: Hawa Essuman, Fibby Kioria

WAKAMBA FOREVER
K 2018, 9’, digital, OmeU, R: Alex Maina

MAWE! IGNORANCE IS BLISS OR SOMETHING LIKE THAT
UGA 2018, 23‘, digital, OmeU, R: Malcolm Bigyemano

DÉAMBULATION
MAD 2018, 27’, digital, OmeU, R: Tovoniaina Rasoanaivo

BALLAD OF THE SPIRITS
ETH 2017, 13‘, digital, OmeU, R: Beza Hailu Lemma

I GOT MY THINGS AND LEFT
RWA/CH 2018, 23‘, DCP, OmeU, R: Philbert Aimé Mbabazi Sharangabo

Auf Einladung von FilmInitiativ präsentieren Hawa Essuman, Regisseurin aus Kenia und Schirmfrau des Festivals, sowie Fibby Kioria, Produzentin aus Uganda, eine Auswahl aktueller Kurzfilme aus Ostafrika. (Gesamtlänge: 95 min.)

Die Komödie WAKAMBA FOREVER spielt im Jahr 1895 und erzählt mit satirischen Mitteln von der Geschichte und Kultur der Akamba in Kenia und ihren ersten Begegnungen mit den britischen Kolonisatoren.

MAWE! rufen Frauen in Uganda in der Sprache Rutooro, wenn sie überrascht sind, so wie die beiden Protagonistinnen des Films, deren Bekanntschaft auch eine überraschende Wendung nimmt.

Tojo ist ein junger Porträt-Fotograf, der, wie in DÉAMBULATION zu sehen, in der Hauptstadt Madagaskars meist in den einfachen Wohnvierteln arbeitet. In seinen pessimistischen Schwarz-Weiß-Bildern spiegelt sich die (Kolonial-) Geschichte des Landes wie die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

BALLAD OF THE SPIRITS erzählt von einem Äthiopier, dessen Beziehung zu seiner Geliebten abrupt endet und der auf der Suche nach Erklärungen dafür durch Addis Abeba streift. Historische und moderne Architektur der Stadt stehen dabei für Vergangenes wie für mögliche persönliche und gesellschaftliche Veränderungen.

Der Titel I GOT MY THINGS AND LEFT verweist schon auf das Thema Abschied in dem Kurzfilm aus Ruanda. Konkret geht es um einen verstorbenen Künstler namens Eric, dessen Freund*innen in seinem Haus zu einem berührenden Trauerritual zusammenkommen, bei dem sie Erinnerungen an sein Leben austauschen.

Für: Erwachsene | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

Di. 24.09.
17:00 Uhr

Film

L’appel À La Danse

SEN 2015, 80’, digital, OmeU, R: Diane Fardoun

Als Pilotfilm einer Serie von Filmen über Tanzstile aus aller Welt konzentriert sich L’APPEL À LA DANSE auf die Entwicklung des Tanzes im Senegal. Dort gibt es seit jeher traditionelle Stile wie den Sabar, die von vielen bis heute mit Stolz getanzt werden. Aber auch neue, urbane Tanzstile entwickeln sich zunehmend auf den Straßen des westafrikanischen Landes. Der Dokumentarfilm präsentiert aufstrebende, senegalesische Tänzer*innen, die individuelle Geschichten erzählen und mit innovativen Performances Grenzen zwischen unterschiedlichen Tanzstilen immer wieder durchbrechen und das Urbane mit der Tradition verweben. Der Film bietet sinnliche Einblicke in die

senegalesische Kultur und versucht, Antworten auf die Frage zu geben: Warum tanzen die Menschen?

Für: Erwachsene | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

Di. 24.09.
19:00 Uhr

Film

Hyènes

SEN 1992, 110’, DCP, OmU, R: Djibril Diop Mambéty Gäste: Dr. Yilmaz Dziewior , Lemohang Jeremiah Mosese

Der zwischen Berlin, New York und Lesotho pendelnde Regisseur Lemohang Jeremiah Mosese präsentiert ein Meisterwerk des afrikanischen Kinos: HYÈNES ist eine Verfilmung des bekannten Dürrenmatt-Theaterstücks „Der Besuch der alten Dame“ im westafrikanischen Ambiente. Ort der Handlung ist das Sahelstädtchen Colobane, in dem Linguere Ramatou einst von dem reichen Händler Dranab Drameh geschwängert und dann verstoßen wurde. Jahre später kehrt sie – „reich wie die Weltbank“ – zurück, um Rache zu nehmen. Eine bildmächtige Kritik an der kapitalistischen Glitzerwelt von Djribril Diop Mambéty, der als erster westafrikanischer Filmkünstler eine unverwechselbar eigene Filmsprache entwickelte, die von der Musik seines Bruders Wasis Diop kongenial ergänzt wird.

