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Castellibri

Künstlerbücher und Buchobjekte von Dietmar Pfister

Ausstellung vom 24. April bis zum 13. Juni 2021

Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln
(Heinrich-Böll-Platz/Bischofsgartenstr. 1, 50667 Köln)
Öffnungszeiten: Di-Fr 10-18.00 Uhr

Die Ausstellung „Castellibri, Künstlerbücher und Buchobjekte von Dietmar Pfister“ in der Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln gibt einen Einblick in seine bisher entstandenen Künstlerbücher / Buchobjekte und wurde speziell als Referenz für die Stadt Köln konzipiert, das heißt, es gibt diverse Bezüge zu Künstlerinnen und Künstlern, die in dieser Stadt leben und arbeiten, sowie auch auf die Stadt selbst. Der Titel der Ausstellung ist dem ausgestellten Buchobjekt von Dietmar Pfister „Castello di Catullo“ entlehnt.

Dietmar Pfister (geb. 1943) lebt und arbeitet in Heroldsberg bei Nürnberg. Nach einem langen Vorlauf im Bereich der Malerei, insbesondere der skripturalen Malerei, arbeitet Dietmar Pfister seit über 20 Jahren fast ausschließlich im Bereich der Künstlerbücher und Buchobjekte. Seine Arbeiten wurden seit 2003 schon in zahlreichen Ausstellungen präsentiert, wie im Literaturhaus Berlin, in der Bibliothèque Metz, der Stadtbibliothek und Staatstheater Nürnberg, dem Forum Konkrete Kunst Erfurt u.v.a.m.

Dreh- und Angelpunkt aller Werke Dietmar Pfisters ist immer eine – singuläre – Idee. Diese kann ein Gedanken-/Wortspiel sein, ein Witz, ein Zitat, ein Wort, ein Begriff. Danach geschieht alles – so sagt Dietmar Pfister – nach Hans Arp´s Lebensmotto „nach den Gesetzen des Zufalls“. Hierbei kommen Dietmar Pfister natürlich seine profunde Kenntnis der Literatur und sein Witz zu Gute. Die Grundlage aller seiner Arbeiten ist ein Buch, ein bestehendes Buch. Dietmar Pfister sieht das Buch zunächst als Material, in aller Regel ohne Bezug zum Inhalt des dann entstehenden Buchobjekts. Er sagt: „Eines kommt zum anderen – das ist das Prinzip der Collage, hier explizit einer Materialcollage. Es ist eine Assoziationskette, vielleicht fortgesponnen, d.h. hier: diverse Objekte kombiniert, ein Zusammen – Spiel. Auf dem Flohmarkt fällt mir etwas in die Hände, in einer Registratur fällt mir was vor die Füße, in der Bibliothek fällt mir was auf den Kopf…usw.“ Und letztendlich findet alles seinen Weg in die Künstlerbücher und Buchobjekte von Dietmar Pfister, ganz nach Stépahne Mallarmé „Tout, au monde, existe pour aboutir à un livre“ (Alles auf der Welt existiert, um in einem Buch zu enden).

Für Dietmar Pfister ist Köln der ideale Ort für Künstlerbücher. Er sieht Köln als einen Ort, an dem nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, also erst vor rund100 Jahren, die Poeten zusammen mit Künstlern Neuland eroberten, die Geburtsstunde von Dada und dann des Surrealismus. Arp und Ernst gingen damals Arm in Arm, Seit an Seit durch Köln (vgl. Raoul Schrott, Dada 15 / 25), durch die Schildergasse, rund ums Brauhaus Winter auf der Suche nach neuen Wegen, nach einer neuen Zusammenarbeit, die sich dann u.a. in einer neuen Form niederschlug, im „Künstlerbuch“ – seiner gewohnten Funktion beraubt und weit weg von der traditionellen Erscheinungsform des Buches. Das Künstlerbuch ist – für Dietmar Pfister bis heute – das Ergebnis dieser Zusammenarbeit, dieser („cross-disciplinary“) Kollaboration von Poeten und Malern.

Und darin liegt für ihn bis heute ein wesentliches Problem bei der Wahrnehmung des Künstlerbuchs: in der unverändert separat strukturierten Wahrnehmung und Akzeptanz der einzelnen Bereiche: Das Bild hängt an der Wand, das Buch liegt in des Lesers Hand. Johanna Drucker z.B. hält gerade deshalb das Künstlerbuch für die „quintessential artform“ des 20. Jahrhunderts – ein Amalgam aus Text, Bild und Buch, ein neues Medium.

So sind auch die ausgestellten Künstlerbücher und Buchobjekte von Dietmar Pfister zu verstehen: Kombinationen von Texten (Mon, Stolterfoht, Arp) und Bildern einerseits wie auch für die hier z.T. erstmals ausgestellten Buchobjekte, andererseits als Materialcollagen mit Bezug zu Literatur und Künstler*innen. Und dies mit einem vielfachen Bezug zu Köln. Doch möchte Dietmar Pfister dies nicht im Vorhinein ausführlich genannt sehen, denn wie schon Klaus Groh anmerkte: „Buchobjekte sind Suchobjekte“ und so freut es Dietmar Pfister, wenn jeder etwas anderes findet. Vielleicht auch erst auf den zweiten Blick.

Weitere Informationen zum Künstler: www.dietmarpfister.de

 
 
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