2. Februar bis 20. März 2021

Maarten Van Roy

Black Hole, Blind Spot, Dead Angle

© Maarten Van Roy und Philipp Höning, 2020

Maarten Van Roy beschäftigt sich in seinen handgefertigten Arbeiten mit Fragestellungen der materiellen Selbstorganisation und stellt diese Skulpturen bildhauerischen Erscheinungsformen von Alltagsgegenständen gegenüber. Beide Bereiche werden gleichberechtigt in Anspruch genommen und räumlich so verortet, dass ein inhaltlicher Dialog entsteht. Eine Scherbe, ein Stück Holz, ein organisch anmutender Football finden ihre Gegenspieler in Wachsgüssen, deren Ausformungen – der Zufall wird hier als schöpferisches Prinzip verstanden – Organe nachzubilden scheinen. Skaliert in verschiedenen Größenordnungen findet der Künstler formale Parallelen und gibt ihnen Raum sich zu entwickeln.

Black Hole, Blind Spot und Dead Angle sind Wahrnehmungsphänomene, in denen uns die menschliche visuelle Wahrnehmung nicht das sehen lässt, was vorhanden ist, oder einen Raum kreiert, in dem das Vorhandene verformt zu sehen ist. Maarten Van Roy hat dies zum Ausgangspunkt für seine raumgreifende Installation von Skulpturen und Objekten in der artothek – Raum für junge Kunst genommen.

Lässt das Schwarze Loch im Universum uns dort nichts vermuten, wo gerade die Materie am dichtesten ist, so befinden sich der Blinde Fleck ebenso wie der Tote Winkel in der unmittelbaren Erfahrungswelt der menschlichen Optik. Dass es Bereiche in unserem vertrauten Modell des Raum-Zeit-Kontinuums gibt, denen wir eine temporäre Nichtexistenz zugestehen, ist für einen Bildhauer ein faszinierendes gedankliches Konstrukt.