In Zusammenarbeit mit “Freunde des Wallraf-Richartz-Museum und des Museum Ludwig“ (www.museumsfreunde-koeln.de)

Für: Erwachsene | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

Di. 24.09.
21:30 Uhr

Film

Die Stropers (The Harvesters)

SA/FR/GR/PL 2018, 105‘, digital, OmeU, R: Etienne Kallos

Der Teenager Janno lebt mit seiner Familie in einer konservativ-religiösen Gemeinschaft im ehemaligen Oranje-Freistaat Südafrikas. In der rauen Welt der Buren – jener Siedler, deren Vorfahren Südafrika als Erste kolonisierten – sind die Geschlechterrollen klar verteilt. Auch der eher sensible Janno versucht auf der Farm seiner Eltern den Normen der weißen Afrikaans-Minderheit zu entsprechen. Die Gunst seiner Mutter ist ihm dabei ein großer Lohn. Doch dann bringt diese den Waisenjungen Pieter mit nach Hause, einen drogenabhängigen Straßenjungen. Aus der anfänglich brüderlichen Beziehung zwischen den jungen Männern entwickelt sich bald ein Machtkampf um elterliche Zuneigung.

Etienne Kallos vermittelt in seinem Erstlingsfilm die Stimmung in Südafrikas „Bible Belt“ mit atemberaubenden Bildern: Mal agieren seine Figuren vor unendlich weiten, lichten Graslandschaften, mal in engen, düster beleuchteten Räumen. Einladungen zu Festivals in aller Welt und Auszeichnungen u. a. in Italien und Tunesien waren die Folge.

Für: Erwachsene | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

Mi. 25.09.
17:30 Uhr

Film

Black Brazilian Shorts 2

Gast: Alex Mello

JEAN
BRA 2019, 15’, digital, OmeU, R: Vitor Kruter & Alex Mello

SOPHIA
BRA 2013, 15’, digital, OmeU, R: Kennel Rógis

PRETO NO BRANCO
BRA 2016, 15’, digital, OmeU, R: Valter Rege

PELE SUJA MINHA CARNE (DIRTY SKIN)
BRA 2016, 14’, digital, OmeU, R: Bruno Ribeiro

KAIRO
BRA 2018, 15’, digital, OmeU, R: Fabio Rodrigo

SEM ASAS
BRA 2019, 20’, digital, OmeU, R: Renata Martins

Kurzfilme von schwarzen Regisseur*innen aus Brasilien (Gesamtlänge: 94 min.), die der Filmemacher und Festivalleiter Alex Mello (CineBrasil/Cinema Negro) kuratiert hat und auch persönlich vorstellt.

Für den Kurzfilm JEAN schrieb Alex Mello das Drehbuch. Inspiriert vom Leben des Künstlers Jean-Michel Basquiat erzählt der Film von einem Maler, der mit Geistern der Vergangenheit abrechnet.

SOPHIA zeichnet das sensible Porträt einer alleinerziehenden Mutter, Näherin in einer Textilfabrik, und ihrer taubstummen Tochter.

PRETO NO BRANCO illustriert den alltäglichen Rassismus in Brasilien am Beispiel des 20-jährigen Roberto, der des Diebstahls verdächtigt und festgenommen wird, nur weil er schwarz ist. Doch er weiß sich zu wehren...

In PELE SUJA MINHA CARNE entdeckt ein junger Mann seine Liebe zu einem Schulfreund. Aber in einem Land, in dem der rechtsextreme Präsident Jair Bolsonaro mit homophober Hetze Wahlen gewinnt, ist das nicht einfach...

KAIRO erzählt von einem Jungen, der von einer Sozialarbeiterin aus der Schule abgeholt wird, weil seine Familie Opfer eines Polizeiübergriffs geworden ist. Der Film ist der Menschenrechtlerin und Abgeordneten Marielle Franco gewidmet, die 2018 ermordet wurde, weil sie Polizeigewalt gegen Schwarze angeprangert hatte.

In SEM ASAS gerät ein Junge, der Mehl für seine Mutter einkauft, in die Fänge paramilitärisch bewaffneter Drogenfahnder – ein erster cineastischer Aufschrei gegen die Menschenjagden, die Polizeitruppen und Scharfschützen unter Präsident Bolsonaro in den Armenvierteln Brasiliens veranstalten.

In Zusammenarbeit mit Camões – Instituto da Cooperação e da Língua (Portugal), Portugiesisch-Brasilianisches Institut der Universität zu Köln, CineBrasil, Cinema Negro, Informationsstelle Lateinamerika e. V. (ila), Köln-Rio e. V. & Kino Latino Köln

Für: Erwachsene | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

Mi. 25.09.
19:30 Uhr

Film

Duga Les Charognards

BFA 2019, 95’, DCP, OmU, R: Abdoulaye Dao & Hervé Eric Lengani Gast: Hervé Eric Lengani

Boromo, Burkina Faso: Als Rasmané erfährt, dass sein Freund Pierre verstorben ist, macht er sich auf den Weg zu dessen Haus, um der Familie zu helfen, den Leichnam zur Beerdigung in sein Heimatdorf zu transportieren. Allerdings hat Rasmané die Rechnung ohne die traditionellen Dorfältesten gemacht, die strikt dagegen sind, dem ungläubigen Toten im Dorf die letzte Ehre zu erweisen. Für Rasmané beginnt damit eine Odyssee quer durch Burkina Faso, weil es sich als keineswegs einfach erweist, den Leichnam eines Mannes bestatten zu lassen, der nicht getauft war, keinen muslimischen Vornamen trug und zu Lebzeiten keiner der Religionsgemeinschaften des Landes angehört hatte. Beim FESPACO 2019 wurde die sozialkritische Satire mit zwei Preisen ausgezeichnet.

