
Nach mehr als achtjähriger Bauzeit eröffnete 2010 im Zentrum Kölns der Neubau im Kulturquartier. 100 Jahre nach seiner Gründung präsentiert sich das Museum Schnütgen seither in neuer Nachbarschaft zum Rautenstrauch-Joest-Museum im großzügigen Umfeld. Zwei neue Ausstellungssäle verbinden den Neubau mit dem Anbau von Karl Band von 1956, der schließlich in den Cäciliengarten und in das Herz des Museum Schnütgen, die romanische Kirche St. Cäcilien, führt. Mit dieser Erweiterung gewann das Museum rund 60 Prozent Ausstellungsfläche hinzu. Auf 1900 Quadratmetern sind nun etwa 2.000 Exponate zu sehen - weiterhin jedoch nur ein Bruchteil der außergewöhnlichen Sammlung von 13.000 Objekten. Weitere 1300 Quadratmeter Wechselausstellungsfläche ermöglichen attraktive Sonderausstellungen.
Das Museum Schnütgen präsentiert eine der bedeutendsten Sammlungen mittelalterlicher Kunst in neuem Licht. In dieser facettenreichen und bunten Epoche, in der Köln eine der mächtigsten Städte Europas war, spielte der christliche Glaube eine zentrale Rolle. In den Kunstwerken der Zeit spiegelt sich diese Spiritualität und Religiosität, aber genauso das Leben einer bewegten veränderlichen Zeit. Das Museum Schnütgen zeigt den ganzen Kosmos mittelalterlichen Lebens: die Geheimnisse der Heiligen, Pilger und Zünfte, das Lebensgefühl der Menschen und eine Welt zeitlos schöner Kunst.
Gezeigt werden kostbarste Bronze-, Goldschmiede- und Elfenbeinkunst, Skulpturen aus Stein und Holz, einzigartige Textilien, Handschriften und Glasmalereien aus mehr als acht Jahrhunderten. Zu Ehren Gottes haben die Meister ihr Bestes gegeben. Die Kunstwerke von internationalem Rang erzählen dabei oft spannende Geschichten: Wer waren die Auftraggeber? Was sind die Botschaften? Wofür wurden sie verwendet? Die Präsentation bietet einen lebendigen Überblick über die wichtigsten künstlerischen Themen des europäischen Mittelalters. Sie führt die Besucher in die Vergangenheit damaligen Lebens und Denkens und zeigt dabei ein vielfältiges, helles und verblüffend gegenwärtiges Mittelalter.
In den neuen Ausstellungsräumen werden Glasmalereien und Steinskulptur gemeinsam präsentiert. Materialien also, welche Hülle und Substanz des realen Kirchenbaus im Mittelalter bestimmten und ihn im Verständnis der Zeitgenossen zu einem Abbild des himmlischen Jerusalem machten.
Der Raumeindruck wird ganz von den großformatigen Kirchenfenstern geprägt. Von ihnen umgeben gewinnen die Werke der romanischen und gotischen Steinskulptur besondere Strahlkraft. Als Kunstwerke werden sie in einem Funktionszusammenhang erlebbar, der ihrer ursprünglichen Intention nahe kommt.
Der 1956 errichtete Anbau von Karl Band beherbergt kostbarste Gewänder für Messfeiern und wertvolle, reich illustrierte mittelalterliche Handschriften. Liturgische Gebrauchsbücher und erlesene Bände zur privaten Andacht geben Einblick in die prachtvolle Welt der Buchmalerei. Zudem besteht erstmals die Möglichkeit, einen Blick in die riesige "Mustersammlung" des Alexander Schnütgen zu werfen: Aus ihrem Depotdasein erlöst, illustriert eine wechselnde Auswahl aus rund 3000 Stofffragmenten die komplette Geschichte der Textilkunst.
Das Herz des Museums ist nach wie vor die romanische Cäcilienkirche. Im Kirchenraum des 12. Jahrhunderts mit der Krypta im Westen und der Sakristei im Nordosten werden kostbarste Elfenbeine, Goldschmiedearbeiten und Bronzen zusammen mit Hauptwerken der europäischen Holzskulptur präsentiert.
Das Leben Christi und seiner Mutter Maria wird im Haupt- und Seitenschiff der Kiche zum Thema. Hier zeigen wertvolle Holzskulpturen aus rund vierhundert Jahren, wie die Meister die vorherrschenden Geisteshaltungen in ihre künstlerische Sprache umgesetzt haben - von den hoheitsvollen, thronenden Madonnen der Romanik über die ihrem Kind zugewandten, schönen und mütterlichen Marien der Gotik zu den kleinen Andachtsfiguren, in deren Darstellung sich die Gläubigen des späten Mittelalters innig versenkten.
Die Sakristei dient als Schatzkammer und beherbergt die größten Schätze alter Elfenbein- und Goldschmiedekunst. In der Krypta wird mit Kunstwerken des "Memento Mori" an die eigene Vergänglichkeit erinnert. Auf den Emporen findet sich eine Schar von Heiligen, die Helden und Vorbilder für die Menschen des Mittelalters. Schließlich stehen hier auch Reliquiengefäße aus Gold, Email und Edelsteinen dem frommen Bildwerk aus einfachen Materialien für den Hausgebrauch gegenüber.
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new talents - biennale cologne
12. - 20. Mai 2012
Mit einer Arbeit von Andreas
Schmitten im Cäciliengarten