| Biografie | Von der vierköpfigen Familie Gutmann überlebten allein Erich und Helene Gutmann. Ihnen gelang die Flucht in die USA. Die Spur ihrer Eltern Karl und Emma hingegen verliert sich 1944 im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.
Emma Gutman kam am 30. Juli 1882 in Köln-Mühlheim als Tochter von Marx und Helena David zur Welt. Sie hatte drei ältere Schwestern und einen Bruder. Sie stammte aus einer Metzgerfamilie. Ihr Vater hatte in der Bachstraße 24 in Mülheim eine Metzgerei und handelte mit Tierhäuten und Fellen. Als Emma 16 Jahre alt war starb ihre Mutter. Vermutlich musste sie spätestens jetzt im elterlichen Betrieb mithelfen. Eine Nichte schildert sie als eine tüchtige und zupackende Frau, die lange in der Gastronomie tätig gewesen sei. Emma richtete Büfetts in den Kölner Messehallen aus, führte gemeinsam mit ihrem Ehemann ein Delikatessengeschäft und arbeitete zeitweise als Immobilienmaklerin.
Verheiratet war sie mit dem Delikatessenhändler Karl Gutmann. Das Paar hatte zwei Kinder, Karl und Helene. Ende der 1920er Jahre stieg Emma Gutmann ins Immobiliengeschäft ein und hatte ein eigenes Büro am Gereonshof 30. Nach dem Umzug in die Venloer Straße 25 richtete sie in den dortigen Räumlichkeiten ihr Büro ein. Eine Nichte erinnert sich, dass Emma und Karl Gutmann in ihrer Wohnung in der ersten Etage ein jüdisches Restaurant betrieben, das sie trotz erheblicher Verwüstungen in der Pogromnacht am 9. November 1938 bis 1940 weiterführten.
Vermutlich 1941 mussten Karl und Emma Gutmann ihre Wohnung in der Venloer Straße räumen und wurden gezwungen, in ein Ghettohaus am Horst-Wessel-Platz 14, dem heutigen Rathenauplatz, zu ziehen. Am 27. Juni 1942 wurden sie in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie mehr als zwei Jahre unter menschenunwürdigen Umständen lebten. Am 16. Oktober 1944 transportierte man sie in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Vermutlich wurden sie dort wenig später ermordet. |