Für: Erwachsene | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

Mi. 25.09.
21:30 Uhr

Film

Sofia

M/FR/KAT 2018, 86‘, DCP, OmeU, R: Meryem Benm’Barek

Die Bauchschmerzen der 20-jährigen Sofi a entpuppen sich als Wehen. Die Austragung einer verdrängten, unehelichen Schwangerschaft ist in Marokko jedoch keineswegs einfach: Das Krankenhaus gibt ihr nur 24 Stunden Zeit, um die Papiere des Vaters vorzulegen. Ansonsten wird es die Behörden informieren. Sofias schockierte Mittelschichtsfamilie will die Angelegenheit ebenfalls so schnell wie möglich regeln, denn der Vater hofft auf einen lukrativen Auftrag, den ein „Skandal“ gefährden könnte. Sofias Befindlichkeiten spielen bei alledem kaum eine Rolle...

Ausgehend vom Umgang mit tabuisierten, aber nicht seltenen außerehelichen Schwangerschaften wirft Meryem Benm’Barek einen kompromisslosen Blick auf die Doppelmoral der marokkanischen Mittelschicht. Die Schauspieler*innen sind exzellent, die Aufnahmen der Stadt Casablanca treffend, das Drehbuch wurde in der Sektion „Un Certain Regard“ bei den Filmfestspielen in Cannes ausgezeichnet.

Für: Erwachsene | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

Do. 26.09.
10:00 Uhr

Film

Schulvorstellung: SOUL BOY

K/D 2010, 60‘, DVD, dt. Fassung, R: Hawa Essuman Gast: Hawa Essuman

Nairobi, Kenia: Der 14-jährige Abila lebt mit seinen Eltern in Kibera, einem der größten Slums Ostafrikas. Eines Morgens entdeckt der Teenager seinen Vater schwer erkrankt in einer Ecke kauernd. Eine Frau habe seine Seele gestohlen, murmelt er im Delirium. Um seinem Vater zu helfen, macht Abila sich gemeinsam mit seiner Freundin Shiku auf die Suche nach einem geeigneten Heilmittel. Auf ihrem Weg erfahren die beiden, dass Abilas Vater seine Seele in Begleitung der mysteriösen Geisterfrau Nyawara verspielt hat. Nachdem die beiden Teenager die Hexe in der dunkelsten Ecke des Ghettos gefunden haben, stellt sie Abila sieben rätselhafte Aufgaben, die er bis

zum nächsten Morgen lösen muss, wenn er seinen Vater retten will. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, und Abila begibt sich auf eine abenteuerliche Reise durch den Mikrokosmos seiner Heimatstadt.

In Zusammenarbeit mit dem jfc Medienzentrum

Für: Alle | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

Do. 26.09.
16:00 Uhr

Film

Hale County This Morning, This Evening

USA 2018, 76’, digital, OmeU, R: RaMell Ross

Die Kleinstadt Hale County im US-Bundesstaat Alabama wird hauptsächlich von Afroamerikaner*innen bewohnt. 2009 kam der Regisseur RaMell Ross hierher, um als Basketballtrainer und Fotografie-Lehrer zu arbeiten. Parallel dazu entstand sein erster Dokumentarfilm HALE COUNTY THIS MORNING, THIS EVENING – ein intimes Porträt zweier Bewohner Hale Countys: des Collegestudenten Daniel Collins und des jungen Vaters Quincy Bryant. Über fünf Jahre hinweg erzählt der Film ehrlich und poetisch vom Leben und Umfeld der Protagonisten und bildet ein poetisches Mosaik aus Momentaufnahmen an einem selten mit der Kamera festgehaltenen Ort Nordamerikas. Unter anderem gewann die Dokumentation beim Sundance Film Festival 2018 den U.S. Documentary Special Jury Award for Creative Vision. Darüber hinaus war HALE COUNTY THIS MORNING, THIS EVENING 2019 für einen Oscar in der Kategorie Bester Dokumentarfilm nominiert.

Für: Erwachsene | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

Do. 26.09.
17:30 Uhr

Film

Mother, I Am Suffocating. This Is My Last Film About You.

D/LES/KAT 2019, 76‘, digital, engl. OF, R: Lemohang Jeremiah Mosese Gast: Lemohang Jeremiah Mosese

Wie Jesus trägt die junge Frau ein Holzkreuz durch die Straßen Lesothos: Neugierige, empörte, mitleidige Augenpaare folgen der künstlerischen Performance. Der Blick der leidenden Frau ist nur halb nach außen gerichtet: auf Gesichter, Landschaften, Schafe, ein paar strickende Hände. Die Szenen sind in poetischem Schwarz-Weiß gedreht und erscheinen auf der Leinwand oft in Zeitlupe. Darüber erklingt ein Klagelied. Darin wird der schmerzliche Abschied von der Mutter zur Abrechnung mit dem Mutterland. Lemohang Jeremiah Moseses visuelles Gedicht ist ein persönlicher Kommentar zur Geschichte und Gegenwart des kleinen Landes Lesotho, erzählt aus dem Berliner Exil. Der experimentelle bildgewaltige Film wurde komplett von einem LGBTIQ-Team gedreht und prangert nicht nur die Zustände in Afrika im Allgemeinen an, sondern auch Homophobie und Diskriminierung in Lesotho im Besonderen.

