
Das NS-Dokumentationszentrum, 1988 von der Stadt Köln eingerichtet, entwickelte sich im Laufe der Zeit zur bundesweit größten lokalen Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus Die Einrichtung ist aber nicht nur Gedenk-, sondern gleichzeitig auch Lernort und Bildungsstätte, die zahlreiche Funktionen unter einem Dach vereinigt.
Ausgangspunkt und Zentrum aller Aktivitäten ist der Ort selbst. Das EL-DE-Haus, das von 1935 bis zum Kriegsende 1945 als Zentrale der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) diente, und insbesondere das im Keller des Gebäudes eingerichtete Hausgefängnis dieser gefürchteten Institution sind erhalten geblieben. Die im Zellentrakt eingerichtete Gedenkstätte lässt in eindrucksvoller Weise etwas von der Angst und dem Schrecken erahnen, die die damals hier Inhaftierten durchleiden mussten.
Auf zwei Etagen des Hauses wird in einer großen Dauerausstellung die Geschichte Kölns im Nationalsozialismus präsentiert. Die Ausstellung beschränkt sich nicht auf einzelne Themenbereiche wie Widerstand oder Verfolgung, sondern unternimmt den Versuch die Geschehnisse und Entwicklungen in der damaligen „Gauhauptstadt" in ihrer Gesamtheit darzustellen. So wird die Funktionsweise des NS-Regimes am konkreten Beispiel nachvollziehbar. Damit das gerade mit Blick auf jugendliche Besuchergruppen nachhaltig gelingt, hat das Dokumentationszentrum einen eigenen Führungsdienst aufgebaut, der sich dem jeweiligen Wissensstand flexibel anpasst und gleichzeitig thematisch orientierte und altersgemäße Führungen anbietet.
Neben dieser Dauerpräsentation bietet das NS-Dokumentationszentrum regelmäßige Sonderausstellungen zu lokalen und überregionalen Aspekten der NS-Zeit an, die sich durch eine große thematische Spannbreite auszeichnen. Diese Ausstellungen wie auch weitere Aktivitäten des Hauses werden in aller Regel von vertiefenden Veranstaltungen begleitet.
Das NS-Dokumentationszentrum ist aber auch eine bedeutende Forschungseinrichtung. Hier wird zu verschiedenen wichtigen Themen aus dem Zeitraum von 1933 bis 1945 oft weit über Köln hinausweisende Grundlagenforschung betrieben, die häufig unmittelbaren Eingang in Ausstellungen, Publikationen in der hauseigenen Schriftenreihe, interaktiv nutzbare Datenbanken oder innovative Internetprojekte findet. Ein zentrales, sich auch im Namen der Einrichtung widerspiegelndes Ziel der Arbeit ist es, durch eine umfassende Dokumentationstätigkeit die im Krieg und unmittelbar nach Kriegsende weitestgehend zerstörte Aktenüberlieferung zu rekonstruieren.
Darüber hinaus bietet die Einrichtung für alle interessierten Besucher eine umfassende und stets aktuelle Spezialbibliothek mit Lesesaal, die neben einem nahezu lückenlosen Bestand der wichtigsten Forschungsliteratur auch eine große Auswahl verschiedener Medien anbietet. Diese wiederum können in den für Gruppen geeigneten Arbeits- und Medienräumen benutzt werden.
Anbieterkennzeichnung: Ralf Dank, Im Dau 3, 50678 Köln, Fax (0221) 9520463, e-mail: dank@artcontent.de.
Realisation: Redaktionsbüro Dank
Soweit nicht anders ausgewiesen: Fotos: © NS-Dokumentationszentrum Köln
KölnTag (erster Donnerstag im Monat: 5.8., 2.9., 7.10.) ist das Museum von10 bis 22 Uhr geöffnet und der Eintritt ist für Kölnerinnen und Kölner kostenlos.
Sonderausstellung "Amnesia" wird in Lille gezeigt.
Das Musée de l’Hospice Comtesse in Lille eröffnet am 10. Juli 2010 die Ausstellung „Amnésia“. Die unter der Schirmherrschaft der Liller Bürgermeisterin Martine Aubry stehende Schau zeigt bis zum 19. September 2010 künstlerische Positionen zu den Hinterlassenschaften von Nationalsozialismus und Krieg im individuellen und kulturellen Gedächtnis. Das deutsch-französisches Projekt zur europäischen Erinnerungskultur war im letzten Jahr im EL-DE-Haus zu sehen.
