13. Januar bis 19. Februar 2022

Magdalena Los

Lucid Dreams

Das Friedrich-Vordemberge-Stipendium für Bildende Kunst der Stadt Köln wurde 2021 an die Künstlerin Magdalena Los verliehen.

Lucid Dreams (dt.: Klarträume) sind besondere Bewusstseinszustände, in denen der Mensch sich seines Träumens bewusst ist und sein Traumhandeln aktiv beeinflussen kann. Alpträume lassen sich so in ihr Gegenteil auflösen, Undenkbares ist möglich, auch ein (wiederholtes) Erwachen kann Teil dieser Art von Traum sein.

Magdalena Los lotet in ihren aktuellen Arbeiten die Sphäre zwischen analoger und digitaler Kunstproduktion und –rezeption aus und versetzt die Betrachtenden in eine kritisch beobachtende Position. Die Reflexion über Produktionsbedingungen und Wertschöpfungsprozesse von Kunst und Kultur zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Projekte der vergangenen Jahre, wobei sie immer wieder eine passende Strategie findet, dies in ihr künstlerisches Schaffen schlüssig zu integrieren.

Zentrales Werk der Ausstellung in der artothek ist ein digital gemaltes Porträt der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker mit dem Titel „Situation Room“, das sie in ihrem Büro zeigt. Hinter ihr hängt genau dieses Porträt in der Ausstellungssituation der artothek und vervielfacht so die Position der realen Betrachter*in ins Unendliche.

Die Schichtung von realen analogen Situationen mit fast identischen, aber eben abgewandelten digitalen Scheinwelten macht die Präsenz der Betrachtenden unklar. In welcher dieser vielen Fal-tungen von analoger und digitaler Welt finden sie sich verlässlich wieder?

Kann der sogenannte „Realitäts-Check“, der einen Klartraum einleitet und den Ist-Zustand des Bewusstseins hinterfragt, auch über die Realität in der Ausstellung Klarheit schaffen? Wie lautet die Antwort auf die Frage: „Befinde ich mich in der Traum- oder Wachrealität?“ und wohin führt diese Unterscheidung?

Magdalena Los thematisiert in ihren aktuellen Arbeiten die Beziehung von Realität und Fiktion und lenkt den Fokus auf Handlungsspielräume, die sich aus den verschwimmen-den Grenzen zwischen beidem ergeben. Sie erschafft malerische digitale Bildcollagen, die sich in der Theorie der digitalen Welt unabhängig vom Bildschirmformat unendlich vergrößern lassen, und stößt im gleichen Zuge in der physischen Welt an die Grenzen des materiell Umsetzbaren. Es entstehen Manifestationen ihrer Suche nach was innerhalb der realen Welt möglich ist, wenn virtuell alles möglich scheint.