Für: Erwachsene | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

Do. 26.09.
17:30 Uhr

Film

Freedom Fields

LBY/UK/NL/USA/KAT/LB/CA 2018, 99‘, DCP, OmeU, R: Naziha Arebi Gast: Naziha Arebi

Kurz nach dem arabischen Frühling träumt die libysche Frauenfußballmannschaft von ihrem ersten Länderspiel. Allerdings müssen sich die Kickerinnen großem Widerstand stellen, der selbstbewussten Frauen in Libyen generell entgegengebracht wird. Auch Medienberichte mobilisieren konservative Kräfte, die die Ambitionen der Fußballerinnen vereiteln wollen. Über mehrere Jahre hinweg begleitete Naziha Arebi mit ihrer Kamera drei Frauen, die mit Entschlossenheit und Stärke um Handlungsspielräume kämpfen. Während das Land zunehmend in den Bürgerkrieg gleitet, müssen sie ihr Leben täglich neu erfinden. Unsicherheit wird zur Routine – sei es in der Öffentlichkeit oder im Privatleben. Doch die Protagonistinnen verfolgen ihren Traum weiter, erleben Ernüchterungen, nutzen neue Chancen und werden damit zu Vorbildern für eine neue Frauengeneration in Libyen.

In Zusammenarbeit mit dem Katholischen Bildungswerk Köln

Für: Erwachsene | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

Do. 26.09.
22:00 Uhr

Film

Fig Tree

IS/D/FR/ET 2018, 93‘, digital, OmeU, R: Aalam-Warqe Davidian

Addis Abeba im Jahr 1989: Mina ist 16 Jahre alt und Jüdin. Der äthiopische Bürgerkrieg gehört bereits ihr ganzes Leben lang zu ihrem Alltag. Die Straßen versinken in Chaos und Angst. Ohne Vorwarnung durchkämmen Soldatentrupps der Militärjunta unter Mengistu Haile Mariam die Stadt – sie suchen nach wehrtauglichen jungen Männern. Auch Minas Bruder war einer dieser unglücklichen Verschleppten: Er kehrte ohne seinen rechten Arm zurück. Die Großmutter, bei der Mina und der Bruder leben, plant nach Israel zu emigrieren, um dem Krieg endgültig zu entkommen. Der Plan lässt jedoch die Person außen vor, die Mina am meisten liebt: ihren Freund Eli, der sich vor den Soldaten in einem Feigenbaum im nahen Wald versteckt. Mina schmiedet einen Plan, um ihn zu retten.

Das Coming-of-Age-Drama FIG TREE basiert auf den Kindheitserinnerungen der Regisseurin Aalam-Warqe Davidian, die Äthiopien im Alter von elf Jahren verließ.

Für: Erwachsene | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

Fr. 27.09.
10:00 Uhr

Film

Schulvorstellung: OUFSAIYED ELKHORTOUM (KHARTOUM OFFSIDE)

SUD 2019, 75‘, DCP, OmU, R: Marwa Zein Gast: Marwa Zein

Am Stadtrand der sudanesischen Hauptstadt Khartum träumen Sara und einige ihrer sportbegeisterten Freundinnen davon, ein nationales Fußballteam zu gründen und an der FIFA-Weltmeisterschaft für Frauen teilzunehmen. Aber staatliche Unterstützung für Frauenfußball gibt es im Sudan nicht und in der islamistisch regierten Gesellschaft passt Fußball nicht zum traditionellen Frauenbild. Manchen gilt er gar als „unmoralisches Verhalten“, das laut Scharia mit Peitschenhieben bestraft werden sollte. Trotzdem verabreden sich die Frauen so oft wie möglich per Handys zum Training und dribbeln mit und ohne Kopftuch gekonnt mit dem Ball. In dem mutigen Kampf der Fußballerinnen um Selbstbestimmung ist schon die revolutionäre Leidenschaft zu spüren, die kurz nach dem Ende der Dreharbeiten zum Sturz der Jahrzehnte währenden Diktatur von Omar al-Baschir führte. Denn auch dabei spielten Frauen eine zentrale Rolle.

In Zusammenarbeit mit dem jfc Medienzentrum

Für: Alle | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

Fr. 27.09.
16:00 Uhr

Film

Bab El-Oued City

AL/FR 1994, 93‘, OmU, 35mm, R: Merzak Allouache Gäste: Merzak Allouache und Fatima Sissani

Der junge Boualem lebt als Bäcker in Bab el-Oued, dem turbulenten historischen Viertel Algiers. Er arbeitet hart in der Nacht und schläft am Tag. Eines Nachmittags wird er durch die Predigt des Imam Rabah geweckt, die von einem Lautsprecher direkt vor seinem Haus übertragen wird. In einem unkontrollierten Wutanfall reißt er den Lautsprecher herunter und wirft ihn später ins Meer. Sein Handeln, das ihm im Nachhinein selbst unerklärlich ist, versetzt das ganze Viertel in Aufruhr. (EZEF)

Der Film ist ein Klassiker des nordafrikanischen Kinos. Er erzählt von den Träumen und Hoffnungen der algerischen Jugend und verweist auf die sozialen Hintergründe der gewaltsamen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen, die Algerien ab Ende der 1980er-Jahre erschütterten. BAB EL-OUED CITY lief 1994 beim Festival in Cannes und erhielt den Preis der internationalen Filmkritik.

