Veranstaltungskalender

Wegen der stark steigenden Infektionszahlen in Köln sind die Museen ab Dienstag, 13.04.2021, wieder komplett geschlossen.

 

Ihre Auswahl: Wann: 14. Mai 2021 | Wo: Keine Einschränkung | Was: Keine Einschränkung | Für Wen: Keine Einschränkung |

Fr. 14.05.
19:00 Uhr

Podiumsdiskussion | Rautenstrauch-Joest-Museum - Kulturen der Welt

BENIN, Februar 1897 - KÖLN, Mai 2021

In Englisch ZOOM, online im Anschluss Q&A

Das RJM bewahrt mit 94 Hofkunstwerke aus dem Königreich Benin (heute Nigeria) den viertgrößten Bestand in Deutschland in seiner Sammlung. Im Rahmen der Sonderausstellung „RESIST! Die Kunst des Widerstands“ initiiert das RJM eine Diskussion zur Restitutionsdebatte über die tausende von Hofkunstwerken aus dem Königreich Benin, die im Februar 1897 während einer sogenannten „Strafexpedition“ britischer Truppen aus dem Königspalast geraubt wurden und später über London in zahlreiche europäische und nordamerikanische Museen und Privatsammlungen gelangt sind.

Für „RESIST! Die Kunst des Widerstands“ wurden die Hofkunstwerke erstmals alle aus dem Depot geholt, um im Raum der nigerianischen Künstlerin Peju Layiwola zusammen mit aktuellen künstlerischen Arbeiten nigerianischer Künstler*innen gezeigt zu werden, die sich mit dem Thema ihres Raubes auseinandersetzen.

Oft stagnieren die Diskussionen um Restitution, wodurch eine kritische und produktive Analyse in den Hintergrund tritt. Restitution wird häufig als individueller und finaler Akt betrachtet, als ein Ende, das sogar das Überleben der Sammlungen und Forschung eines Museums bedrohen kann. Aber was geschieht, wenn Restitution selbst als Museumsarbeit betrachtet wird?

Jede Entscheidung, die über unser Erbe, über unser Leben getroffen wird, muss uns einbeziehen.(…).Wir wollen in der Lage sein, unsere Geschichten zu erzählen.“ Peju Layiwola, It´s yours Kuratorin RESIST!, Januar 2021

„Zu einem aufrichtigen Umgang mit der Kolonialgeschichte gehört auch die Frage der Rückgabe von Kulturgütern. (…).Das ist eine Frage der Gerechtigkeit.“ Bundesaußenminister von Deutschland, Heiko Maas, März 2021

„Das Königreich Benin verlangte schon kurz nach dem Massaker von 1897 erstmals die Restitution der sogenannten Benin-Bronzen. Der neue nigerianische Staat begann bereits unmittelbar nach der Unabhängigkeit 1960, dasselbe zu fordern. (…). die Bedeutung dieser Kulturgüter für unser noch junges postkoloniales Nationalbewusstsein ist hoch gerade auch angesichts der Tatsache, dass unser Land eine junge Bevölkerung besitzt, die kaum eine oder gar keine Möglichkeit hat, europäische Museen zu besuchen“. S. E. Yusuf. M. Tuggar, Botschafter Nigerias in Deutschland, April 2021

Die Diskussion soll den historischen Kontext des Raubs beleuchten (Dan Hicks), die emotionale Verbindung mit den Werken im heutigen Nigeria vermitteln (Peju Layiwola) sowie die letzten politischen Entwicklungen auf Bundesebene (Andreas Görgen) sowie kommunaler Ebene in Köln (Nanette Snoep) darstellen und schließlich die Pläne für das neue „Edo Museum of West Africa Art“ (EMOWAA), das in Benin City gebaut werden soll, erläutern.

Die Diskutierenden: 

Dr. Peju Layiwola ist Künstlerin und Professorin für Kunstgeschichte (Leiterin Abteilung für kreative Künste) an der Universität von Lagos, Nigeria und eine der It´s yours Kuratorinnen der Sonderausstellung „RESIST! Die Kunst des Widerstands“ im RJM

Dr. Andreas Görgen ist Leiter der Abteilung Kultur und Kommunikation im Auswärtigen Amt, und war im März für das Außenministerium zu Gesprächen in Nigeria

Professor Dr. Dan Hicks leitet das Fachgebiet „Contemporary Achaeology“ an der Universität Oxford und ist zudem Kurator für „World Archaeology“ am Pitt Rivers Museum der Universität. Im November 2020 erschien sein Buch „The Brutish Museums: The Benin Bronzes, Colonial Violence and Cultural Restitution“.

Der Künstler Enotie Ogbebor ist Direktor im Vorstand des Legacy Restoration Trust (LRT) in Lagos, Mitglied im Lenkungsausschuss der Benin Dialogue Group und arbeitet mit Sir David Adjaye an der Gestaltung des Edo Museum for West African Arts (E.M.O.W.A.A) in Benin-City, Nigeria.

Nanette Snoep ist seit Januar 2019 Direktorin am Rautenstrauch-Joest-Museum, das mit 94 Hofkunstwerken aus dem Königreich Benin die viergrößte Sammlung in Deutschland bewahrt.

Moderation:

Prof. Dr. Ciraj Rassool ist Professor für Geschichte an der Universität des Westkaps in Südafrika und leitet dort das afrikanische Programm für Museums- und Kulturerbeforschung. Er ist assoziiertes Mitglied des Global South Studies Center der Universität zu Köln und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Luschan Collection (Berlin).

Das komplette Inventar der Kölner Benin-Sammlung sowie eine erste Übersicht der Provenienzen sind auf der RJM-Website abrufbar: https://www.rautenstrauch-joest-museum.de/Hofkunstwerke-aus-dem-Koenigreich-Benin

Registrieren Sie sich über den folgenden Link: https://us02web.zoom.us/meeting/register/tZ0sd-uorzssH9Dn4FJ03EA3SpI_MVzI9Hy_

Für: Erwachsene | Von: Rautenstrauch-Joest-Museum | Treffpunkt: online | Teilnahme: kostenlos

 
 
 

Newsletter aktuell

Bleiben Sie auf dem Laufenden über Informationen und Neuigkeiten rund um die Kölner Museen.

 
Besondere Programme

Führungen und Workshops, Wissen und Kreativität: Programme des Museumsdienstes für alle Interessen.

 
Führungen & Akademieprogramm
Programm für Kinder & Familien. Mit Ferienprogramm
Kreative Kurse und Workshops für Jugendliche und Erwachsene
KölnTag. Einmal im Monat als Kölner kostenlos in die Sammlungen.
 
Buchbare Angebote

für Privatgruppen, Firmen, Reiseveranstalter oder Schulklassen.

 
Führungen für
Gruppen
Angebote für Schulklassen & Lehrkräfte
Kindergeburtstag im Museum