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Elisabeth Brockmann

FREIHEIT, RAUM UND LICHT

24. Februar bis 8. April 2018

Der Raum, den ich im MAKK bespielen darf, war mir zuerst ein Rätsel. Ein Schlauch, 26 Meter lang, ein Theater eher als ein Ausstellungsraum. Viel zu schade, ihn nur mit Kunst zu bestücken. Ich will ihn in Kunst verwandeln.

Ich baue ein Modell davon als lichtlosen Schlauch und lasse die hintere Stirnwand offen. An ihre Stelle setze ich einen Bildschirm. Auf dem Bildschirm leuchten in der Dunkelheit des nachgebauten Museumsraums die ersten Bildideen auf. Eine Bahnhofshalle erscheint, die Gleise schiessen perspektivisch nach hinten und ziehen den Blick in die Tiefe des Raums. Eine maßstabgerechte Modellfigur wirkt, als erläge sie dem Sog der Perspektive.

Dann leuchten überdimensionale Motorradscheinwerfer auf, giftig grün wie zornige Tieraugen, beschwören sie den Raum und lassen die Modellfigur plötzlich winzig erscheinen. Unter der schieren Größe und den feurigen Farben beginnt die Stille im Museumsraum zu dröhnen.

Ich setze Spiegelflächen vor die Seitenwände - die Augen des Motorrad-Tiers glühen jetzt im ganzen Raum und verwandeln ihn in ein leuchtendes Panoptikum.

Da schiebt sich ein Stück blauer Himmel darüber, der durch eine Dachluke strahlt. Die Motorrad-Augen verlöschen, der Blick des Betrachters hebt sich ins Freie, die Wand scheint sich aufzutun.

Es fühlt sich an, als dränge von irgendwoher tatsächlich ein Sonnenstrahl ein, der Betrachter dreht sich um: über die gegenüberliegende Stirnwand zieht ein gleissender Lichtfleck.

Elisabeth Brockmann, geboren 1955, Studium bei Gerhard Richter. Die Zeitung "DIE WELT" schreibt: "Die Künstlerin ist bekannt für ihre „grossen“ Überraschungen im architektonischen Kontext". Im Februar 2018 wird Sie das Publikum im MAKK überraschen.

www.Elisabeth-Brockmann.de