Für: Erwachsene | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

Fr. 27.09.
18:00 Uhr

Film

When Arabs Danced

M/FR/EG/IRN/B 2018, 84‘, DCP, OmU, R: Jawad Rhalib Gast: Jawad Rhalib

Jawad Rhalib stellt verdrängte Facetten der arabischen und iranischen Kultur vor: die Liebe zum Tanz und zur Musik, aber auch zu Literatur, Philosophie und Wissenschaft. Von Rassisten, Fundamentalisten und den Medien bewusst ignoriert, waren diese Aspekte immer Bestandteil der arabischen Identität. Eine oft humorvolle Montage aus Archivmaterial, Musik und Texten verknüpft verschiedenste Bilder: Filmaufnahmen aus dem arabischen und iranischen Alltagsleben vergangener Jahrzehnte, spöttische Reden eines amüsierten Präsidenten Nasser an die Muslimbrüder, als diese allen Ägypterinnen den Hijab aufzwingen wollen, Streitgespräche bei den Proben zu einer Bühnenadaption von Michel Houellebecqs Skandalbuch „Unterwerfung“ sowie Interviews zur Geschlechteridentität in orientalischen Gesellschaften. Rhalib untersucht, wie der extreme Islamismus

Freiheit, Kreativität und die fortschrittlichen Werte dieser Gesellschaften erdrückt hat.

Für: Erwachsene | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

Fr. 27.09.
20:00 Uhr

Film

Regarde – Moi (Look At Me)

KAT/FR/TUN 2018, 96‘, DCP, OmeU, R: Nejib Belkadhi Gast: Nejib Belkadhi

Als Besitzer eines Haushaltswarenladens führt der Tunesier Lotfi in Marseille ein ausschweifendes Leben. Das Geschäft läuft gut und auch die Beziehung zu seiner französischen Freundin Monique wird durch ein freudiges Ereignis bereichert. Als jedoch Lotfi s Bruder aus Tunesien anruft, wendet sich das Blatt und Lotfi wird von seiner Vergangenheit eingeholt. Er muss nach Tunesien zurückkehren, weil seine Ex-Frau einen Schlaganfall erlitten hat und sich nicht mehr um den gemeinsamen Sohn Amr kümmern kann. Amr ist neun Jahr alt und Autist und lebt in einer völlig anderen Welt. Entsprechend zäh verlaufen die ersten Annäherungsversuche von Lotfi an seinen Sohn. Die schauspielerischen Darstellungen des schwierigen Vater-Sohn-Verhältnisses sind überragend, die Auszeichnung für Nidhal Saadi (den Vater) als bestem Schauspieler beim Internationalen Filmfestival in Marrakesch die logische Folge.

In Kooperation mit Institut français Köln

Für: Erwachsene | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

Fr. 27.09.
22:15 Uhr

Film

African Shorts: All Around Africa

OMERTA
TUN/FR 2018, 14’, digital, OmeU, R: Mariam Al Ferjani & Mehdi Hamnane

BLACK MAMBA
TUN 2017, 20’, digital, OmeU, R: Amel Guellaty

HOURIA
TUN 2019, 17’, digital, OmeU, R: Oussama Azzi

SEGA
SEN 2018, 24’, digital, OmeU, R: Idil Ibrahim

HELLO RAIN
NG 2018, 30’, digital, OmeU, R: C. J. Obasi

RAZANA
MAD 2018, 20’, digital, OmeU, R: Haminiaina Ratovoarivony

ZOMBIES
DR Kongo 2018, 15‘, digital, OmeU, R: Baloji

ZANAKA – THUS SPOKE FELIX
MAD 2019, 30’, digital, OmeU, R: Nantenaina Lova

Diese Kurzfilmreihe lädt ein zu einer cineastischen Reise von Tunesien über den Senegal und Nigeria bis nach Madagaskar und in die DR Kongo. (Gesamtlänge: 170 min.) Dabei ist nicht nur die geographische Breite des Filmschaffens in Afrika beispielhaft zu entdecken, sondern auch dessen inhaltliche und künstlerische Vielfalt:

OMERTA erzählt von der letzten Nacht, die Donia vor ihrer Abreise zum Studium nach Frankreich in Tunis verbringt. Mit ihrem Bruder Yahya und ihren Freunden Ali und Ibrahim feiert sie Abschied am Strand. Aber als sie im Morgengrauen erwacht, fehlt einer von ihnen.

Oberflächlich betrachtet, führt Sarra genau das Durchschnittsleben, das sich ihre Mutter für sie vorstellt: Die junge Tunesierin nimmt Nähunterricht und bereitet sich auf die Ehe mit einem jungen Mann vor. Tief in ihr schlummern allerdings Pläne, wie sie diesem Leben entkommen kann – als BLACK MAMBA.

Eine Bedeutung des Namens HOURIA ist Engel, aber die bekannt tunesische Schauspielerin Fatma Ben Saïdane gleicht in diesem Kurzfilm eher einem Racheengel, da sie den Tod ihres Mannes nicht verwinden kann.

