Biografie | Maria Herz, geboren am 19. August 1878, war eine Kölner Pianistin und Komponisten. „Mariechen“, so ihr Spitzname, stammte aus der bekannten Kölner Kaufmannsfamilie Bing. Ihr Großvater Moritz hatte Mitte des 19. Jahrhunderts zusammen mit drei Brüdern in der Hohe Straße/Ecke Schildergasse ein Geschäft für Samt- und Seidenbänder eröffnet. Daraus wurde der „Gebrüder Bing & Söhne, Großhandel für Bänder, Mode und Seidenstoffe“ mit Dependancen in Berlin und Krefeld. 1909 zog die Firma um in das neu gebaute „Bing-Haus“ am Neumarkt, das heute das Kölner Gesundheitsamt beherbergt.
Maria erhielt eine musikalische Ausbildung bei dem Pianisten und Musikpädagogen Max von Pauer, der von 1887 bis 1897 am „Conservatorium für Musik in Cöln“ lehrte. Sein Kollege, der Komponist und Dirigent Josef Schwartz, unterrichtete die junge Musikschülerin an der Violine und in der Kunst des Komponierens. Am 22. März 1901 heiratete Maria den sechs Jahre älteren Chemiker Albert Herz und zog mit ihm nach Großbritannien, wo rasch hintereinander vier Kinder geboren wurden. In ihrer Wahlheimat trat sie als Pianistin auf, sie begann zu komponieren, organisierte Konzerte und stellte auch eigene Kompositionen vor.
Nach dem Tod ihres Mannes im Juli 1920 wohnte Maria Herz zunächst einige Jahre bei ihrem Bruder Moritz in Köln und zog Anfang der 30er Jahre in die Einhardtstraße 2. Im Jahr 1935 floh sie zusammen mit ihrem Sohn Robert Samuel nach Großbritannien. Robert, am 9. September 1903 geboren, war Chemiker wie sein Vater. Mutter und Sohn emigrierten am 17. Dezember 1947 nach New York, wo Maria Herz drei Jahre später starb. Robert Herz ließ sich in Summit, New Jersey nieder. Er starb am 19. Januar 1996.
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