Das Zeughaus

Seit 1958 sind die Dauerausstellung, die Büros und die Bibliothek des Kölnischen Stadtmuseums in den historischen Gemäuern des ehemaligen Zeughauses der Stadt untergebracht; heute befinden sich hier außerdem die Werkstätten der Restaurierung.

Das Erdgeschoss des Zeughauses, während des Umbaus für das Finanzamt, 1920.
Foto: Kölnisches Stadtmuseum  
Das ausgebrannte Zeughaus vor 1953. Foto: Kölnisches Stadtmuseum  
Das Zeughaus aus der Luft. Foto: Peter Sondermann, VisKOm   
Straßenschild aus französischer Zeit. Foto: RBA  

Das Zeughaus wurde zwischen 1594 und 1606 als städtisches Waffenarsenal errichtet. Das Wort „Zeug“ bezeichnete im damaligen Sprachgebrauch militärische Ausrüstungsgegenstände und Waffen. Die Südfassade des Gebäudes an der Straße „Burgmauer“ ruht auf Überresten der römischen Stadtmauer. An gleicher Stelle hatte zuvor das spätmittelalterliche Blidenhaus gestanden, benannt nach den „Bliden“, den mittelalterlichen Wurfmaschinen.  

Verantwortlich für den Bau des Zeughauses mit einer Länge von 66,80 Metern und einer Breite von 17,15 Metern waren der Stadtbaumeister Peter von Siberg, die Stadtsteinmetzen Peter von Blatzheim und Matthias von Gleen sowie der Stadtzimmermann Meister Clas.

Stilistisch ist der schlichte Backsteinbau von der niederländischen Renaissance beeinflusst. Das Schmuckportal auf der Nordseite des Gebäudes wurde um 1595 von Peter Cronenborch entworfen. Der 23,60 Meter hohe Treppenturm an der westlichen Giebelseite ist heute der letzte der spätmittelalterlichen Kölner Treppentürme. Ein von Melchior von Rheidt um 1600 geschaffenes Prunkportal, das vom Treppenturm in den Festsaal des Obergeschosses führte, gelangte im späten 19. Jahrhundert ins Rathaus, wo es heute den Zugang vom Hansesaal in die Prophetenkammer bildet. Lediglich das ursprünglich die Tür bekrönende Wappen konnte vor einigen Jahren für das Kölnische Stadtmuseum zurückerworben werden.

Nach dem Ende der reichsstädtischen Zeit nutzten die französischen und preußischen Machthaber das Gebäude ebenfalls als Waffenarsenal. Erst die 1919 erfolgte Entmilitarisierung der Rheinlande führte das im 19. Jahrhundert erheblich umgebaute Gebäude einem zivilen Zweck zu: So war dort ab etwa 1920 unter anderem das Landesfinanzamt untergebracht.

Bei zwei Luftangriffen 1942 und 1943 brannte das Gebäude aus, lediglich die Außenmauern blieben stehen. Zwischen 1954 und 1956 erfolgte der Wiederaufbau. Allerdings stellte man die historischen Gewölbe nicht wieder her, sondern baute in den unteren beiden Geschossen zwei durchgehende Hallen mit Rippendecken aus Beton ein. Sie werden von einer freitragenden Treppe im Stil der 1950er-Jahre miteinander verbunden, die 1984 von der Künstlervereinigung „Mülheimer Freiheit" und Toni May farbig gestaltet wurde.

Seit 1991 steht auf dem historischen Treppenturm der „Goldene Vogel“ des Künstlers HA Schult – ein weithin sichtbarer vergoldeter Ford Fiesta mit Flügeln.

Vor der östlichen Schmalseite des Zeughauses befindet sich der 1910–1915 von Franz Brantzky gestaltete und 1955 von Karl Band erneuerte Römerbrunnen aus Resten der römischen Stadtmauer. Diese setzt sich im Westen des Gebäudes fort und wurde durch ergänzendes Ziegelmauerwerk auf die ursprüngliche Höhe gebracht.

 
 

Die alte Wache

Westlich des Zeughauses schließt sich der klassizistische Bau der Alten Wache mit deutlichen Renaissance-Anleihen an, die 1840/1841 als preußisches Wachgebäude gegenüber dem Kölner Regierungspräsidium errichtet wurde.

<strong>Blick in die Zeughausstraße, 1844</strong>. Kolorierter Stahlstich von Johann Poppel nach einer Zeichnung von Ludwig Lange. Foto: RBA
Blick in die Zeughausstraße, 1844. Kolorierter Stahlstich von Johann Poppel nach einer Zeichnung von Ludwig Lange. Foto: RBA
 

Verantwortlicher Architekt war der Ingenieurmajor Heinrich Ferdinand Schuberth. Das Gebäude hat sich als einziges von ursprünglich drei preußischen Wachgebäuden in der Stadt erhalten, nachdem es infolge der Teilzerstörung im Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut worden ist. Danach diente die Alte Wache zunächst als Ausstellungsfläche für das Römisch-Germanische Museum, bis die Räumlichkeiten 1973 vom Stadtmuseum übernommen wurden und seitdem für Sonderausstellungen genutzt werden.

Das ursprünglich an die Alte Wache anschließende Militärwagenhaus wurde nach schweren Bombenschäden im Zweiten Weltkrieg nicht wieder aufgebaut. Die Ruine wurde abgetragen und an ihrer Stelle ein Parkplatz angelegt. 

 

Kölnisches Stadtmuseum

Zeughausstraße 1–3
50667 Köln
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Öffnungszeiten

Dienstag: 10–20 Uhr
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Mittwoch bis Sonntag: 10–17 Uhr
KölnTag: 10–22 Uhr
montags geschlossen

 

Eintrittspreise

Ständige Sammlung
€ 5,00, ermäßigt € 3,00

Sonderausstellungen
€ 5,00, ermäßigt € 3,00

Kombikarte 
€ 7,50, ermäßigt € 5,00