Erfolglos kehrt SEGA aus Europa nach Dakar zurück. Im Senegal angekommen muss er sich mit den enttäuschten Erwartungen von Familie und Freunden auseinandersetzen.

In HELLO RAIN verleihen magische Perücken drei Frauen übernatürliche Fähigkeiten, die sie bald nicht mehr kontrollieren können. RAZANA werden in Madagaskar die „Vorfahren“ genannt, die es zu respektieren gilt, selbst wenn sie konservativ und homophob sind. Deshalb reist auch Solo auf Wunsch seines verstorbenen Partners aus Paris auf die ostafrikanische Insel, um dessen Eltern einen Besuch abzustatten.

In ZOMBIES lädt der Songwriter und Videokünstler Baloji zu einer fantastischen Reise durch Kinshasa ein – von Friseursalons über Musik-Clubs bis zu Wahlkampfveranstaltungen und westernähnlichen Straßenszenen, wobei extravagante Protagonist*innen in futuristischen Outfits eine halluzinatorische Atmosphäre verbreiten.

ZANAKA erinnert an den Aufstand gegen die französische Kolonialherrschaft in Madagaskar 1947/48, der brutal niedergeschlagen wurde und zahllose Opfer forderte.

Für: Erwachsene | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

Sa. 28.09.
13:00 Uhr

Film

We Could Be Heroes

DK/TUN/M/KAT 2018, 79‘, digital, OmeU, R: Hind Bensari

Einmal schon hat der Rollstuhlfahrer Azzedine Nouiri die Goldmedaille im Kugelstoßen bei den Paralympischen Spielen gewonnen. Jetzt trainiert er gemeinsam mit seinem Freund Youssef für die Teilnahme an den Paralympics 2016 in Rio. Aber in seiner Heimat Marokko wird der Behindertensport wenig geachtet – die vom Sportminister versprochene Unterstützung des Champions bleibt aus. Deshalb organisiert Azzedine neben dem Training auch Proteste vor dem Ministerium – zusammen mit anderen körperbehinderten Athleten.

Hind Bensari folgt ihren Protagonisten beim Training, bei ihren politischen Auseinandersetzungen und bei den Wettkämpfen in Rio und verdeutlicht, mit welchem Engagement sie nicht nur ihre körperlichen Beeinträchtigungen, sondern auch die Ignoranz einer Gesellschaft zu überwinden suchen, in der Inklusion nicht zum Alltag gehört. Dabei gelingt ihr ein bewegendes, humanistisches Zeugnis von Freundschaft und Solidarität, das bei Festivals von Toronto bis Tanger ausgezeichnet wurde.

Für: Erwachsene | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

Sa. 28.09.
15:00 Uhr

Film

Tahqiq Fel Djenna (Investigating Paradise / Enquête Au Paradis)

AL/FR 2017, 136‘, DCP, OF m. dt. und engl. UT, R: Merzak Allouache Gäste: Merzak Allouache und Fatima Sissani

Ausgangspunkt dieser Dokufiktion ist die Fragestellung der Journalistin Nedjma und ihres Kollegen Mustapha, wie sich Menschen im mehrheitlich muslimisch geprägten Algerien das Paradies vorstellen. Auf der Suche nach Antworten reisen die beiden quer durchs Land. Sie führen Gespräche auf Märkten in Algier und in Moscheen am Rande der Sahara, mit naiven Jugendlichen und eloquenten Rappern, mit Feministinnen und Künstlerinnen, mit islamischen Würdenträgern und säkularen Autoren wie Boualem Sansal und Kamel Daoud. Das Ergebnis ist eine cineastisch-soziologische Analyse der algerischen Gesellschaft in schwarz-weißen Bildern, die so Faszinierendes wie Verblüffendes und so Erschreckendes wie Erheiterndes zu Tage fördert.

Für: Erwachsene | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

Sa. 28.09.
18:00 Uhr

Film

Poisson D´Or, Poisson Africain (Golden Fish, African Fish)

SEN 2018, 60’, digital, OmeU, R: Thomas Grand & Moussa Diop Gäste: Thomas Grand & Moussa Diop

Das Dorf Kafountine an der senegalesischen Atlantikküste hat sich zu einem regionalen Zentrum der nicht industriellen Fischerei entwickelt. Unter härtesten Bedingungen verdienen sich dort rund 15.000 Menschen täglich ihren meist kargen Lebensunterhalt – sei es auf den Fischerbooten, als Träger für Fischkisten, in der Fischverarbeitung oder in der Räucherei. Die Arbeit wird von Hand erledigt, ist körperlich anstrengend und die Arbeiter an den Räucheröfen bekommen so viel Rauch in die Augen, dass die Erblindungsgefahr sehr hoch ist. Trotzdem versuchen die Menschen mit ihrer Arbeit zur Ernährungssicherheit in zahlreichen afrikanischen Ländern beizutragen, auch wenn die Konkurrenz durch europäische Trawler und chinesische Fischfabriken stetig steigt. Der Film wirft einen unvoreingenommenen Blick auf eine Situation, die weitaus komplexer ist, als sie einem Außenstehenden auf den ersten Blick erscheinen mag.

