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Emerson Radio Modell FC-400 "Patriot" und "Aristocrat"



Entwurf
: Norman Bel Geddes (1893-1958)

Hersteller: Emerson Radio & Phonograph Corp. New York, 1940/41

Maße: 27,5 x 20,5 x 16 cm (b x h x t)

Material (Gehäuse): Catalin

Inv. Nr. K 1296 w


Das Radiogerät Emerson Modell FC-400 gehört zu den legendären Entwürfen des genialen amerikanischen Designers Norman Bel Geddes. Er entwickelte das Modell in zwei Typen: "Patriot" und "Aristocrat". Der "Patriot" zeichnet sich durch sein in der Tat patriotisches Design aus. Die Lautsprechereinsätze im Radiogehäuse bilden die "Stripes", auf den Reglerknöpfen finden sich die "Stars". Erhältlich war der Korpus in den Varianten Weiß, Rot und Blau mit jeweils den anderen Farben in den Details, so dass jedes Exemplar - neben den "Stars & Stripes" - auch mittels der Farben auf die amerikanische Flagge hinweist.

Wer nun den amerikanischen Patriotismus in desem Maße nicht nach außen tragen wollte, konnte sich für den zurückhaltenderen Typus "Aristocrat" entscheiden, dessen Korpus in jeweils einer Farbe gehalten war und über kugelige Reglerknöpfe verfügte. Um die 'Vornehmheit' dieses Radios zu unterstreichen, konnte man zwischen Braun-, Karamell- und Grün-Tönen wählen, und dies sogar mit Marmoreffekt!

Das Geheimnis der Farben von "Patriot" und "Aristocrat" liegt im Material. Catalin ist eine amerikanische Weiterentwicklung des Bakelit, des ersten vollsynthetischen Kunststoffs. Die American Catalin Corporation hatte das (abgelaufene) Patent für Bakelit 1927 übernommen und das Kunstharz weiterentwickelt. Nun konnten 15 weitere Farben hergestellt werden als die bis dahin üblichen Braun/Schwarz/Dunkelgrün-Töne. Zusätzlich ließ sich die angesprochene Marmorierung erzielen.

Leider haben die frühen Kunststoffe mit der Umgebungsluft reagiert, so dass sich Farbveränderungen ergeben haben - zum Beispiel kommen die ehemals weißen "Patriots" jetzt Gelb bis Orange daher. Wer sich darüber wundert, dass dagegen die Reglerknöpfe und Lautsprecherschlitze im roten Korpus noch schön weiß leuchten: Für die Einsätze und Kleinteile wurden andere Kunststoff-Gemische verwendet, bei denen offenbar keine Luftoxidation stattfand.