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Paul Egell (1691-1752), Anbetung des toten Christus durch Adam und Eva, Mannheim, um 1730-1740, Elfenbein, Birnbaumholz (Höhe 26 cm, Breite 18,5 cm), Inv.-Nr.: B73, MAKK, Foto: © RBA Köln, Marion Mennicken gestiftet 1824 mit Sammlung Ferdinand Franz Wallraf (übernommen 1901)
Paul Egell (1691-1752), Anbetung des toten Christus durch Adam und Eva (Detail), Mannheim, um 1730-1740, Elfenbein, Birnbaumholz (Höhe 26 cm, Breite 18,5 cm), Inv.-Nr.: B73, MAKK, Foto: © RBA Köln, Marion Mennicken gestiftet 1824 mit Sammlung Ferdinand Franz Wallraf (übernommen 1901)
Hochzeitspokal (Detail), Venedig, letztes Viertel 15. Jh.,Glas, emailliert und vergoldet (15,6 cm h), Inv. Nr. F 1, MAKK, Foto: © RBA Köln, Marion Mennicken gestiftet 1851 aus Sammlung Matthias Josef De Noël (übernommen 1888)
Jabach-Petschaft, Modell: Giovanni Bologna (1529-1608), Florenz, 1564, Bronzenachguss: Florenz, um 1600, Bronze, vergoldet (13 cm h), Inv.-Nr.: H 494, MAKK, Foto: © RBA Köln, Marion Mennicken gestiftet 1824 mit Sammlung Ferdinand Franz Wallraf (übernommen 1901)
Siegelplatte Jabach-Petschaft, Modell: Giovanni Bologna (1529-1608), Florenz, 1564, Bronzenachguss: Florenz, um 1600, Bronze, vergoldet (13 cm h), Inv.-Nr.: H 494, MAKK, Foto: © RBA Köln, Marion Mennicken gestiftet 1824 mit Sammlung Ferdinand Franz Wallraf (übernommen 1901)
Überschuh für Damenschuh, Anfang 18. Jh., Leder (19 cm l), MAKK, Foto: © RBA Köln, Marion Mennicken
Marcello Bramigk Bonon, Brinh Minh Dao: Architekturmodell, MAKK – Museum für Angewandte Kunst Köln, Foto: © Bramigk Bonon

Ferdinand Franz Wallraf - Eine Spurensuche in Köln

Zur aktuellen Ausstellung Wallraf's Erbe. Ein Bürger rettet Köln" hat Kölns ältestes Museum, das Wallraf-Richartz-Museum, alle Institutionen, die mit der ursprünglichen Wallraf-Sammlung verbunden sind, eingeladen, sich an der Ausstellung zu beteiligen: dazu gehören die Universitäts- und Stadtbibliothek, das Historische Archiv der Stadt Köln, das Kölnische Stadtmuseum, das Römisch-Germanische Museum, das Museum Schnütgen und nicht zuletzt das MAKK – Museum für Angewandte Kunst Köln. Das Ausstellungsprojekt ist in Kooperation mit der Universität zu Köln (Lehrstühle für die Geschichte der Frühen Neuzeit und der Allgemeinen Kunstgeschichte) und dem Kölnischen Stadtmuseum entstanden.

Das MAKK ist das zweitälteste Museum der Stadt Köln. Es wurde 1888 auf der Basis der kunstgeschichtlichen Sammlung von Ferdinand Franz Wallraf und Matthias de Noël, dem ersten Konservator der Sammlung Wallraf, gegründet. Den Grundstock bildeten rund 900 Objekte des Mittelalters und der Renaissance, in erster Linie Möbel, Elfenbeinschnitzereien, Metallarbeiten, Steinzeug, aber auch eine große Gruppe venezianischer Renaissancegläser. Dazu gehört der hier abgebildete Festpokal, der die Inventarnummer F0001 trägt und damit das erste Objekt der herausragenden und mittlerweile sehr umfangreichen Glassammlung des MAKK darstellt.

In der aktuellen Ausstellung im Wallraf-Richartz-Museum ist hingegen ein wirklich ungewöhnliches und überraschendes Objekt der Sammlung Wallraf im MAKK präsentiert: Es ist ein einzelner lederner Unterschuh, der (natürlich als Paar) im 17. und 18. Jahrhundert von Damen der Oberschicht zum Schutz unter den empfindlichen Absatzschuhen getragen wurde.

Ebenfalls in der Ausstellung zu sehen ist ein Architekturmodell von Marcello Bramigk Bonon und Brinh Minh Dao, beides Studierende der Technischen Hochschule Köln. Das Siegerprojekt des Wettbewerbs „Stegreif MAKK“ des Kölner Haus- und Grundbesitzervereins umfasst die Platzgestaltung vor dem Museum sowie einen Erweiterungsbau. Grund ist, dass das Museum für Angewandte Kunst Köln seit 1989 in dem ehemaligen Gebäude des Wallraf-Richartz-Museums seinen Sitz hat. Der Museumsbau wurde 1957 von Rudolf Schwarz und Josef Bernard an der Stelle errichtet, wo dank Johann Heinrich Richartz 1861 das erste Museum für die Wallraf-Sammlung nach der provisorischen Unterbringung im Wallrafianum eröffnet werden konnte. Daran erinnern heute noch die Bronze-Statuen von Wallraf und Richartz vor dem MAKK.

Der Lehrstuhl für die Geschichte der Frühen Neuzeit bringt Inhalte aus dem Projekt „Wallraf digital“ in die Ausstellung ein. Seit 2015 hatten junge Historikerinnen und Historiker Seminar- und Forschungsergebnisse rund um Ferdinand Franz Wallraf für unterschiedliche digitale Formate aufbereitet und diese im Internet zugänglich gemacht. Dazu gehören u.a. Video-Interviews, Blogbeiträge und die App „Wallrafs Köln“, die zu einem Stadtspaziergang auf den Spuren Wallrafs einläd.

Mehr zu den Spuren Wallrafs im Museum für Angewandte Kunst Köln erzählt Dr. Petra Hesse (Direktorin des MAKK) in dem Video für "Wallraf digital".

Die Ausstellung Wallraf's Erbe. Ein Bürger rettet Köln" im Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud ist noch bis zum 8. Juli 2018 geöffnet.