In Zusammenarbeit mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Für: Erwachsene | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

Sa. 28.09.
20:00 Uhr

Film

La Misèricorde De La Jungle (The Mercy Of The Jungle)

RWA/B/FR 2018, 90‘, DCP, OmeU, R: Joël Karekezi Gast: Joël Karekezi

Die Kivu-Region an der Grenze zwischen Ruanda und dem Kongo im Jahre 1998: Sergeant Xavier und Private Faustin sind Teil einer ruandischen Armeeeinheit, die während des Zweiten Kongokriegs eine Gruppe Hutu-Rebellen aufspüren soll. Aber eines Nachts verlieren die beiden Soldaten den Anschluss an ihr Bataillon. Fortan müssen sie sich alleine durch den Dschungel kämpfen, ohne Vorräte und ohne Wasser. Vor ihnen liegt eine Odyssee, bei der sie sich nicht nur durch kongolesische Soldaten, wilde Tiere, Krankheit, Hunger und Durst bedroht sehen, sondern auch einen neuen Umgang miteinander finden müssen, um zu überleben.

Joël Karekezi stellt in diesem Antikriegsfilm existenzielle Fragen und verweist am Rande auch auf bittere Realitäten wie die Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten. Aber der Film endet nicht ohne Hoffnung und erhielt dafür den Hauptpreis des panafrikanischen Filmfestivals FESPACO 2019.

Für: Erwachsene | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

Sa. 28.09.
22:15 Uhr

Film

African Shorts: Diaspora

Gast: Mantegaftot Sileshi Siyoum

KING OF THE STREET
ETH 2018, 6’, digital, OmeU, R: Mantegaftot Sileshi Siyoum

#JE_SUIS_KAMIKAZE
AL 2018, 4‘, digital, OmeU, R: Mohamed Touahria

AU REVOIR PARIS
FR 2018, 24‘, digital, OmeU, R: Coralie Majouga

TIMOURA (TERRITORIES)
FR 2018, 26‘, digital, OmeU, R: Azedine Kasri

YOUSEF
I 2018, 14‘, digital, OmeU, R: Mohammed Hossameldin

Das Kurzfilmprogramm (Gesamtlänge: 74 min.) erzählt vom Alltag und von den Problemen, die Migrant*innen in Europa zu bewältigen haben. Die Auswahl steht beispielhaft für das engagierte politische Autorenkino von Filmschaffenden afrikanischer Herkunft in der Diaspora.

KING OF THE STREET ist die ironische Bezeichnung für einen Straßenjungen in Addis Abeba, der keineswegs wie ein „König“ behandelt wird, selbst als er anderen hilft.

In einem von Terrorismus und Fremdenfeindlichkeit geprägten Paris werden im Animationsfilm #JE_SUIS_KAMIKAZE gegen den jungen Algerier Mohamed schwerwiegende Anschuldigungen erhoben.

Einen Tag bevor sie ihrem Vater nach Afrika folgen sollen, machen die beiden Brüder Mathis und Antoine einen unfreiwilligen gemeinsamen Ausflug nach Paris, um Abschied zu nehmen: AU REVOIR PARIS.

TIMOURA (TERRITORIES) erzählt von dem Mechaniker Brahim, der in Frankreich geboren wurde, algerische Eltern hat, aber wenig Bezüge zu deren Herkunftsland. Er träumt davon, mit seinem Sohn Yann eine große Reise in die USA zu machen. Aber Yann, der noch nie in Algerien war, hat andere Träume.

Nachdem der erfolgreiche Koch YOUSEF endlich die lang ersehnte italienische Staatsbürgerschaft erlangt hat, gerät er nach einem traumatisierenden Vorfall in eine Identitätskrise.

Für: Erwachsene | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

So. 29.09.
12:00 Uhr

Film

Balash Tbousny (Kiss Me Not)

EG 2017, 88‘, digital, OmeU, R: Ahmet Amer

Eine filmhistorisch interessante Komödie über die zunehmende (Selbst-)Zensur und Prüderie von Filmschaffenden in Ägypten, inszeniert mit Stars des ägyptischen Kinos: Die bekannte Schauspielerin Yasmine Raeis tritt darin als zickige Hauptdarstellerin Fagr bei den Dreharbeiten zum Debüt-Spielfilm eines jungen Regisseurs auf. Obwohl sie in früheren Filmen bereits freizügige Rollen gespielt hat und Küsse im ägyptischen Kino traditionell sehr beliebt sind (wie reale Archivaufnahmen aus der Filmgeschichte zeigen), weigert sich Fagr plötzlich, ihren Filmpartner vor laufender Kamera zu küssen. Denn sie hat sich zwischenzeitlich bekehren lassen und ist zur streng-gläubigen Muslima geworden. Fortan tritt sie auch nur noch mit Kopftuch auf, was ihren Regisseur im Film in die Verzweiflung treibt...Ein cineastisches Vergnügen mit ernsthaftem Hintergrund – nicht nur für Kenner*innen des ägyptischen Kinos.

In Zusammenarbeit mit der Deutsch-Ägyptischen Gesellschaft Köln e. V.

Für: Erwachsene | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

So. 29.09.
14:00 Uhr

Film

Agya / Ghana For You

Agya
GH 2018, 5’, digital, OmeU, R: Curtis Essel

GHANA FOR YOU
GH/B 2018, 80’, digital, OmeU, R: Adams Mensah

Für: Erwachsene | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

So. 29.09.
16:00 Uhr

Film

Entre Eu E Deus (Between God And I)

MOZ 2018, 60‘, DCP, OmU, R: Yara Costa Gast: Yara Costa

Auf der Ilha de Moçambique existierten tief verwurzelte Traditionen des Landes lange in friedlicher Koexistenz mit Religionen wie dem Christentum und dem Islam. Aber inzwischen gefährden evangelikale Sekten und wahabistische Islamisten das multikulturelle Zusammenleben. Die Regisseurin Yara Costa illustriert dies am Beispiel der jungen Muslimin Karen. Sie erscheint einerseits als unabhängige Feministin, die für Gleichberechtigung einsteht und versucht, Probleme von Armut in ihrer Heimat zu lösen. Andererseits setzt sie sich jedoch für die Durchsetzung der Scharia ein. BETWEEN GOD AND I gewährt intime Einblicke in das Leben der Protagonistin, das gespickt ist von Zweifeln und Widersprüchen bezüglich ihrer Identität. Yara Costa will damit verdeutlichen, was passiert, „wenn Fundamentalisten, egal welcher Richtung, in Bereiche eindringen, die der Staat vernachlässigt“.

In Zusammenarbeit mit dem Kölner Frauengeschichtsverein, dem Portugiesisch-Brasilianischen Institut / Zentrum Portugiesischsprachige Welt an der Universität zu Köln und Camões - Instituto da Cooperação e da Lingua (Portugal)

Für: Erwachsene | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

So. 29.09.
18:00 Uhr

Film

Rih Rabani (Divine Wind)

AL/FR/KAT/LIB 2018, 95‘, DCP, arab. OmeU, R: Merzak Allouache Gäste: Merzak Allouache , Fatima Sissani

Dieser Spielfilm wirkt wie eine Kür nach der dokumentarischen Pflicht, die Merzak Allouache mit seinem FilmTAHQIQ FEL DJENNA (INVESTIGATING PARADISE) zur Erforschung des islamistischen Fundamentalismus absolviert hat. Beide Filme suchen Erklärungen dafür, welche religiösen Vorstellungen der Heroisierung terroristischen Märtyrertums zugrunde liegen. Beide Filme sind in Schwarz-Weiß gedreht, kommen ohne jede Musik aus und vertrauen allein auf ihre Inhalte und Protagonist*innen.

In RIH RABANI sind dies zwei junge Menschen in den Zwanzigern, der eher zögerliche Amine und die forsch-bestimmende Nour. Sie sind überzeugte Salafist*innen und treffen sich in einem abgelegenen Haus in der algerischen Wüste, um ein Attentat auf eine benachbarte Ölraffinerie durchzuführen. Doch bei den Vorbereitungen brechen bei beiden gelegentlich Anzeichen von Lebensfreude durch, die mit ihren islamistischen Dogmen kaum vereinbar sind...

Für: Erwachsene | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

So. 29.09.
20:30 Uhr

Film

Preisverleihung und Abschlussfilm

Verleihung der Publikumspreise: Rüdiger Schmidt-Sodingen (choices) für den besten Spielfilm Jutta Krug (WDR-Dokumentarfilm-Redaktion) für die beste Dokumentation Elfriede Schmitt (KIOSK – Arts Exchange e.V.) für den besten Kurzfilm

Abschlussfilm: THE BURIAL OF KOJO
GH 2018, 75’, digital, OmeU, R: Sam Blitz Bazawule

Mit einem magisch-realistischen Blick und inspiriert von einer Reihe bizarrer Träume, erzählt Esi in THE BURIAL OF KOJO von ihrer Kindheit und der turbulenten Beziehung zwischen ihrem Vater Kojo und ihrem Onkel Kwabena. So erinnert sich Esi an einen tragischen Unfall, den ihr Vater verschuldete und bei dem die Verlobte Kwabenas an ihrem Hochzeitstag ums Leben kam. Noch Jahre später sinnt Kwabena weiterhin auf Rache. Als Kojo schließlich verschwindet und die Polizei ihn nicht finden kann, begibt Esi sich auf eine rätselhafte Reise, um ihren Vater zu retten.

Der Regisseur ist unter dem Namen Blitz the Ambassador bislang vor allem als Hiphop-Künstler bekannt, erhielt für seinen mit Mini-Budget und Laiendarstellern gedrehten ersten Spielfilm jedoch auch schon mehrere Auszeichnungen bei internationalen Festivals von New York bis Luxor.

Für: Erwachsene | Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

Eine Veranstaltung von FilmInitiativ Köln e.V.

Festivaleröffnung: freier Eintritt, Flüchtlinge haben freien Eintritt zu allen Veranstaltungen
Filmpass, gültig für alle Vorführungen im Filmforum und Filmclub 813: € 40,- / 30,- erm. / Förderpreis: € 50,-
Eintritt pro Vorführung: € 7,- / 5,-
Schul- und Kindervorführungen: € 3,-, Lehrer*innen/Erzieher*innen frei
Weitere Infos: www.afrikafilmfestivalkoeln.de

 
 
 

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